EU 22
Japan, Kanada, Philippinen, weitere 16 Länder
Anbau
EU
USA, Brasilien, Argentinien, weitere 9 Länder
- Merkmale
Herbizidtoleranz, Insektenresistenz
Landwirtschaft
Ursprünglich eine Pflanze der Tropen, wird Mais (Zea mays)
heute weltweit bis in die gemäßigten Klimaregionen angebaut
(2010
auf einer Fläche von 160 Millionen Hektar, wovon 29 Prozent mit
gv-Mais bestellt wurden).
Die USA liefern etwa
20
Prozent der Weltproduktion. Weitere wichtige Anbauländer sind China,
Brasilien, Indien, Mexiko, Indonesien, die Philippinen,
Südafrika, Argentinien und Rumänien. Nach der Farbe der
Körner werden zwei Sorten unterschieden: Gelbmais und Weißmais.
Mais ist zusammen mit
Weizen und Reis die wichtigste Nahrungspflanze der Welt. In vielen
Ländern des Südens, vor allem in Zentralamerika, Südamerika und Afrika
spielt Mais als Getreide eine Hauptrolle in der Ernährung. Dort gibt
es eine Vielzahl traditioneller Maisprodukte (z.B.
Tortillas,
Tacos).
Mehr als zwei Drittel der Weltmaisernte wird als Futtermittel (Maiskleber, Silomais) verwertet. Vor allem in Deutschland ist eine Verwendung als Silomais üblich. Dabei wird die ganze Maispflanze gehäckselt
und eingelagert.
Energiepflanzen, nachwachsende Rohstoffe:
Energiemais: Verwertung in Biogasanlagen zur Wärme und
Stromerzeugung, auch Verarbeitung zu Biokraftstoff (Bioethanol)
Es gibt Neuzüchtungen von Maissorten, die auf eine hohe
Biomasseproduktion optimiert sind. Solche Maispflanzen werden
deutlich größer. Die bisher erhältlichen Energiemaissorten sind
nicht gentechnisch verändert.
Maisstärke: etwa zur Herstellung von "essbarem Geschirr"
Trockentoleranz
In den USA liegt ein Antrag zum Anbau eines Maises vor, der bei Dürre
gleich hohe oder höhere Erträge liefert.
Toleranz gegenüber erhöhten Salz- und
Schwermetallgehalten im Boden
Pflanzenentwicklung
männliche Sterilität
zur Erleichterung der Züchtung von Hochertragssorten
(Hybridsorten); meist zusammen mit Herbizidresistenz
veränderter Blühzeitpunkt
Produkteigenschaften
Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, Verwendung
von Mais als Futtermittel
erhöhter Ölgehalt und damit gesteigerter
Energiegehalt.
Erhöhung des Anteils der Aminosäuren
Lysin und
Tryptophan sowie Reduktion des Gehalts an
bitter schmeckender Sinapinsäure. Ein
Antrag in der EU auf Import und Verarbeitung als Lebens- und
Futtermittel eines
high-lysine Mais (LY038-Mais) wurde zurückgezogen.
Produktion des Enzyms
Phytase in Maiskörnern Ziel: Bei Schweinen und Hühnern bessere Verwertung des im Futter enthaltenen
Phosphors, Verringerung der Phosphatbelastung in Gülle und Stalldung
Erhöhung des Vitamin E-Gehalts
Spanische Forscher haben einen gentechnisch
veränderten Mais entwickelt, der einen erhöhten Gehalt an Carotinoiden, Vitamin C und Folsäure enthält.
Nachwachsende Rohstoffe, Energiepflanzen
Energieerzeugung
Bildung einer hitzebeständigen Alpha-Amylase
in Maiskörnern
Ziel: Besserer Aufschluss der Maisstärke und damit mehr Effektivität bei der
Herstellung von Bioethanol. Der bisher übliche Zusatz einer auch bei hohen
Prozesstemperaturen wirksamen Alpha-Amylase kann entfallen.
