Olive

Forschung  Pilzresistenz
Freilandversuche Italien 2
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive Mit einer kommerziellen Nutzung von gv-Olivenbäumen ist auf längere Sicht nicht zu rechnen.

 

Landwirtschaft

Die Olive (Olea europa) ist die Frucht des Olivenbaums. Dieser wächst in warmgemäßigten bis subtropischen Klimaregionen. Das Hauptanbaugebiet ist der Mittelmeerraum. Führend in der Oliven-Produktion sind mit Abstand Italien, Spanien und Griechenland. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist der Anbau außerdem in der Türkei und in Syrien. 2009 wurden weltweit etwa 18 Millionen Tonnen Oliven geerntet.

 

Verwendung

Nur ein geringer Teil der Olivenernte wird frisch oder mariniert verzehrt, der Großteil wird verarbeitet zu

  • SpeiseölSpeiseöl

Nachwachsende Rohstoffe:

  • Olivenöl wird in Kosmetikprodukten verarbeitet.
  • Aus dem sehr harten Holz des Olivenbaums werden vor allem Küchenartikel hergestellt.

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • PilzresistenzPilzresistenz gegen Krankheiten wie Welke (Vertillicum) oder Augenfleckenkrankheit
    Die am weitesten verbreitete Olivenkrankheit ist die durch den Pilz Spilocaea oleagina ausgelöste Augenfleckenkrankheit. Die befallenen Blätter weisen runde, an Pfauenauge erinnernde Verfärbungen auf. Ab einem Befall von etwa 30 Prozent werden im Olivenanbau Fungizide oder Kupferpräparate eingesetzt.
    An der Universität Tuscia (Italien) sind gv-Olivenbäume entwickelt worden, die infolge eines neu eingeführten Gens (Osmotin-Gen) Abwehrstoffe gegen Pilze bilden. In den letzten Jahren sollte im Freiland überprüft werden, ob dieses Konzept grundsätzlich funktioniert. Von einer Markteinführung sind diese Olivenbäume weit entfernt. (siehe Kasten rechts)

Pflanzenentwicklung

  • kleinere Bäume, veränderte Wüchsigkeit
    Ziel ist eine geringere Größe und eine veränderte "Architektur" der Bäume. Dadurch soll der mechanischen Schnitt der Bäume und die Ernte erleichtert werden.

 

Freilandversuche mit gv-Olivenbäume

EU
Gesamtanzahl Anträge 2
Länder Italien
Zeitraum 1998 - 2012
Merkmale Pilzresistenz, kleinere Bäume

Foto: Nick Fraser / wikimedia

Ende eines Feldversuchs. Im Sommer 2012 musste ein Versuchsfeld mit gentechnisch veränderten Oliven- und Kirschbäumen sowie Kiwipflanzen an der Universität Tuscia (Italien) auf Anordnung der Regierung vernichtet werden. Schon 1982 begann Prof. Edo Rugini nach neuen Konzepten zu suchen, wie sich die Bäume besser gegen Krankheitserreger, etwa Pilze und Bakterien, schützen könnten. Im Verlauf der Forschungen wurden auch gentechnische Verfahren eingesetzt. Seit 1998 wurden erste Prototypen von resistenten gv-Oliven- und Kirschbäume in einem langfristig angelegten Freilandversuch getestet. Die erste Genehmigung wurde noch einmal bis 2008 verlängert, eine weitere Verlängerung jedoch abgelehnt. - Erst als eine gentechnik-kritische Umweltorganisation den Versuch in Tuscia öffentlich anprangerte, ordneten die Behörden die Zerstörung der Bäume an. Damit war ein seit 30 Jahren laufendes, öffentlich finanziertes Forschungsprojekt vorzeitig beendet. Gerade bei Bäumen sind lange Versuchszeiträume erforderlich.
Eine Gefahr für die Umwelt sei minimal, so die Wissenschaftler, denn die Olivenbäume hätten keine Blüten gebildet. Bei den Kirschbäumen war nur der Wurzelstock gentechnisch verändert, während die Blüten nicht transgen waren. Außerdem produzierten die Blüten keinen Pollen, da sie steril seien, so dass eine Auskreuzung ausgeschlossen werden konnte.
Erläuterungen
Hinweise zu "Forschung und Entwicklung"
  • Symbol Kasten: An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Symbol Pfeil: Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
Zahlen Freisetzungsversuche EU

In der Regel werden einzelne Anträge mit dem Jahr der Antragstellung angegeben. Ein Antrag kann Freilandversuche über mehrere Jahre und an mehreren - Standorten umfassen. Es ist möglich, dass genehmigte Freilandversuche nicht durchgeführt werden.

03. August 2012 [nach oben springen]

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