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Stärke

mögliche Anwendung der Gentechnik Kennzeichnung
Rohstoff gv-Mais ja
Enzyme, hergestellt mit Hilfe von gv-Mikroorganismen nein

 

Erläuterung

Stärke ist die universale Energiespeichersubstanz der Pflanzen und wird vor allem in Knollen, Wurzeln und Samen eingelagert. Sie ist das in der menschlichen Nahrung vorherrschende Kohlenhydrat. Chemisch besteht Stärke aus großen, teils kettenförmigen Zuckermolekülen (Polysaccharide).

Stärkerohstoffe: In Deutschland stammt der überwiegende Teil der Stärke aus Kartoffeln. In der EU liegt jedoch Maisstärke weit vor Weizen und Kartoffeln.

Verwendung

Stärke wird in verschiedenen Formen und Modifikationen in unzähligen Lebensmitteln als Binde- oder Verdickungsmittel, Träger- oder Füllstoff eingesetzt, etwa in

In der Lebensmittelindustrie werden immer mehr modifizierte Stärkenmodifizierte Stärken eingesetzt: Diese werden chemisch, physikalisch (Hitze, Druck) oder enzymatisch so modifiziert, dass sie besondere, genau bestimmte technologische und sensorische Funktionen in einem Lebensmittel übernehmen können. Modifizierte Stärken werden auch als Fettersatzstoffe eingesetzt.

  • Deklaration der Zutatenliste: Wird die Stärke physikalisch oder enzymatisch modifiziert, gilt sie rechtlich als "Zutat" und erscheint unter dem Begriff "Stärke" auf der Zutatenliste.

  • Sind die Stärken hingegen chemisch modifiziert, gelten sie als Zusatzstoff (mit E-Nummer) und werden entsprechend deklariert. Wie alle Zusatzstoffe werden chemisch modifizierte Stärken zugelassen.

Gentechnik

Anwendungen der Gentechnik sind möglich bei den pflanzlichen Stärkequellen und vor allem bei der Herstellung der Enzyme, mit denen die Stärke aufgeschlossen und modifiziert wird.

  • Rohstoff Stärke: Maisstärke kann zu einem gewissen Anteil aus gentechnisch verändertem MaisMais stammen, vor allem wenn die Rohstoffe aus den USA oder Argentinien importiert wurden. In der EU wird auf vergleichsweise kleinen Flächen gentechnisch veränderter Mais angebaut, der jedoch nicht als Rohstoff für Lebensmittel verwendet wird. Zutaten aus mehreren gv-Maissorten sind in der EU zugelassen.

    Weitere pflanzliche Stärkequellen sind KartoffelnKartoffeln und WeizenWeizen. Bei Weizen werden derzeit weltweit keine gv-Sorten kommerziell genutzt.

  • Enzyme: Der Abbau und die Modifikation der Stärke - die Stärkeverzuckerung - wird mit Enzymen (z.B. AmylaseAmylase, Glukose-IsomeraseGlukose-Isomerase, PullulanasePullulanase) durchgeführt. Diese werden überwiegend biotechnisch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen.

Kennzeichnung: Stärke aus gentechnisch veränderten Pflanzen (Mais, Kartoffeln) ist kennzeichnungspflichtig. Enzyme werden in der Regel nicht auf der Zutatenliste angegeben. Eine Herstellung mit Hilfe von gv-Mikroorganismen ist zudem nicht kennzeichnungspflichtig.

  

Süßes aus Stärke. Pflanzliche Stärke ist Rohstoff für viele Lebensmittelzutaten. Doch dafür müssen die langen Stärkemoleküle in kleine Einheiten aufgespalten werden. Die Werkzeuge dafür sind Enzyme. Sie werden zu einem großen Teil mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Deswegen ist die "Stärkeverzuckerung" eines der wirtschaftlich bedeutendsten Anwendungsfelder der Gentechnik.
Der Stand der Forschung.

transGEN-Datenbank Pflanzen: Stärkegewinnung: Mais, Kartoffeln, Weizen, Maniok (Cassava)

Lebensmittel, Enzyme, Gentechnik. Die Konsumenten wissen wenig davon, aber Lebensmitteltechnologen schätzen sie: Enzyme. Viele werden mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Tendenz: steigend.
19. Januar 2012 [nach oben springen]

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