Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln
  Fr 10.09.2010 | 09:37 Uhr
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Glycerin

 

E 422 | Feuchthaltemittel
mögliche Anwendung der Gentechnik Kennzeichnung
Rohstoff gv-Raps ja

 

Erläuterung

Glycerin, auch Glycerol genannt, ist in der Natur weit verbreitet. Der Stoff gehört chemisch zu den Alkoholen und ist Bestandteil aller Fette und Öle. Glycerin (übersetzt: "süßer Wachs") ist eine zähflüssige Substanz mit einem süßlichen Geschmack, die Wasser bindet.

Verwendung

Für Glycerin gibt es vielseitige Einsatzmöglichkeiten. In der Lebensmittelindustrie wird die Substanz beispielsweise zum Süßen von Getränken verwendet. Außerdem nutzen Hersteller den Zusatzstoff zur Feuchthaltung bestimmter Nahrungsmittel wie BackwarenBackwaren und Trockenfrüchte. Glycerin verhindert auch die Kristallisierung von SüßwarenSüßwaren und wird als Lösungsmittel für Lebensmittelfarben sowie Trägersubstanz für Geschmacksstoffe eingesetzt.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • als Futterzusatz:
    Rohglycerin wird Futtermitteln zugefügt, um die Staubentwicklung zu reduzieren und die Feuchtigkeit zu halten. Zudem verbessert die Substanz den Geschmack und erhöht somit die Futteraufnahme.
  • zur Herstellung von Kunststoffen und Farbstoffen, Zahnkrem und Kosmetika, als Bremsflüssigkeit und Frostschutzmittel, zur Feuchthaltung von Tabak

Gentechnik

Glycerin kann synthetisch aus Propen gewonnen werden. Außerdem fällt es bei der Herstellung von Biodiesel an.

Als Rohstoff für die Erzeugung von Biodiesel wird in Europa ausschließlich Rapsöl genutzt. Mithilfe eines Katalysators und Methanol werden die Ester nach Erhitzen in Fettsäuremethylester (Biodiesel) umgewandelt. Dabei wird Glycerin freigesetzt und abgetrennt. Anschließend wird das Rohglycerin aufgereinigt. Bei der Produktion von Biodiesel fallen pro Tonne 100 Kilogramm Glycerin an.

RapsRaps: Gentechnisch veränderter Raps wird in Kanada großflächig angebaut. Auch in der EU sind verschiedene gentechnisch veränderte Raps-Pflanzen (meist herbizidresistent) zugelassen. Mit Ausnahme einiger Versuchsflächen werden in der EU derzeit keine gentechnisch veränderten Rapssorten kommerziell angebaut.

Kennzeichnung: Glycerin aus gentechnisch verändertem Raps ist kennzeichnungspflichtig. Zufällige, technisch unvermeidbare GVOGVO-Beimischungen in den Raps-Rohstoffen bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent führen nicht zu einer Kennzeichnung der daraus erzeugten Lebensmittel.

 

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28. Mai 2008 [nach oben springen]

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