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Zuckerkulör

E 150a, 150b-d | Farbstoff
mögliche Anwendung der Gentechnik Kennzeichnung
Rohstoff gv-Mais möglich
Enzyme, hergestellt mit Hilfe von gv-Mikroorganismen nein

 

Erläuterung

Zuckerkulör (auch: Zuckercouleur) bezeichnet eine Mischung verschiedener Stoffe bräunlicher Färbung. Sie entstehen beim Erhitzen von stärke- oder zuckerhaltigen Lebensmitteln, etwa beim Backen oder Braten. Bei der Herstellung von Zuckerkulör werden diese Bräunungsreaktionen unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt.

  • Es sind verschiedene Varianten gebräuchlich: einfaches Zuckerkulör (E 150a), Sulfitlaugen-Zuckerkulör (E 150 b), Ammoniak-Zuckerkulör (E 150 c), Ammonsulfit-Zuckerkulör (E 150 d)

Verwendung

Zuckerkulör ist als brauner Farbstoff für Lebensmittel allgemein zugelassen; er wird verwendet etwa bei:

Bestimmte Lebensmittel dürfen aus Gründen des Täuschungsschutzes nicht mit Zuckerkulör gefärbt werden. Nicht erlaubt ist es bei Brot und Backwaren (mit bestimmten Ausnahmen), da die braune Farbe einen nicht vorhandenen Vollkornanteil vortäuschen könnte.

Gentechnik

Zuckerkulör kann auf der Basis von ZuckerZucker oder GlukoseGlukose gewonnen werden. Bei Stärkeverzuckerungsprodukten sind gentechnische Anwendungen zu erwarten bei:

  • GlukoseGlukose wird im Prozess der Stärkeverzuckerung aus pflanzlicher Stärke erzeugt. Maisstärke kann zu einem gewissen Anteil aus gentechnisch verändertem MaisMais stammen, vor allem wenn die Rohstoffe aus den USA oder Argentinien importiert wurden. In der EU wird auf vergleichsweise kleinen Flächen gentechnisch veränderter Mais angebaut, der jedoch nicht als Rohstoff für Lebensmittel verwendet wird. Zutaten aus mehreren gv-Maissorten sind in der EU zugelassen.

    Weitere pflanzliche Stärkequellen sind KartoffelnKartoffeln und WeizenWeizen. Bei Weizen werden derzeit weltweit keine gv-Sorten kommerziell genutzt.

  • Enzyme: Der Abbau und die Modifikation der Stärke - die Stärkeverzuckerung - wird mit Enzymen (z.B. AmylaseAmylase, Glukose-IsomeraseGlukose-Isomerase, PullulanasePullulanase) durchgeführt. Diese werden überwiegend biotechnisch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen.

  • ZuckerZucker kann aus gentechnisch veränderten ZuckerrübenZuckerrüben stammen. In der EU sind die Lebens- und Futtermittel einer in Nordamerika angebauten gv-Zuckerrübe zugelassen. Ein kommerzieller Anbau von gv-Zuckerrüben ist in der EU vorerst nicht geplant. Zucker in der EU wird derzeit ausschließlich aus konventionellen Rüben gewonnen.

Kennzeichnung: Zuckerkulör ist kennzeichnungspflichtig, wenn er unmittelbar aus gentechnisch veränderten Pflanzen (z.B. Mais, Zuckerrüben) gewonnen wird. In der Regel sind jedoch mehreren Verarbeitungsschritte nötig, um Zuckerkulör aus Stärke, Glukose oder Zucker zu erhalten. Ob dennoch zu kennzeichnen ist, ist rechtlich nicht eindeutig geklärt. In der Praxis hat sich durchgesetzt, dass nicht gekennzeichnet wird.

  

Süßes aus Stärke. Pflanzliche Stärke ist Rohstoff für viele Lebensmittelzutaten. Doch dafür müssen die langen Stärkemoleküle in kleine Einheiten aufgespalten werden. Die Werkzeuge dafür sind Enzyme. Sie werden zu einem großen Teil mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Deswegen ist die "Stärkeverzuckerung" eines der wirtschaftlich bedeutendsten Anwendungsfelder der Gentechnik.

Der Stand der Forschung.

transGEN-Datenbank Pflanzen: Stärkegewinnung: Mais, Kartoffeln, Weizen, Maniok (Cassava)

19. Januar 2012 [nach oben springen]

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