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Reis
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Forschung |
Ertragssteigerung, Trockentoleranz,
veränderte Inhaltsstoffe |
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Freilandversuche |
EU 36
USA 271, weitere 11 Länder |
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Zulassungen |
USA 2, Kanada
Australien, weitere 2 Länder |
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Anbau |
Iran
(2006), vermutlich in mehreren asiatischen Ländern (ab 2013) |
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- Merkmal |
Insektenresistenz, Anreicherung Vitamin A |
Landwirtschaft
Nach Mais und
Weizen ist Reis die meist genutzte
Getreideart. Reis wird weltweit in tropischen und subtropischen Klimaregionen
angebaut. Führend im Reisanbau sind die asiatischen Länder (140 Mio.
Hektar), gefolgt
von Afrika (9,4 Mio. Hektar), Süd- sowie Nord- und Mittelamerika.
Die mit Abstand wichtigsten Erzeugerländer
sind China (197 Mio. Tonnen 2009) und Indien (133 Mio. Tonnen 2009).
In Europa wird Reis u. a. in Italien (1,5 Mio. Tonnen), in Spanien und in Portugal
angebaut. Weltweit lag die Reisproduktion 2009 bei 685
Millionen Tonnen.
In der Regel findet Nassreisanbau statt, nur
etwa ein Fünftel des Reises wächst im Trockenanbau.
Verwendung
Reis (Oryza sativa) wird als Getreide
gekocht und
verarbeitet zu
-
Stärke
-
Reismehl (Reis enthält kein Gluten und kann
bei Zöliakie als Weizenmehlersatz verwendet werden)
-
Reisnudeln und Reispapier
-
Reisflocken, Knusperflocken (Crispies),
Reiswaffeln
-
Reismilch
-
Reisöl
-
Reiswein
In Asien gehört Reis zu den traditionellen Lebensmitteln.
Für fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist Reis die Hauptnahrungsquelle.
Reis wird überwiegend als (Grund-)
Nahrungsmittel und nur zu einem geringen Teil für die Tierfütterung genutzt.
Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung
Anbaueigenschaften
Resistenzen gegen Schädlinge
-
Insektenresistenz:
In China sind mehrere insektenresistente
Reislinien
entwickelt und in einem groß angelegten Versuchsanbau getestet
worden. Eine Variante
bildet das so genannte Bt‑Toxin, welches die
Pflanze vor Schädlingen wie dem Reisstängelbohrer schützt. Eine
andere produziert einen aus der Ackerbohne stammenden Wirkstoff, der
das Verdauungssystem der Schädlinge blockiert. In den Anbauversuchen
zeigte sich, dass deutlich weniger Pflanzenschutzmittel gespritzt
werden müssen. Die politische Führung in China zögert eine
Entscheidung über den Anbau von schädlingsresistentem gv-Reis
hinaus. Vor 2016 soll er nicht auf den Markt kommen.
Auch in Indien finden zahlreiche Freilandversuche mit
insektenresistentem Bt-Reis statt.
Resistenzen gegen Krankheitserreger
-
Pilzresistenz gegen
den Erreger von Reisbrand
-
Virusresistenz: In
England (im UK-Department of International Development)
wurde eine gegen den Rice Yellow Mottle
Virus resistente Reislinie entwickelt.
In Zürich wurden Reispflanzen entwickelt, die
resistent gegen den Tungro-Virus und verschiedene Schadpilze
sind.
-
Bakterienresistenz, auch in Kombination
mit Pilzresistenz
Unkrautmanagement
Anpassung an Klima- und Standortfaktoren
-
Dürre- und Salztoleranz: Mehrere Forschungsprojekte beschäftigen sich mit neuen
Reissorten, die mit weniger Wasser auskommen und auf versalzten
Böden wachsen können. In China hat man bereits salztolerante Reissorten entwickelt, in die ein Gen aus der
auf Salzböden wachsenden Pflanze Suaeda salsa eingeschleust worden war.
Auch in Europa, den USA und Indien werden solche Reispflanzen bereits im
Freiland getestet.
Produkteigenschaften
Anreicherung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen,
etwa
-
Golden Rice: Reis enthält von Natur aus kaum Vitamin A.
In Ländern,
in denen er Hauptnahrungsmittel ist, sind daher Mangelerkrankungen
weit verbreitet, die bis zur Erblindung führen können. Mit gentechnischen
Methoden wurde ein Reis entwickelt, der in seinen Körnern Beta-Carotin, eine Vorstufe zu Vitamin A,
anreichert. Der wegen seiner gelben Farbe auch Golden Rice
genannte Reis wird nun in lokal angepasste Sorten eingekreuzt,
die kostenlos an Kleinbauern in Asien ausgegeben werden. Nach ersten Freilandversuchen mit
Golden Rice in den USA wird er nun vom Internationalen
Reisforschungsinstitut (IRRI) weiter getestet.
