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Senf

Forschung  Herbizidtoleranz, Ertragssteigerung, veränderte Produkteigenschaften
Freilandversuche Belgien 3
USA 3, Kanada, Indien, Australien
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive Mit einer kommerziellen Nutzung von gv-Senf ist vorerst nicht zu rechnen.

 

Landwirtschaft

Der Name Senf bezeichnet die beiden Gattungen Brassica und Sinapis. Der Weiße Senf (Sinapis alba) wird weltweit in den gemäßigten Klimaregionen angebaut. Schwarzer Senf (Brassica nigra) und Sarepta-Senf (Brassica juncea) wachsen in den warmgemäßigten bis subtropischen Klimaregionen.

2009 wurden weltweit etwa 661.000 Tonnen Senfkörner geerntet. Wichtige Anbauländer sind Nepal, Ukraine, Tschechien, China und die USA.

 

Verwendung

Als Lebensmittel finden bei den jeweiligen Senfarten vor allem die Samen Verwendung. Zum Teil werden auch die Blätter genutzt.

  • schwarzer (auch: französischer) Senf (Brassica nigra): für Speisesenf, Senföl, Senfmehl

  • brauner (auch: Sarepta-) Senf (Brassica juncea): weite Verbreitung in Europa, Nordamerika, Asien und Indien. Hat in Europa und Nordamerika den Schwarzen Senf fast vollständig verdrängt. Neben der Verwendung als Speisesenf wird der Sareptasenf vor allem zu Speiseölgewinnung genutzt; in Asien auch als Blattgemüse.

  • weißer (auch: englischer) Senf (Sinapis alba): Rohstoff zur Gewinnung von Senföl, -mehl und -paste (Speisesenf).

  • äthiopischer (auch: abessinischer) Senf (Brassica carinata): vor allem in Nord- und Ostafrika kultiviert. Er dient dort bevorzugt zur Speiseölgewinnung. Die Blätter werden als Kochgemüse verzehrt.

Futtermittel:

  • Weißer Senf wird in gemäßigten Zonen auch als Viehfutter und zur Gründüngung verwendet.

Nachwachsende Rohstoffe, Energiepflanzen:

  • Als Ölpflanzen eignen sich Senfarten ebenso wie Raps zur Herstellung von industriell genutzten Ölen (Schmier- und Motorenöle, Grundstoff für Linoleum, Reinigungsmittel und Kunststoffe) und Kraftstoffen.

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Unkrautmanagement

Resistenz gegen Schädlinge

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Salz- und Schwermetalltoleranz

Pflanzenentwicklung

  • Ertragssteigerung (männliche Sterilität zur Erzeugung ertragreicher Hybridsorten)

Produkteigenschaften

Anreicherung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, etwa

  • speziell Provitamin A (Beta-Carotin) zur Vorbeugung von Mangelerkrankungen

  • veränderte Zusammensetzung der Fettsäuren

Nachwachsende Rohstoffe

  • Molecular PharmingMolecular Pharming: Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen des Weißen Senfs als Produktionssystem für die Erzeugung von Arzneimittelwirkstoffen.

Bodensanierung

  • Sanierung schwermetall- und selenbelasteter Böden: Die Pflanzen werden so verändert, dass sie Schwermetalle aus den Boden aufnehmen und in der Pflanzenmasse anreichern.

 

Freilandversuche mit gv-Senf

EU
Gesamtanzahl Anträge 3 (Sinapis alba)
Länder Belgien
Zeitraum 2000-2001
Merkmale Herbizidtoleranz in Kombination mit  männlicher Sterilität
Weltweit
USA 3 (Brassica juncea)
Zeitraum 2003-2005
Weitere Länder Kanada (Brassica juncea, Brassica carinata), Indien, Australien

 

Erläuterungen
Hinweise zu "Forschung und Entwicklung"
  • Symbol Kasten: An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Symbol Pfeil: Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
Zahlen Freisetzungsversuche EU

In der Regel werden einzelne Anträge mit dem Jahr der Antragstellung angegeben. Ein Antrag kann Freilandversuche über mehrere Jahre und an mehreren - Standorten umfassen. Es ist möglich, dass genehmigte Freilandversuche nicht durchgeführt werden.

01. April 2011 [nach oben springen]

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