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Luzerne (Alfalfa)

Forschung  Herbizidtoleranz, Produkteigenschaften
Freilandversuche EU 2
USA ca. 410, weitere 3 Länder
Zulassungen USA 1, Kanada,
weitere 5 Länder
Anbau USA, Kanada
- Merkmal Herbizidtoleranz

 

Landwirtschaft

Die Luzerne, auch Alfalfa genannt, wird weltweit als Reinsaat und Beimischung in Dauergrünland und Weiden angebaut. Da sie über mehrere Folgejahre gute Erträge liefert, ist sie auch unter dem Namen "Ewiger Klee" bekannt. Die Luzerne kann in einem Jahr bis zu fünf mal geschnitten werden. Oft wird sie auch als Zwischenfrucht angebaut.

Wie alle Leguminosen kann Alfafa mit Hilfe von Knöllchenbakterien den Stickstoff aus der Luft aufnehmen.

Die Saatluzerne wird sowohl in gemäßigten und subtropischen als auch tropischen Klimaregionen angebaut. In Kanada wird Alfalfa auf über vier Millionen Hektar angebaut, in den USA auf ca. neun Millionen Hektar.

 

Verwendung

Die eiweiß- und vitaminreiche Luzerne (Alfalfa) ist die weltweit wichtigste Grün- und Trockenfutterpflanze. Sie wird vor allem an Milchkühe, aber auch an Rinder, Schafe und Pferde verfüttert.

Weitere Anwendungen:

  • Die Luzerne wird auch als Bienenweide angebaut.

Lebensmittel:

  • Teile der Luzerne werden als Lebensmittel verzehrt, besonders die Triebspitzen (Sprossen) sind in Afrika ein geschätztes Gemüse.

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Unkrautmanagement

  • HerbizidtoleranzHerbizidtoleranz: Beim Anbau von Luzernen (Alfalfa) ist die Unkrautbekämpfung von besonderer Bedeutung: Die Ernte ist oft mit Wildpflanzen verunreinigt, dadurch verringert sich die Qualität des Futters hinsichtlich Geschmack, Energie-, und Nährstoffgehalt. Häufig enthalten Unkräuter für Nutztiere gesundheitsschädliche oder sogar giftige Substanzen.
    In den USA ist seit 2006 eine von Monanto entwickelte herbizidtolerante gv-Luzerne auf dem Markt. Das System aus gv-Luzerne und KomplementärherbizidKomplementärherbizid (GlyphosatGlyphosat, Roundup) soll eine wirksame Bekämpfung unerwünschter Beikräuter ermöglichen. Seit 2011 ist ihr Anbau ohne Einschränkungen zugelassen.

Resistenzen gegen Krankheitserreger

Resistenzen gegen Schädlinge

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Stresstoleranz

Produkteigenschaften

Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Ziel ist eine optimierte Futterverwertung: Angestrebt wird die Verringerung des Ligningehaltes. Hohe Ligningehalte senken die Verwertbarkeit für Wiederkäuer erheblich.

  • Anreicherung mit Isoflavonoiden zur Aufwertung der Futtermittelqualität

Nachwachsende Rohstoffe

Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Molecular PharmingMolecular Pharming: Die Luzerne soll auch zur "Biosynthese" von Pharmawirkstoffen oder technischen Enzymen genutzt werden. Im experimentellen Rahmen ist es gelungen, Impfstoffe in gv-Luzernen zu produzieren.

 

Freilandversuche mit gv-Luzerne

EU
Gesamtanzahl Anträge 2
Länder Belgien, Spanien
Zeitraum 1994
Merkmale veränderte Produktqualität, Virusresistenz
Weltweit
USA ca. 410
Zeitraum 1989-2010
Weitere Länder Argentinien, Japan, Kanada

 

Nutzung von gv-Luzerne

Zulassungen weltweit
  zum Anbau als Lebens- / Futtermittel
USA 1 1
Kanada 1 1
Japan 1 1
Australien   1
Korea   1
Mexiko   1
Philippinen   1
Merkmale Herbizidtoleranz
Anbau
USA In den USA wurde 2006 RoundupReady-Alfalfa auf einer Fläche von etwa 80.000 ha (1 Prozent der Gesamtanbaufläche von Alfalfa) angebaut. Im März 2007 wurde die Genehmigung zum Anbau gerichtlich aufgehoben und eine umfangreichere Umweltverträglichkeitsprüfung angeordnet. Nach deren Abschluss wurde der Anbau 2011 wieder uneingeschränkt zugelassen. Weitere Klagen gegen diese Entscheidungen wurden von den Gerichten abgelehnt. 2011 betrug der Anteil von gv-Luzerne 2,5 Prozent (0,2 Mio. ha) der Gesamtanbaufläche von Luzerne (8 Mio ha).

In der Anbausaison 2012 soll etwa auf der Hälfte der US-Alfalfa-Flächen (4,5 von 9 Millionen Hektar) gv-Sorten ausgesät werden. (Quelle: Umfrage unter US-Landwirten Anfang 2012)

 

Alfalfa: "Königin der Futterpflanzen".  Alfalfa (Luzerne) ist in den USA nach Mais, Weizen und Sojabohnen die Pflanze mit der viertgrößten Anbaufläche und liefert das Standard-Futter für Milchkühe. Alfalfa ist nährstoffreich, zeichnet sich durch eine hohe Biomasseproduktion aus und kann mit Hilfe von Knöllchenbakterien den Stickstoff aus der Luft erschließen. Als Gründünger verbessert Alfalfa die Bodenqualität, so dass die Farmer weniger Mineraldünger aufbringen müssen. Der Nachteil: Oft gelangen andere Pflanzen ins Alfalfa-Futter, die für die Tiere weniger nahrhaft und manchmal sogar schädlich sind. Dafür hat Monsanto Alfalfa mit einer gentechnisch vermittelten Herbizidresistenz entwickelt. Durch Aufbringen des Herbizids (Roundup) können auf den Feldern alle unerwünschten Kräuter entfernt werden. Nach langen gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde diese gv-Alfalfa 2011 in den USA ohne Einschränkungen zugelassen. Bis 2015 soll bereits die Hälfte der Alfalfa-Flächen mit gv-Sorten bewirtschaftet werden.
Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
  • An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
09. Februar 2012 [nach oben springen]

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