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  Fr 03.09.2010 | 06:33 Uhr
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Sojabohne

Lexikon Nutzpflanzen Lexikon Nutzpflanzen

 

 
Forschung  Herbizidtoleranz, veränderte Produkteigenschaften
Freilandversuche EU 22
USA ca. 1717, in weiteren drei Ländern
Zulassungen EU: 3 (11 Anträge)
USA, Kanada, weitere 15 Länder
Anbau USA, Argentinien, Brasilien, Mexiko, Paraguay, Uruguay, Bolivien, Kanada, Südafrika, Rumänien bis 2006
Merkmal Herbizidtoleranz, veränderte Fettsäurezusammensetzung
Perspektive weltweit steigende Tendenz beim Anbau, Lebens- und Futtermittel aus gv-Soja weit verbreitet

 

Landwirtschaft

Die Sojabohne ist die wichtigste Öl- und Eiweißpflanze weltweit. Ihre Hauptanbaugebiete liegen in warm-gemäßigten und subtropischen Klimaregionen. Führende Anbauländer sind die USA, Brasilien, Argentinien, China, Indien, Paraguay, Kanada und Bolivien. 2008 wurden weltweit 226,8 Millionen Tonnen Sojabohnen auf 97 Millionen Hektar produziert.

 

Verwendung

Sojabohnen sind Roh- und Grundstoff für unzählige Lebensmittel, -zutaten und -zusatzstoffe, wie:

Futtermittel:

  • In den Ölmühlen wird der Fettanteil der Sojabohnen abgetrennt und zu Ölen verarbeitet. Die übrig bleibende Sojamasse wird als eiweißreiches Futtermittel  verwertet.
    Die EU führt jährlich 35 bis 40 Millionen Tonnen Sojabohnen ein; etwa die Hälfte davon als Sojaschrot (grob gemahlene Sojabohnen als Futtermittel). Ohne Futtermittel aus Sojabohnen könnten die Erzeugung tierischer Lebensmittel in Europa nicht auf dem gegenwärtigen Niveau gehalten werden.

Nachwachsende Rohstoffe, Energiepflanzen:

  • Biokraftstoffe aus Sojaöl (vor allem in den USA)
  • Sojaöl: Grundstoff für Lacke, Farben, Wasch- und Putzmittel, Schmierstoffe, Weichmacher
  • vielseitige Verwendung bei der Herstellung von Kosmetika

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Unkrautmanagement

  • HerbizidtoleranzHerbizidtoleranz ist mit Abstand das kommerziell wichtigste Merkmal der gv-Sojabohnen. RoundupReady-Sojabohnen (Resistenz gegen Herbizide mit dem Wirkstoff GlyphosatGlyphosat) werden vor allem Nord- und Südamerika seit mehreren Jahren großflächig angebaut. Auf sie entfallen etwa 60 Prozent der Welt-Sojaproduktion.

Resistenzen gegen Krankheitserreger

Resistenzen gegen Schädlinge

  • InsektenresistenzInsektenresistenz gegen die Raupen verschiedener Falterarten sowie gegen Blattläuse

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Dürre- und Salztoleranz

Produkteigenschaften

Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe:

  • erhöhter Anteil an Ölsäuren (86% statt 23%), dafür weniger Linolensäure. Aufgrund des geringeren Linolensäuregehalts werden bei der Verarbeitung solcher Sojabohnen weniger der gesundheitlich bedenklichen Transfettsäuren gebildet. Diese entstehen bei hohen Temperaturen, etwa beim HärtenHärten der Fette oder beim Frittieren. Gv-Sojabohnen mit erhöhtem Ölsäuregehalt werden in den USA angebaut.

  • veränderter Eiweiß- und AminosäuregehalteAminosäuregehalte: Etwa Anreicherung mit der Aminosäure Methionin. Diese ist in Sojabohnen nur in geringen Mengen enthalten und muss bei einer ausschließlichen Fütterung mit Soja-Futter zugesetzt werden.

  • verringerter Gehalt der Mehrfachzucker Stachyose und Raffinose: Stachyose ist ein OligosaccharidOligosaccharid (Mehrfachzucker), das viele Nutztiere und auch der Mensch nicht verdauen können. Im Dünndarm wird die Stachyose durch Bakterien abgebaut und es entstehen Gase (Blähungen). Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Futtermittel mit geringerem Stachyosegehalt das Wachstum bei Schweinen und Geflügel fördern.

Anreicherung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, etwa

  • Sterole und Stanole, sekundäre Pflanzenstoffe, die Cholesterin senkend wirken

  • Vitamin E

Entfernen gesundheitsschädlicher Stoffe

  • allergene Stoffe

Nachwachsende Rohstoffe

  • Anreicherung bestimmter Fettsäuren: Sojaöl enthält verschiedene Fettsäuren, die unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften aufweisen. Für bestimmte industrielle Verwendungszwecke wird Öl mit definierten Eigenschaften benötigt. Ziel ist es, in gv-Sojabohnen eine bestimmte Fettsäure anzureichern und die Bildung anderer zu unterbinden, um Sojaöl als Rohstoff für spezielle industrielle Produkte zu erhalten.

Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Molecular PharmingMolecular Pharming: Nutzung von gentechnisch veränderten Sojabohnen als System zu Produktion von Arzneimittelwirkstoffen.

 

Freilandversuche mit gv-Sojabohnen

EU
Gesamtanzahl Anträge 22
Länder Frankreich 7, Spanien 7, Italien 4, Deutschland 1, Rumänien 1
Zeitraum 1994-2010
Merkmale Herbizidtoleranz
Weltweit
USA ca. 1717
Zeitraum 1985-2010
Weitere Länder Kanada, Argentinien, Japan, China

 

Nutzung von gv-Sojabohnen

Zulassungen EU
  zum Anbau als Lebens-/ Futtermittel
Antrag 1 10
Zulassung - 3
Merkmale Herbizidtoleranz, veränderte Inhaltsstoffe, Insektenresistenz
Zulassungen weltweit
  zum Anbau als Lebens- / Futtermittel
USA 8 9
Kanada 7 7
Japan 6 6
Mexiko 1 5
Australien   5
Brasilien 3 3
Taiwan   4
Südafrika 1 2
Philippinen   3
China   3
Argentinien 1 1
Uruguay 1 1
Paraguay 1 1
Korea   2
Kolumbien   1
Russland   1
Schweiz   1
Merkmale Herbizidtoleranz, veränderte Fettsäurezusammensetzung
Gezählt werden jeweils verschiedene gv-Sojabohnen (Events).
Anbau
EU kein Anbau
EU-Beitrittsland Rumänien: Anbau auf ca. 100.000 ha 2006. Nach dem EU-Beitritt 2007 ist der Anbau von gv-Soja offiziell verboten.
USA USA 2010: 29,7 Mio. ha / Anteil ca. 93%
Weitere Länder Argentinien (Anteil gv-Sojabohnen: ca. 98%), Brasilien (71%), Kanada, Mexiko, Paraguay, Uruguay, Bolivien, Südafrika, Costa Rica, Chile
Handel Die EU führt aus den USA, Argentinien und Brasilien jährlich 35 bis 40 Millionen Tonnen Soja und Sojarohstoffe ein.

 

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Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
02. September 2010 [nach oben springen]

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