In den USA ist der gv-Mais (Event 3272) seit 2011 zum Anbau zugelassen und
soll ab 2012 den Landwirten zur kommerziellen Nutzung zur Verfügung
stehen.
erhöhter Stärkegehalt und damit höhere Ausbeute bei der
Bioethanolerzeugung
Rohstoffquelle für industrielle Produkte
Bildung bestimmter Stärkevarianten und Erhöhung des
Stärkegehaltes, um aus Mais neuartige Kunststoffe herzustellen
Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen
Molecular Pharming: Nutzung
von gentechnisch verändertem Mais als System zur Produktion von technischen
und pharmazeutischen Enzymen
Freilandversuche mit gv-Mais
EU
Gesamtanzahl Anträge
912
Länder
Frankreich 280,
Spanien 309, Italien 98, Belgien 28, Ungarn 27, Deutschland 33,
weitere in den Niederlanden, Portugal, Rumänien, Großbritannien,
Griechenland, Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweden,
Slowakei
Zeitraum
1992-2011
Merkmale
Herbizidtoleranz, Insektenresistenz, auch veränderte Inhaltsstoffe, Molecular Pharming, veränderter Blühzeitpunkt,
Trockentoleranz
Gezählt
werden jeweils verschiedene gv-Mais-Linien (Events).
Kenia hat den
Import von gentechnisch verändertem Mais für die Verarbeitung zu
Mehl zugelassen. Als Grund für die Genehmigung, die ausschließlich
Müller erhalten, wird die Lebensmittelknappheit aufgrund von Dürre
genannt.
Anbau
EU
Anbau 2010:
Spanien
67.726 ha, Tschechien 4.680 ha, Rumänien 823
ha
Anbau 2010 (Schätzungen): Portugal 5.500 ha, Polen 3.500 ha, Slowakei
1.740 ha.
In Frankreich ist der Anbau
von Bt-Mais seit 2008, in Deutschland seit 2009 verboten.
USA
Anbau von gv-Mais seit 1997; 2011
auf 32,8 Mio. ha (88% der gesamten Anbaufläche für
Mais)
Weitere Länder
Brasilien: 7,1 Mio.ha (55%, 2010)
Kanada: 1,3 Mio.ha (90%, 2010)
Argentinien: 2,1 Mio.ha (84%, 2009)
Südafrika: 1,9 Mio.ha (2010), davon zu etwa 80 Prozent Weißmais,
der als Lebensmittel verzehrt wird.
Philippinen, Uruguay, Chile, Honduras,
Ägypten.
In Mexiko ist seit 2009 der Anbau von gv-Mais unter bestimmten
Bedingungen erlaubt.
Vermutlich wird seit 2008 auf Kuba gv-Mais angebaut (2009 auf 6.000 ha,
2,4%).
Genaue Informationen sind nicht zugänglich.
In Vietnam soll 2011 erstmals
gv-Mais angebaut werden.
Handel
Die EU importiert Mais, Maiskleber
(Tierfutter) und maishaltige Lebensmittel aus den USA und
Argentinien.
* unter den Zulassungen sind fünf "neuartige
Maispflanzen", die mit anderen Verfahren erzeugt wurden. Diese
Maispflanzen verfügen über eine Resistenz gegenüber Herbiziden.
Solche "neuartige Pflanzen" sind in Kanada zulassungspflichtig,
unabhängig vom dafür angewandten Verfahren. Dagegen müssen in USA
und der EU nur gentechnisch veränderte Pflanzen ein
Zulassungsverfahren durchlaufen, nicht jedoch neuartige Pflanzen,
die mit anderen Verfahren, wie etwa der Mutagenese erzeugt wurden.
Das Wunder der Maiszüchtung.
In der Wissenschaftsscheune des Max-Planck-Institutes für
Pflanzenzüchtungsforschung in Köln informieren sich Schüler
und Schülerinnen über die Kulturgeschichte des Maises.
Bt-Mais gefährdet Schmetterlinge.... Wirklich? Ein dreijähriges
Forschungsprojekt hat sich ausführlich mit dieser Frage
beschäftigt. Nun stehen die Ergebnisse fest.
Gentechnisch veränderter Bt-Mais und Boden. Gelangt
der Wirkstoff - das Bt-Protein - in den Boden? Kann es sich
dort anreichern? Fragen an Prof. Dr. Christoph Tebbe, Johann
Heinrich von Thünen-Institut (vTI) Braunschweig.
An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten
Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus
geforscht.
Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten
Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits
Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.