Cystin
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E 921 | Mehlbehandlungsmittel |
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mögliche Anwendung der Gentechnik |
Kennzeichnung |
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herstellbar mit Hilfe von gv-Mikroorganismen |
nein |
Erläuterung
Cystin ist ein schwefelhaltiges Dipeptid. Im menschlichen Körper entsteht Cystin als
Eiweiß-Spaltprodukt aus Methionin. Als
Zwischenprodukt entsteht dabei die Aminosäure Cystein,
die im Stoffwechsel der Zellen mit Cystin in einem chemischen
Gleichgewicht steht.
Cystin ist Bestandteil der Protein-Biosynthese. Sein Fehlen oder ein
Mangel wirkt verzögernd auf das Wachstum von Haut und Haaren.
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Cystin ist Bestandteil vieler pflanzlicher Eiweiße.
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Besonders reichlich kommt es im Keratin vor, dem Stützeiweiß
von z.B. Horn, Haaren, Haut und Federn.
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siehe auch: Cystein
Verwendung
Cystin wird bei verschiedenen Produkten
eingesetzt und erfüllt dabei unterschiedliche technologische
Aufgaben; etwa:
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als Mehlbehandlungsmittel, um die Mehlreifung zu beschleunigen
(siehe auch: Backwaren)
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Cystin ist an der Ausbildung von Fleisch- und Röstaromen beteiligt. Daher wird es zur Abrundung und Verstärkung von Aromen
eingesetzt.
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Cystin wird adaptierter
Muttermilch zugesetzt.
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auch in Diätzubereitungen,
Futtermitteln, Arzneimitteln und kosmetischen Erzeugnissen
Gentechnik
Klassisch wird Cystin aus cystinreichem Eiweiß wie Menschenhaar, Federn oder Schweineborsten gewonnen. Die Eiweißstoffe werden durch Kochen mit Salzsäure in die einzelnen Aminosäuren aufgespalten. Daraus wird Cystin
isoliert.
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Eine biotechnische Herstellung von Cystein galt lange Zeit als teuer und schwierig. Inzwischen
hat das deutsche Unternehmen Wacker Chemie Kolibakterien (Escherichia coli) mit gentechnischen Verfahren so
bearbeitet, dass
damit eine fermentative Cystein-Herstellung möglich wurde. Die
gentechnisch veränderten Bakterien stellen aus Glukose (Zucker) und einigen Mineralsalzen das gewünschte Cystein
in größeren Mengen her und leiten es in die Nährbrühe ab. Das
Verfahren wird seit 2001 industriell genutzt.
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Die biotechnische Cystein-Produktion hat deutliche Vorteile: Die
Ausbeute ist um 30
Prozent erhöht, und für die Herstellung von einem Kilogramm Cystein wird
nur noch ein Kilogramm statt 27 Kilogramm Salzsäure
benötigt. Es nutzt nachwachsende Rohstoffe und kommt ohne
organische Lösungsmittel aus. 2008 wurde die Wacker Chemie für
ihr Cystein-Verfahren mit dem Umweltpreis des BDI (Bundesverband
der Deutschen Industrie) ausgezeichnet.
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2009 betrug die weltweite Produktion von Cystein rund 6.000
Tonnen, von denen 1.500 Tonnen fermentativ mit gv-Bakterien erzeugt wurden.
Kennzeichnung: Zusatzstoffe, die in geschlossenen
Systemen mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt
werden, sind nicht zu kennzeichnen. Voraussetzung ist, dass
der jeweilige Zusatzstoff aufgereinigt wird und keine
Mikroorganismen enthält.
Erhalten die verwendeten Mikroorganismen Nährstoffe (Substrate) aus
gentechnisch veränderten Pflanzen, bleibt der Zusatzstoff ohne
Kennzeichnung.
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