Zitrusfrüchte
(Grapefruit, Orange, Zitrone)

Forschung  Insekten-, Pilz-, Virus- und Bakterienresistenz
Freilandversuche EU 8
USA 27, Argentinien, Mexiko, Brasilien
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive In den USA könnten gv-Orangen mit einer Resistenz gegen eine von Bakterien ausgelöste Krankheit ab 2016 marktreif sein.

 

Landwirtschaft

Bis auf einige Ausnahmen sind alle Zitrusgewächse frostempfindlich und ertragen nur wenige Minusgrade. Sie werden in gemäßigten und subtropischen Klimaregionen angebaut, so u. a. in den USA, Südamerika, Südafrika, Australien und den Mittelmeerländern. Verluste durch Schaderreger und Unkräuter werden auf 20 Prozent des potentiellen Ernteertrages geschätzt.

Am häufigsten angebaut werden Orangen, es folgen Mandarinen, Clementinen, Zitronen und Grapefruit. 2010 wurden auf etwa 8,7 Millionen Hektar 123 Millionen Tonnen Zitrusfrüchte produziert.

 

Verwendung

Die meisten Zitrusfrüchte werden roh verzehrt oder verarbeitet zu

  • SaftSaft, ObstkonservenObstkonserven, FruchtzubereitungenFruchtzubereitungen, MarmeladeMarmelade

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • Bakterienresistenz
    Große Schäden beim Anbau von Zitrusfrüchten verursacht ein Bakterium, das durch Blattläuse verbreitet wird und eine als Citrus Greening bezeichnete Krankheit auslöst. Bei infizierten Zitruspflanzen ist der Transport von Nährstoffen beeinträchtigt. Dadurch bleiben die Früchte klein und unreif.  -  Eine Arbeitsgruppe der Universität von Texas hat Orangen gentechnisch so verändert, dass sie einen Eiweißbaustein (Peptid) bilden, der die Zellwände der Bakterien zerstört. Ab 2016 könnte solche gv-Orangen  sein.

  • PilzresistenzPilzresistenz

  • VirusresistenzVirusresistenz

Resistenzen gegen Schädlinge

  • InsektenresistenzInsektenresistenz gegen Blattläuse durch Übertragung von Lektin-Genen aus Schneeglöckchen; Lektine sind natürliche Abwehrstoffe der Pflanzen gegen Insekten.

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Trocken- und Salztoleranz

Produkteigenschaften

Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Die rote Farbe des Fruchtfleisches von Blutorangen wird durch Athocyane gebildet (Sekundäre PflanzenstoffeSekundäre Pflanzenstoffe), denen verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Blutorangen bilden diesen Farbstoff nur dann, wenn während der Fruchtreifung eine Kälteperiode eintritt. Optimale klimatischen Bedingungen für einen kommerziellen Anbau von Blutorangen finden sich ausschließlich in Sizilien. Forscher versuchen mit Hilfe der Gentechnik Blutorangen so zu verändern, dass Früchte mit roten Farbstoff sich auch ohne den Kältereiz entwickeln.

 

Freilandversuche mit gv-Zitrusbäumen

EU
Gesamtanzahl Anträge 8
Länder Spanien 2 Citrange (Orange x Bitterorange) und 5 Orangen, Italien 1 Zitrone
Zeitraum 1996-2008
Merkmale Pilzresistenz, Blüh- und Fruchtverhalten
Weltweit
USA 16 Grapefruit, 2 Limette, 6 Citrange (Orange x Bitterorange), 3 Orange
Zeitraum 1999-2011
Weitere Länder Argentinien (Orange), Mexiko (Zitrone), Brasilien (Orange)

 

Zitrusfrüchte | Citrus

Citrus Greening - eine Bedrohung für den Orangenanbau? In den USA werden Orangen entwickelt, die gegen Bakterien der Gattung Liberibacter resistent sind. Diese Bakterien werden von Blattläusen übertragen und lösen eine Krankheit aus, die als Citrus Greening oder Huanglongbing (HLB) bekannt ist. Die Früchte der befallenen Pflanzen werden grün und ungenießbar (Fotos). Die Krankheit ist in Asien und Afrika weit verbreitet und wurde Ende der 1990er Jahre in die USA eingeschleppt, wo sie inzwischen vor allem in Florida eine ernsthafte Bedrohung für den Orangenanbau darstellt. Natürliche Resistenzen gegen den Erreger konnten bislang nicht gefunden werden.
Fotos: T.R. Gottwald und S.M. Garnsey (oben), Ernst Peter, Ledger (unten)
Blutorangen. Ein Forschungsprojekt beschäftigt sich mit den Pigmenten, die für die Rotfärbung von Blutorangen verantwortlich sind und denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird.
Im Web
Erläuterungen
Hinweise zu "Forschung und Entwicklung"
  • Symbol Kasten: An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Symbol Pfeil: Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
Zahlen Freisetzungsversuche EU

In der Regel werden einzelne Anträge mit dem Jahr der Antragstellung angegeben. Ein Antrag kann Freilandversuche über mehrere Jahre und an mehreren - Standorten umfassen. Es ist möglich, dass genehmigte Freilandversuche nicht durchgeführt werden.

06. März 2013 [nach oben springen]

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