-
Forscher an der ETH Zürich haben einen gv-Reis entwickelt, der das
Sechsfache an Eisen im Korn speichern kann. Der Reis soll bei Menschen in
asiatischen und afrikanischen Entwicklungsländern einem Eisenmangel
entgegenwirken. Reis speichert natürlicherweise 80 Prozent des Eisens in der
mehrschichtigen Schale, die das Reiskorn umgibt und nur 20 Prozent im Korn
selbst. Im Handel ist vor allem Weißreis erhältlich. Bei Weißreis wird die Schale
entfernt. Da er nicht ranzig wird, kann er besser gelagert werden.
Auf den Philippinen ist ein gv-Reis entwickelt worden, der außer einem
hohen Vitamin A-Gehalt auch erhöhte Eisen- und Zinkwerte aufweist.
-
Bildung und Speicherung von Vitamin B9 (Folsäure) in den Reiskörnern
-
Außerdem wird an Reis mit erhöhtem Anthocyangehalt ( Flavonoid)
geforscht. Anthocyane
wirken als Antioxidantien, denen eine
gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird.
Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe
-
In Japan wird an der Entwicklung hypoallergener
Reissorten gearbeitet, bei denen die Bildung eines
allergieauslösenden Proteins (AS-Albumin,
Glutenin) unterdrückt wird.
-
Bei anderen gv-Reislinien wurde die Stärkezusammensetzung ( Amylose)
oder der Proteingehalt geändert. Mögliche Abnehmer sind Sake-Brauereien.
Pflanzenentwicklung, Stickstoffaufnahme
-
Verbesserte Aufnahmefähigkeit für
Stickstoff: In den USA ist ein gv-Reis entwickelt worden, der
durch Übertragen eines Gens aus Gerste mehr Stickstoff aus dem
Boden aufnehmen kann. Dadurch sollen zum einen die Kosten für
Dünger reduziert, zum anderen der Treibhauseffekt gemindert
werden. Durch die intensive Stickstoffdüngung im Reisanbau
gelangen erhebliche Mengen des Treibhausgases Stickstoffoxid in
die Atmosphäre.
Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen
-
Molecular Pharming: Gentechnisch veränderte
Reispflanzen sollen als Produktionssystem für Arzneimittelwirkstoffe
genutzt werden. So ist in den USA ein gv-Reis entwickelt worden, der in seinen
Körnern Lysozym und Lactoferrin produziert. Diese Substanzen sind
normalerweise in der Muttermilch vorhanden und schützen Kleinkinder
vor Infektionserkrankungen. Der Wirkstoff wird bisher nur aus
Pflanzen aus
experimentellen Freisetzungsversuchen gewonnen und darf ausschließlich zu
Forschungs- und Diagnostikzwecken verwendet werden.
-
In China wurde ein Reis gentechnisch so
verändert, dass er Humanalbumin produziert. Dies ist ein
Bestandteil des menschlichen Blutes. Humanalbumin wird bisher
aus Blutplasma gewonnen und ist knapp und teuer.
-
In Spanien wurde ein Reis entwickelt, der das Enzym Glucocerebrosidase
produziert, das bei Morbus Gaucher (einer erblichen
Fettstoffwechselkrankheit) eingesetzt wird.
Bodensanierung
Freilandversuche mit gv-Reis
| EU |
|
Gesamtanzahl Anträge |
36 |
| Länder |
Spanien 27, Italien 8, Frankreich 1 |
| Zeitraum |
1998-2011 |
| Merkmale |
Herbizidtoleranz, Insektenresistenz, Ertragssteigerung,
Pilzresistenz, sowie Salz- und Trockentoleranz, Molecular Pharming |
| Weltweit |
| USA |
271 |
| Zeitraum |
1990-2011 |
| Weitere
Länder |
Japan, Argentinien, China, Indien,
Iran, Brasilien, Australien, Mexiko, Philippinen,
Indonesien, Taiwan |
Nutzung von gv-Reis
| Zulassungen EU |
| |
zum Anbau |
als Lebens-/
Futtermittel |
| Antrag |
|
1 |
| Merkmale |
Herbizidtoleranz |
| Zulassungen weltweit |
| |
zum Anbau |
als Lebens- /
Futtermittel |
| USA |
2 |
1 |
| Kanada |
|
1 |
| China |
1 |
1 |
| Australien |
|
1 |
| Mexiko |
|
1 |
| Japan |
2 |
|
| Iran |
|
1 |
| Russland |
|
1 |
| Neuseeland |
|
1 |
| Kolumbien |
|
1 |
| Merkmale |
Herbizidtoleranz, Insektenresistenz |
| Gezählt
werden jeweils verschiedene gv-Reis-Linien (Events). |
| Anbau |
| EU |
kein |
| USA |
bisher kein
kommerzieller Anbau |
|
Weitere Länder |
Ein Anbau von Bt-Reis ist in naher Zukunft auf den
Philippinen, in China, Indien, Indonesien und Bangladesh zu erwarten.
Golden Rice soll auf den Philippinen (2013) sowie in Bangladesh (2015) angebaut werden.
Im Iran soll 2006 auf etwa 20.000 Hektar gv-Reis mit einer
Resistenz gegen Fraßinsekten wie den Reisstängelbohrer angebaut worden
sein. |
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