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Forschung |
Ertragssteigerung, Herbizidtoleranz, veränderte
Inhaltsstoffe |
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Freilandversuche |
EU 381
USA 286, weitere Länder |
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Zulassungen |
EU: 4 (3 Anträge)
Kanada, Japan, weitere sieben Länder |
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Anbau |
Kanada, USA, Australien |
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Merkmal |
Herbizidtoleranz |
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Perspektive |
Der Anbau von gv-Raps in der EU wird angestrebt. |
Landwirtschaft
Lange Zeit war der Rapsanbau für die Landwirtschaft nicht
attraktiv, da es für Rapssamen kaum eine Verwendung gab. Rapsöl
schmeckte wegen des Gehalts an Erucasäure bitter. Zudem führten Glucosinolate
zu Verdauungsproblemen, so dass eine Verfütterung nicht in Frage
kam. Erst als es gelang, neue Rapssorten zu züchten, die beide
Stoffe kaum noch enthielten, nahm der Rapsanbau deutlich zu. Heute
ist dieser mit modernen, jedoch nicht gentechnischen Methoden
gezüchtete Doppel-Null-Raps weit verbreitet. Er wird in den
USA als canola bezeichnet, der gewöhnliche Raps als rapeseed.
Raps (Brassica napus) wird weltweit in den wintermilden Gebieten der
gemäßigten Klimaregionen angebaut. Hauptanbauländer sind China,
Kanada, Indien, Deutschland, Frankreich, England und Australien.
2007 wurden weltweit auf über 30 Millionen Hektar Anbaufläche knapp
50
Millionen Tonnen Rapskörner geerntet.
Verwendung
Aus Raps werden direkt oder indirekt
verschiedene Lebensmittel gewonnen:
Rapsöl aus den Samen wird zu Speiseöl und vor allem in
Margarine verarbeitet
- Rapshonig enthält die von den Bienen beim Einsammeln des
Nektars aufgenommen Blütenpollen.
Befliegen die Bienen gv-Raps, sind die
übertragenen Gene - wie alle anderen Gene auch - im
Honig nachweisbar.
Nebenprodukte der Ölgewinnung:
- Futtermittel aus den Pressrückständen
Energiepflanzen, nachwachsende Rohstoffe
Andere Rapsorten spielen eine Rolle, wenn Raps als nachwachsender
Rohstoff für spezielle Öle, Fette und andere Industriechemikalien
genutzt werden soll. Neben
Raps- werden auch Rübsensorten (Ölrübe) angebaut. Das aus Rübsen
gewonnene Öl wird ebenfalls als Rapsöl bezeichnet.
Es wird verwendet als
- Biologisch abbaubare Öle und Schmierstoffe
- Grundstoff für Farben und Lacke
- Weichmacher und Tenside
Energiepflanzen
- Biodiesel wird in Europa ausschließlich aus Rapsöl gewonnen.
2005 wurden in Deutschland zwei Drittel der Rapsernte für die
Biodieselproduktion verwendet.
- Rapsöl kann direkt ais Kraftstoff verwendet werden (in
bestimmten Motoren)
Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung
Anbaueigenschaften
Unkrautmanagement
Resistenzen gegen Krankheitserreger
Resistenzen gegen Schädlinge
Anpassung an Klima- und Standortfaktoren
Pflanzenentwicklung
Produkteigenschaften
Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe
Anreicherung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen,
etwa
-
Anreicherung mit Beta‑Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A
-
erhöhter Stanol- und Sterolgehalt (Rapsöl mit
Cholesterin senkender Wirkung)
-
erhöhter Anteil an langkettigen Fettsäuren, um das für die Margarineproduktion notwendige
Härten flüssiger Öle zu vermeiden
-
höherer Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren
und damit gesundheitliche Aufwertung des Rapsöls
In Deutschland förderte das BMBF in Verbundprojekten wie Napus2000
(bis 2004) und OLeRa (seit 2005) die Forschung an Raps mit veränderter Fettsäurezusammensetzung und Anreicherung mit Vitamin A.
