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Was wäre, wenn es keine Sojaimporte mehr
gäbe....
Deutschland führt jährlich etwa 4,5
Millionen Tonnen Sojarohstoffe (Bohnen und
Schrot) ein. Wenn die gleiche Menge in
Deutschland erzeugt werden sollte, würden
dafür große Flächen benötigt:
-
1,5 - 2 Mio.
Hektar, wenn der Bedarf durch heimischen
Sojaanbau gedeckt werden sollte;
-
3,5 Mio. Hektar,
wenn die gleiche Eiweißmenge durch
Ackerbohnen und
-
7,0 Mio. Hektar, wenn
sie durch Süßlupinen erzeugt werden
sollte.
Gesamte
landwirtschaftliche Fläche in Deutschland:
18 Mio. Hektar Foto:
Süßlupine |
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Der globale Sojahandel:
Produktion weltweit: 240 Mio.
t
Haupterzeugerländer:
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USA 85 Mio. t
(GVO-Anteil: 93 Prozent)
-
Brasilien 67 Mio.
t
(GVO-Anteil: 88 Prozent)
-
Argentinien 40 Mio.
t
(GVO-Anteil: 100 Prozent)
-
Paraguay 4,4 Mio.
t
(GVO-Anteil 95 Prozent)
Einfuhr in die EU:
-
Sojabohnen 12 Mio.
t
-
Sojaschrot 21 Mio. t
(Zahlen: 2011/12)
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Jährlich werden etwa 35 Millionen Tonnen Sojabohnen und -schrot
aus Nord- und Südamerika in die Europäische Union verschifft - rein
rechnerisch sind das 65 Kilogramm für jeden EU-Bürger. In
allen wichtigen Erzeugerländern haben sich gentechnisch veränderte (gv-)
Sojabohnen durchgesetzt: In USA, Argentinien und inzwischen auch in
Paraguay sind sie zum Standard geworden. Offenkundig bringt das System
aus gv-Sorten und dem dazu passenden Herbizid vor allem
bei der
Unkrautbekämpfung den Landwirten wirtschaftliche Vorteile. Daran hat auch die vor
allem in Südamerika zunehmende Kritik an einem übermäßigen
Herbizideinsatz wenig geändert.
Wenn gv-Sojabohnen einmal zugelassen sind,
dann gibt es in diesen Ländern keine besonderen Regeln, die Landwirte
und Händler beachten müssen: Die Gentechnik-Ware wird nicht getrennt - weder bei der
Aussaat und Ernte, noch bei Transport, Lagerung und Verarbeitung.
Auch im für Europa wichtigsten Erzeugerland Brasilien
werden inzwischen überwiegend gv-Sojabohnen angebaut. In den letzten
Jahren ist deren Anteil auf etwa 90 Prozent gestiegen.
Standard-Sojarohstoffe, wie sie auf den
internationalen Agrarmärkten gehandelt werden, bestehen daher zu
einem nicht unerheblichen Anteil aus gv-Sojabohnen.
Mischfutter, das europäische Landwirte
zukaufen, wenn sie auf dem eigenen Hof nicht genug Futtermittel
erzeugen, enthalten in der Regel gv-Sojabohnen.
Die Futtermittel müssen entsprechend gekennzeichnet sein, wenn der gv-Soja-Anteil den Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent
übersteigt.
Wo kommt das "gentechnik-freie" Sojafutter her?
Lebensmittelhersteller in Deutschland können
Eier, Milchprodukte, Fleisch- und Wurstwaren mit dem "ohne
Gentechnik"-Siegel auszeichnen und so gentechnik-kritische Kunden
ansprechen. Voraussetzung dafür ist, dass die Tiere zumindest über
eine bestimmte Zeitperiode konventionelles Futter ohne gv-Sojabohnen
erhalten haben.
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"Gentechnikfreie" Sojabohnen stammen in der
Regel aus einigen Regionen Nordbrasiliens. Dort werden
ausschließlich konventionelle Sojabohnen angebaut. Der Transport,
die Ernte und die Verschiffung nach Europa werden so organisiert,
dass "zufällige, technisch unvermeidbare" Beimischungen von gv-Soja
so gering wie möglich bleiben und den für die Kennzeichnung
maßgebenden Schwellenwert von 0,9 Prozent nicht überschreiten.
(Angestrebt wird ein GVO-Anteil von 0,1 Prozent.)
In den Häfen Brasiliens wird vor der
Verladung auf die Schiffe eine Analyse der Sojarohstoffe auf ihren
GVO-Anteil vorgenommen und ein Zertifikat ausgestellt. Für zertifizierte
"gentechnik-freie" Sojabohnen wird ein Preisaufschlag berechnet.
