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Gluconsäure

E 574 | Säureregulator
mögliche Anwendung der Gentechnik Kennzeichnung
Rohstoff gv-Mais möglich
Enzyme, hergestellt mit Hilfe von gv-Mikroorganismen nein

 

Erläuterung

Gluconsäure ist eine Fruchtsäure. Sie entsteht, wenn Kohlenhydrate abgebaut werden. Verschiedene Lebensmittel wie Wein oder Honig weisen einen natürlichen Gehalt an Gluconsäure auf.

Gluconsäure

  • wird bei verschiedenen Lebensmitteln zur Stabilisierung des Säuregehaltes eingesetzt,

  • verfügt über eine gute Bindungsfähigkeit gegenüber Calcium- sowie Eisenionen und unterstützt dadurch die Wirkung von Antioxidantien, Gelier- und Verdickungsmittel.

Verwendung

Gluconsäure wird eingesetzt bei

  • verarbeitetem Obst und Gemüse, FruchtzubereitungenFruchtzubereitungen

  • zur Ansäuerung bei Getränken (z.B. LimonadeLimonade)

  • in DessertDesserts

  • in Molkerei und Brauerei zur Verhinderung von Milch- und Bierstein

Auch bei der Herstellung der Öko-Limonade "Bionade" spielt die Gluconsäure eine wichtige Rolle. Mittels eines speziellen Fermentationsverfahrens wird Malzstärke, -zucker und Wasser statt in Alkohol in Gluconsäure umgewandelt. Die milde Säure ist eine Alternative zum üblichen industriellen Limonadengrundstoff. Sie ist geschmacksneutral und verstärkt die Süßkraft.

Gentechnik

Gluconsäure wird aus Traubenzucker (GlukoseGlukose) hergestellt.

Die Umwandlung von Glukose zu Gluconsäure kann entweder mit Enzymen (GlucoseoxidaseGlucoseoxidase) oder durch Fermentation mit bestimmten Schimmelpilzen erreicht werden.

Wie bei allen Produkten der Stärkeverzuckerung sind auch bei Glukose verschiedene Anwendungen der Gentechnik möglich.

  • Rohstoff Stärke: Maisstärke kann zu einem gewissen Anteil aus gentechnisch verändertem MaisMais stammen, vor allem wenn die Rohstoffe aus den USA oder Argentinien importiert wurden. In der EU wird auf vergleichsweise kleinen Flächen gentechnisch veränderter Mais angebaut, der jedoch nicht als Rohstoff für Lebensmittel verwendet wird. Zutaten aus mehreren gv-Maissorten sind in der EU zugelassen.

    Weitere pflanzliche Stärkequellen sind KartoffelnKartoffeln und WeizenWeizen. Bei Weizen werden derzeit weltweit keine gv-Sorten kommerziell genutzt.

  • Enzyme: Der Abbau und die Modifikation der Stärke - die Stärkeverzuckerung - wird mit Enzymen (z.B. AmylaseAmylase, Glukose-IsomeraseGlukose-Isomerase, PullulanasePullulanase) durchgeführt. Diese werden überwiegend biotechnisch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen.

Kennzeichnung: Zusatzstoffe auf der Basis von Stärke sind kennzeichnungspflichtig, wenn sie unmittelbar aus gentechnisch veränderten Pflanzen (z.B. Mais) hergestellt werden. Ob dieses auch auf Gluconsäure zutrifft, die in einem mehrstufigen Umwandlungsprozess aus Stärke hervorgeht, ist rechtlich nicht eindeutig geklärt. In der Praxis hat sich durchgesetzt, dass nicht gekennzeichnet wird.

Sollten am Umwandlungsprozess gentechnisch veränderte Mikroorganismen (Schimmelpilze) beteiligt sein, besteht bei der so erzeugten Gluconsäure keine Kennzeichnungspflicht. Denn Zusatzstoffe, die in geschlossenen Systemen mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden, sind nicht zu kennzeichnen. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Zusatzstoff aufgereinigt wird und keine Mikroorganismen enthält.

Enzyme werden in der Regel nicht auf der Zutatenliste angegeben. Eine Herstellung mit Hilfe von gv-Mikroorganismen ist zudem nicht kennzeichnungspflichtig.

     

Süßes aus Stärke. Pflanzliche Stärke ist Rohstoff für viele Lebensmittelzutaten. Doch dafür müssen die langen Stärkemoleküle in kleine Einheiten aufgespalten werden. Die Werkzeuge dafür sind Enzyme. Sie werden zu einem großen Teil mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Deswegen ist die "Stärkeverzuckerung" eines der wirtschaftlich bedeutendsten Anwendungsfelder der Gentechnik.

Der Stand der Forschung.

transGEN-Datenbank Pflanzen: Stärkegewinnung: Mais, Kartoffeln, Weizen, Maniok (Cassava)

Thema: Kennzeichnung

Leitfaden Kennzeichnung: Was? Wie? Was nicht? Und was bedeutet "ohne Gentechnik"?

25. Januar 2012 [nach oben springen]

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