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Aromen

Erläuterung

Die in der Natur vorkommenden Aromen sind in der Regel Gemische aus einer Vielzahl von oft sehr komplexen Einzelstoffen. Es sind mehr als 5.000 natürliche Aromastoffe in Lebensmitteln bekannt. Auch kommerziell angebotene Aromapräparate bestehen meist aus mehreren Substanzen.

  • Deklaration: Auf der Zutatenliste aromatisierter Lebensmittel ist meist die Angabe "Aroma" nachzulesen. Unter diesem Begriff sind naturidentische und künstliche Aromen zusammengefasst. Naturidentische Aromastoffe kommen in pflanzlichen und tierischen Ausgangsstoffen vor, werden aber durch chemische Synthese erzeugt. Ein Beispiel ist synthetisches VanillinVanillin. Nur bei Angaben wie "natürliches Vanillearoma" ist gewährleistet, dass mindestens 95 % des Aromas aus der genannten Quelle stammt.

  • Zulassung: Aromen dürfen nur auf den Markt, wenn sie als sicher bewertet worden sind. Es gibt eine Positivliste, die derzeit rund 2.100 zulässige Aromastoffe umfasst. Weitere 400 Substanzen müssen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) noch bewertet werden, bleiben aber vorläufig im Handel. Die Verordnung, die die Positivliste enthält, gilt ab dem 22. April 2013. Alle Aromastoffe, die nicht aufgeführt werden, sind nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten verboten. Die Liste soll jährlich aktualisiert werden.

Verwendung

Aromen werden heute bei unzähligen, vor allem verarbeiteten und vorgefertigten Lebensmitteln eingesetzt. Sie sorgen für den Geschmack und den Geruch eines Produkts, unabhängig von Menge und geschmacklicher Intensität der verwendeten Zutaten. Kommerzielle Aromen gleichen Aromaverluste während der Herstellung aus und geben Produkten ein typisches, aromatisches "Profil". Vor allem bei Fertigprodukten müssen Aromen hohe Anforderungen erfüllen, etwa Mikrowellentauglichkeit oder Gefrier-Tau-Stabilität.

  • Die Aromenindustrie hält heute ein reichhaltiges Angebot bereit, es umfasst Tausende von Aromen aller Geschmacksnuancen mit unterschiedlichen, an das jeweilige Produkt und das industrielle Herstellungsverfahren angepassten technologischen Eigenschaften.

Gentechnik

Grundsätzlich sind bei industriell erzeugten bzw. gewonnenen Aromen verschiedene Anwendungen der Gentechnik möglich. Präzise, auf einzelne Aromen oder Aromapräparate bezogene Informationen stehen jedoch nicht zur Verfügung.

  • Mikroorganismen: Verschiedene Aromen werden heute mikrobiell erzeugt. Dabei bilden spezielle Hefen, Pilze oder Bakterien aromawirksame Substanzen. Bisher sind diese Mikroorganismen in der Regel nicht gentechnisch modifiziert. Es sind jedoch Verfahren entwickelt worden, ursprünglich pflanzliche Aromen mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen zu erzeugen, etwa VanillinVanillin. Bisher haben diese neuen Verfahren vermutlich keine oder nur geringe kommerzielle Bedeutung.

  • Nährstoffe für Mikroorganismen: Als Nährstoffe, auf denen aromabildende Mikroorganismen wachsen, kommen Stärke, GlukoseGlukose oder ZuckerZucker in Frage. Diese können aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. Siehe auch: Diacetyl (Butteraroma)Diacetyl (Butteraroma)

  • Enzyme ermöglichen den Abbau bestimmter Stoffe und die Abspaltung von Aromen. Die beteiligten Enzyme können mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen gewonnen werden. Beispiele für enzymatisch gewonnene Aromen sind:
    - Käsearomen: aus Milchfetten (LipasenLipasen) oder Milchproteinen (ProteasenProteasen)
    - fleischähnliche Aromen durch enzymatische Hydrolyse von HefeHefe oder pflanzlichen Proteinen (Proteasen)
    - Zitrus- und Fruchtaromen durch enzymatischen Aufschluss von Pflanzenzellen (z.B. mit PektinasenPektinasen)

  • Reaktionsaromen: Bei ihrer Herstellung werden aromaintensive chemische Reaktionen nachgeahmt, wie sie etwa beim Braten oder Backen stattfinden. Grundstoffe sind zumeist verschiedene AminosäurenAminosäuren oder pflanzliche Proteine (z.B. aus SojaSoja), die mit speziellen Zuckern reagieren. Auf diese Weise werden diverse Back-, Braten-, Fleischaromen gewonnen. SojaproteineSojaproteine sind oft auch Ausgangsstoffe für enzymatisch gewonnene Aromen.

  • Fette bzw. Fettsäuren sind Grundstoff für verschiedene Aromen, vor allem Käsearomen. Fettsäuren werden chemisch oder mit Hilfe von Enzymen modifiziert (Umesterung). Die Fette können aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen (SojaSoja, RapsRaps).

  • Aminosäuren: Kommerzielle Aromapräparate enthalten oft AminosäurenAminosäuren zur Abrundung oder Verstärkung des jeweiligen Geschmacks. Eine Reihe von Aminosäuren werden mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Ähnliches trifft für InosinsäureInosinsäure und GuanylsäureGuanylsäureund deren Verbindungen zu.

  • Trägerstoffe für Aromapräparate: Zur Stabilisierung, aber auch um sie transport- und dosierfähig zu machen, werden Aromen oft auf Trägersubstanzen gesprüht oder in Mikrokapseln eingeschlossen. Dafür eignen sich z.B. DextrineDextrine, SorbitSorbit, IsomaltIsomalt oder XanthanXanthan.

Kennzeichnung: Gentechnische Anwendungen bei Aromen sind in der Regel nicht kennzeichnungspflichtig. Ausnahmen sind aromawirksame Substanzen, die unmittelbar aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt werden.

Werden Aromen mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert, müssen sie nicht gekennzeichnet werden, falls sie aufgereinigt sind und keine Mikroorganismen enthalten.

  

Knabberchips - mit viel Aroma. Kartoffel- oder Maischips sind meist mit Hilfe von  Aromen geschmacklich aufgepeppt - etwa mit Käsearomen, die enzymatisch aus Milchfetten (Lipasen) oder Milchproteinen (Proteasen) gewonnen werden. Auch Mikroorganismen werden für die Herstellung von Aromen eingesetzt. In einigen Fällen ist auch die Gentechnik im Spiel.
Lebensmittel, Enzyme, Gentechnik. Die Konsumenten wissen wenig davon, aber Lebensmitteltechnologen schätzen sie: Enzyme. Viele werden mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Tendenz: steigend.
Lebensmittel, hergestellt mit Enzymen.

transGEN-Datenbank Enzyme: Chymosin (Käse), Xylanase (Backwaren) Amylase (Glukosesirup, Süßwaren), Protease (Fleisch- und Wurstwaren)

03. Dezember 2012 [nach oben springen]

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