Nach Angaben des Verbandes Lebensmittel ohne
Gentechnik (VLOG) ist von der Sojaernte im Brasilien ein Anteil von
knapp 10 Prozent (6 von 74 Millionen Tonnen) als "gentechnik-frei"
zertifiziert. Derzeit ist die angebotene Menge größer als die
Nachfrage in Europa.
Einheimische Alternativen zu den Sojaimporten?
Europa hat einen großen Teil seiner
Futtermittelerzeugung nach Nord- und Südamerika ausgelagert und
nimmt dort große Flächen in Anspruch. Umwelt-
und entwicklungspolitische Gruppen kritisieren diese Abhängigkeit
der europäischen Landwirtschaft von Sojaimporten - nicht nur weil so
gentechnisch veränderte Sojabohnen nach Europa kommen, sondern wegen
der oft wenig nachhaltigen Bedingungen, unter denen dort Sojabohnen
angebaut werden, etwa Monokulturen,
Waldrodungen oder Chemikalieneinsatz.
Es wird daher eine
"europäische Eiweißstrategie" gefordert. Doch ein Anbau
eiweißreicher Futterpflanzen in Europa, der auch nur ansatzweise die
Sojaimporte ersetzten könnte, ist schwierig.
Nach ersten Versuchen in den 1930er-Jahren
werden inzwischen vor allem in Süddeutschland wieder Sojabohnen
angebaut. Allerdings: Sojabohnen benötigen ein feucht-warmes Klima
wie es allenfalls in Südeuropa anzutreffen ist. Die Hauptanbauländer
Italien, Frankreich, Österreich, Rumänien und Ungarn ernten jährlich
knapp eine Million Tonnen Sojabohnen, gerade mal drei Prozent der
europäischen Einfuhren.
Als heimische eiweißreiche Futterpflanzen
kommen auch Süßlupinen, Ackerbohnen oder Futtererbsen in Frage. Doch: Ihr
Anbau ist in der Regel aufwändiger als bei Sojabohnen und ihr
Eiweißanteil geringer. Vor allem aber: Um die gesamten Sojabohnen zu
ersetzen, sind große Anbauflächen erforderlich. Allein in
Deutschland würden je nach Kulturart zusätzliche landwirtschaftliche
Flächen zwischen 3,5 und 7 Millionen Hektar benötigt, um vollständig
auf Sojaimporte verzichten zu können.
Mehr bei transGEN:
-
Lebensmittel
mit Zutaten aus Sojabohnen: Margarine, Öle, Lecithin,
Zusatzstoffe
-
transGEN-Datenbank: Sojabohnen
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Sojabohnen: Anbau in Europa? Europa erzeugt nicht
genug Futtermittel für seine Nutztiere. Vor allem
eiweißreiche Futtermittel fehlen - deswegen müssen jährlich
35 Millionen Tonnen Sojarohstoffe vorwiegend aus Nord- und
Südamerika importiert werden. Nun wollen Agrarpolitiker
diese "Eiweißlücke" schließen Doch wie? Sojabohnen
benötigen ein feucht-warmes Klima. Inzwischen arbeiten die
Züchter an neuen Sorten, die besser an das
trockene und kühlere Mitteleuropa angepasst sind.
Durchaus mit Erfolg: In den letzten Jahren haben hier die Sojaflächen zugenommen,
2010 waren es in Österreich 35.000, in Deutschland 5.000
Hektar. Doch um die Sojaimporte vollständig zu ersetzen,
wären allein in Deutschland 1,5 bis 2 Millionen Hektar nötig.
Foto: Feld mit Sojabohnen bei Breisach (Oberrhein) |
- Futter für Europas Nutztiere: In der
Regel mit gentechnisch veränderten Sojabohnen
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Gv-Sojabohnen haben sich weltweit durchgesetzt: Auf
sie entfallen drei Viertel der Welt-Sojaerzeugung. Anfangs
waren ausschließlich gv-Sorten mit Herbizidresistenzen auf
dem Markt. Inzwischen sind in Nordamerika auch Sojabohnen
mit veränderter Fettsäurezusammensetzung erhältlich. |
- Gv-Soja:
Anbauflächen weltweit
- Sojarohstoffe: Über 70 Prozent mit
Gentechnik
- Omega-3-Fettsäuren: Sojabohnen statt
Fischöl
- transGEN-Datenbank: Sojabohnen
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Lebensmittel mit sojahaltigen Zutaten. transGEN-Datenbank
Lebensmittel: Sojasoße, Margarine, Mayonnaise,
Schokoriegel |
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