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Xylit

E 967 | Süßungsmittel
mögliche Anwendung der Gentechnik Kennzeichnung
Rohstoff gv-Mais möglich
Enzyme, hergestellt mit Hilfe von gv-Mikroorganismen nein
Herstellung mit Hilfe von gv-Mikroorganismen nein

 

Erläuterung

Xylit ist ein ZuckeraustauschstoffZuckeraustauschstoff aus der Gruppe der Zuckeralkohole und kommt natürlicherweise in vielen Pflanzen vor. Süßkraft und Geschmack von Xylit kommen dem Haushaltszucker (Saccharose) sehr nahe. Im menschlichen Körper entsteht Xylit als Zwischenprodukt des Glukosestoffwechsels.

  • Da Xylit von den an der Kariesbildung beteiligten Bakterien im Mundraum nicht verwertet werden kann, wird es auch in zahnfreundlichen Produkten wie z.B. Kaugummi eingesetzt.

  • Xylit erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt und unterstützt auf diese Weise erfrischende Geschmacksrichtungen wie etwa Menthol.

  • Durch den Einsatz von Xylit können Bräunungsreaktionen beim Backen und Braten verhindert werden, da Xylit nicht mit Aminosäuren des Lebensmittels reagiert.

  • Zuckeraustauschstoffe wie Xylit werden vom Dünndarm zu einem geringen Teil aufgenommen und gelangen weitgehend unverändert in den Dickdarm. Dort binden sie Wasser und können bei erhöhter Aufnahme zu Durchfällen führen.

Verwendung

Die Hauptanwendung liegt bei kalorienreduzierten oder zuckerfreien Lebensmitteln, etwa:

Gentechnik

Klassisch wird Xylit auf chemischem Wege aus Holzzucker (Xylose) hergestellt, der in den Holzabfällen der Papierindustrie vorhanden ist. Xylose kommt in vielen Pflanzen vor, z. B. in Birkenholz, Stroh, Maiskolben, Kokosnüssen.

Auch GlukoseGlukose kann Grundstoff für die Herstellung von Xylit sein. Diese wird im Prozess der Stärkeverzuckerung aus pflanzlicher Stärke erzeugt.

  • Rohstoff Stärke: Maisstärke kann zu einem gewissen Anteil aus gentechnisch verändertem MaisMais stammen, vor allem wenn die Rohstoffe aus den USA oder Argentinien importiert wurden. In der EU wird auf vergleichsweise kleinen Flächen gentechnisch veränderter Mais angebaut, der jedoch nicht als Rohstoff für Lebensmittel verwendet wird. Zutaten aus mehreren gv-Maissorten sind in der EU zugelassen.

    Weitere pflanzliche Stärkequellen sind KartoffelnKartoffeln und WeizenWeizen. Bei Weizen werden derzeit weltweit keine gv-Sorten kommerziell genutzt.

  • Enzyme: Der Abbau und die Modifikation der Stärke - die Stärkeverzuckerung - wird mit Enzymen (z.B. AmylaseAmylase, Glukose-IsomeraseGlukose-Isomerase, PullulanasePullulanase) durchgeführt. Diese werden überwiegend biotechnisch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen.

In den USA wurde ein Verfahren entwickelt, Xylit mit Hilfe von gv-Mikroorganismen (Escherichia coliEscherichia coli) zu produzieren. Die Bakterien wurden so verändert, dass sie bestimmte pflanzliche Cellulosen (Gerüstsubstanz pflanzlicher Zellen) aufschließen und daraus Xylit aufbauen können. Es liegen keine Informationen vor, ob dieses Verfahren kommerziell eingesetzt wird.

Kennzeichnung: Zusatzstoffe auf der Basis von Stärke sind kennzeichnungspflichtig, wenn sie unmittelbar aus gentechnisch veränderten Pflanzen (z.B. Mais) hergestellt werden. Ob dieses auch auf Xylit zutrifft, das in mehreren Verarbeitungsschritten aus Stärke bzw. Glukose hervorgeht, ist rechtlich nicht eindeutig geklärt. In der Praxis hat sich durchgesetzt, dass nicht gekennzeichnet wird.

Enzyme werden in der Regel nicht auf der Zutatenliste angegeben. Eine Herstellung mit Hilfe von gv-Mikroorganismen ist zudem nicht kennzeichnungspflichtig.

Zusatzstoffe, die in geschlossenen Systemen mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden, sind nicht zu kennzeichnen. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Zusatzstoff aufgereinigt wird und keine Mikroorganismen enthält.

Erhalten die verwendeten Mikroorganismen Nährstoffe (Substrate) aus gentechnisch veränderten Pflanzen, bleibt der Zusatzstoff ohne Kennzeichnung.

  

Süßes aus Stärke. Pflanzliche Stärke ist Rohstoff für viele Lebensmittelzutaten. Doch dafür müssen die langen Stärkemoleküle in kleine Einheiten aufgespalten werden. Die Werkzeuge dafür sind Enzyme. Sie werden zu einem großen Teil mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Deswegen ist die "Stärkeverzuckerung" eines der wirtschaftlich bedeutendsten Anwendungsfelder der Gentechnik.

Der Stand der Forschung.

transGEN-Datenbank Pflanzen: Stärkegewinnung: Mais, Kartoffeln, Weizen, Maniok (Cassava)

26. Januar 2012 [nach oben springen]

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