Nachwachsende Rohstoffe
-
In den USA wurde über mehrere Jahre
eine gv-Rapsorte angebaut,
die aufgrund eines eingeschleusten Gens Laurinsäure
bildet, eine Fettsäure, die normalerweise im Raps nicht enthalten
ist. Laurinsäure ist Rohstoff für die Produktion von
Waschmitteltensiden. Das Rapsöl sollte Kokosöl als derzeit
bevorzugte Rohstoffquelle ersetzen, wurde aber auch als Speiseöl und
in verschiedenen Lebensmitteln verwendet. Vor einiger Zeit wurde
dieses Projekt eingestellt.
Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen
Freilandversuche mit gv-Raps
| EU |
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Gesamtanzahl Anträge |
381 |
| Länder |
Frankreich 116, Großbritannien 106, Belgien 50,
Deutschland 40, Schweden 40, Niederlande 17
weitere in Dänemark, Italien,
Spanien, Finnland, Griechenland, Litauen |
| Zeitraum |
1990-2009 |
| Merkmale |
Veränderte Fettsäure-Zusammensetzung, männliche Sterilität, Herbizidtoleranz, Pilzresistenz |
| Weltweit |
| USA |
286 |
| Zeitraum |
1986-2010 |
| Weitere
Länder |
Kanada, Argentinien,
China, Neuseeland, Australien |
Nutzung von gv-Raps
| Zulassungen EU |
| |
zum Anbau |
als Lebens-/
Futtermittel |
| Antrag |
2 |
3 |
| Zulassung |
|
4 |
| Merkmale |
Herbizidtoleranz, männliche Sterilität |
| Zulassungen weltweit |
| |
zum Anbau |
als Lebens- /
Futtermittel |
| Kanada* |
11 |
13 |
| Japan |
11 |
11 |
| USA |
9 |
10 |
| Australien |
6 |
7 |
| China |
|
7 |
| Korea |
|
6 |
| Mexiko |
|
4 |
| Südafrika |
|
4 |
| Philippinen |
|
1 |
| Merkmale |
Insektenresistenz, Virusresistenz |
| Gezählt
werden jeweils verschiedene gv-Raps-Linien (Events). |
| Anbau |
| EU |
kein kommerzieller Anbau |
| Kanada |
ca. 6,2 Mio. Hektar (2009), ca. 95 Prozent der Rapsanbauflächen |
|
Weitere Länder |
USA: 400.000 Hektar (2007); 82 Prozent der Rapsanbaufläche In
Australien wurde 2008 in zwei Bundesstaaten das vierjährige GVO-Moratorium
aufgehoben und gv-Raps angebaut, 2009 auf 41.000 ha, 2010 bereits auf
133.330 ha (8,3 % des gesamten Rapsanbaus). Trotz zahlreicher Zulassungen findet in Japan kein Anbau
von gv-Raps statt. |
*unter den Zulassungen sind drei "neuartige
Rapspflanzen", die mit anderen Verfahren erzeugt wurden. Diese
Rapspflanzen verfügen über veränderten Fettsäuregehalt eine
Resistenz gegenüber Herbizide.
Solche "neuartige Pflanzen" sind in Kanada zulassungspflichtig,
unabhängig vom dafür angewandten Verfahren. Dagegen müssen in USA
und der EU nur gentechnisch veränderte Pflanzen ein
Zulassungsverfahren durchlaufen, nicht jedoch neuartige Pflanzen,
die mit anderen Verfahren, wie etwa der Mutagenese erzeugt wurden.
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 | Info + :
Zulassung, Anbau, Kennzeichnung |
Mehr bei TransGen
| Neue Qualitäten? Gv-Pflanzen der
zweiten Generation |
| Anbaueigenschaften:
Klima- und Standortanpassung |
Mehr im Web
| Informationen zum Thema bei
bioSicherheit.de |
Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
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An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten
Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht. |
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Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten
Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits
Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden. |
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