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Cassava (Maniok, Yuka)

Forschung  Nährstoffanreicherung, Virusresistenz
Freilandversuche USA 18, weitere 6 Länder
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive Ein Anbau von gv-Cassava scheint auf mittlere Sicht in Indonesien und Ostafrika möglich.

 

Landwirtschaft

Cassava (Manihot esculenta), auch als Maniok oder Yuka bezeichnet, wird hauptsächlich in tropischen Regionen angebaut. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika, sie wurde um 1600 nach Afrika, später auch nach Indien eingeführt.

Heute wird sie in allen tropischen Regionen angebaut. Die Welterzeugung beträgt ca. 240 Millionen Tonnen (2009). Die führenden Cassava produzierenden Länder sind Nigeria, Thailand, Indonesien, Kongo, Ghana und Vietnam.

 

Verwendung

Für mehr als eine Milliarde Menschen, vor allem in Asien, Mittel- und Südafrika, ist Cassava mit ihren stärkereichen Wurzelknollen die Hauptnahrungsquelle.

Cassava enthält Linamarin, das bei Verletzungen der Knolle in giftige Blausäure (Cyanid) umgewandelt wird. Diese muss durch starkes Erhitzen zerstört werden; andernfalls treten bei regelmäßigem Verzehr chronische Vergiftungserscheinungen auf.

Lebensmittel:

Hauptsächlich finden die Wurzelknollen Verwendung. Sie werden verarbeitet zu

  • vor allem Fladenbrot, Teigprodukte, Knabbergebäck (Maniokchips)
  • Knollen, gekocht oder fritiert (ähnlich Kartoffeln)
  • Stärke in TapiokaTapiokapudding, Brei, Soßen, Suppen
  • alkoholischen Getränken (Kaschiri) aus Maniokmehl
  • Tierfutter
     

Bekanntestes Handelsprodukt ist Tapioka (verkleisterte Stärke aus Maniok-Wurzelknollen in Granulatform). Die EU führt jährlich 3,6 Millionen Tonnen Tapioka überwiegend aus Thailand ein. Sie wird verwendet 

  • nahezu ausschließlich in Mischfutter
  • auch als spezielle Stärke in Lebensmitteln
     

Auch die proteinhaltigen Blätter werden geerntet und verzehrt als

  • gekochtes Gemüse
     

Nachwachsende Rohstoffe:

  • Die stärkehaltigen Knollen können auch zur Bioethanolgewinnung genutzt werden.

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • PilzresistenzPilzresistenz

  • Bakterienresistenz: Eindämmung des Befalls mit Fäulnisbakterien (Xanthomonas) und somit verbesserte Lagerfähigkeit: Cassava-Knollen sind extrem empfindlich und verrotten innerhalb weniger Stunden; sie können nicht gelagert werden.

Resistenzen gegen Schädlinge

Produkteigenschaften

Anreicherung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen,

  • Vitamin A- (Beta-CarotinBeta-Carotin), Vitamin E, Zink- und Eisen sowie Erhöhung des des in den Cassava-Knollen niedrigen ProteingehaltsProteingehalts
    Neun internationale und afrikanische Forschungseinrichtungen haben sich zu dem Projekt CassavaPlus (Kasten rechts) zusammengeschlossen. Ziel ist die Entwicklung von nährstoffangereicherter Cassava, die in solchen afrikanischen Regionen angebaut werden soll, in denen Krankheiten als Folge von Mangelernähung verbreitet sind. Derzeit ist nicht absehbar, wann CassavaPlus-Saatgut zur Verfügung stehen könnte.

Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Verminderung des Linamarin-Gehalts in der Cassava-Knolle und damit verringerte Blausäurebildung. Forschern aus den USA ist die Entwicklung von Cassava-Pflanzen gelungen, die weniger als ein Prozent Linamarin in den Knollen enthalten.

Nachwachsende Rohstoffe, Energiepflanzen

  • erhöhter Stärkegehalt für industrielle Zwecke

  • Wissenschaftler führen Genomanalysen an Cassava mit dem Ziel durch, die Pflanze für die Energiegewinnung zu optimieren.

Pflanzenentwicklung

  • Vergrößerung der Knollen

Freilandversuche mit gv-Cassava

Weltweit
USA 18
Zeitraum 2000-2010
Merkmale veränderte Protein- und Stärkezusammensetzung, Virusresistenz
Weitere Länder Indonesien, Puerto Rico, Uganda, Nigeria, Kenia, Südafrika

 

Fotos: cassava.ch, ETH Zürich, CassavaPlus

Videointerview mit Dr. Martin Fregene, Direktor CassavaPlus 

Cassava Plus. Für 250 Millionen Menschen in Mittel- und Südafrika ist Cassava die Haupt-Nahrungsquelle. Gerade in dieser Region sind Fehlernährungen weit verbreitet, da es den Cassava-Knollen an einigen wichtigen Nährstoffen mangelt. Allein 250-500.000 Kinder sollen deswegen jährlich erkranken. - Seit mehreren Jahren arbeiten internationale und afrikanische Forschungseinrichtungen an der Entwicklung nährstoffangereicherter Cassava. Inzwischen ist es gelungen, den Beta-Carotin (Vitamin A)- Gehalt um das 20fache zu steigern, Eisengehalt und Proteinmenge in den Knollen um das Vierfache. Erste Freilandversuche fanden 2009 in Nigeria statt, später auch in Kenia. - Das Cassava-Plus-Projekt wird von internationalen Institutionen sowie der Bill & Melinda Gates-Stiftung unterstützt. Kleinbauern sollen das Saatgut frei erhalten und unbegrenzt vermehren können.

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Biofortification? Ernährungsmängel bei Kindern - globale Verteilung. Vitamin A-Mangel (oben), Zinkmangel (unten). 
(Karten: www.biosicherheit.de)
Forschungsziel Nährstoffanreicherung

transGEN-Datenbank Pflanzen: Hirse (Sorghum), Banane, Reis, Cassava (Maniok)

Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
  • An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
27. Oktober 2011 [nach oben springen]

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