Ein wassereffizienter Mais für Afrika
Afrika ist besonders betroffen von
zunehmender Trockenheit. Die Hungersnot in Ostafrika 2011 hat
gezeigt, was passiert, wenn die Ernten infolge langer
Dürreperioden ausfallen. Mais ist in der Region
Grundnahrungsmittel für Millionen von Menschen. In den
internationalen Zentren der Agrarforschung wird intensiv an
Maissorten gearbeitet, die weniger Wasser benötigen und dadurch die
Ernährungssituation deutlich verbessern könnten.
|

Das WEMA-Projekt: Wasser-effizienter Mais für
Afrika. Erste Freilandtests in Uganda, Kenia und
Südafrika. Beteiligt sind nationale und internationale
Einrichtungen der Agrarforschung, Stiftungen sowie
Unternehmen.


Dürretoleranter Mais. Im Rahmen eines
Kooperationsprojektes nationaler und internationaler
Agrarforschungseinrichtungen wurden mehr als 50 an
regionale Bedingungen angepasste Maissorten
gezüchtet, die bei Dürre deutlich höhere Erträge
liefern als herkömmlicher Mais.
Fotos: Anne Wangalachi/CIMMYT |
|
Für mehr als 300 Millionen Menschen in Afrika
ist Mais Grundnahrungsmittel. Da es kaum Bewässerung gibt, sind die
Bauern ausschließlich auf Niederschläge angewiesen, damit die
Maispflanzen die für ihr Wachstum notwendige Feuchtigkeit erhalten.
Trockentolerante Sorten sind - falls überhaupt erhältlich - nicht zu
bezahlen.
Bleibt der Regen über längere Zeit aus, kann
das dramatische Folgen haben. 12,5 Millionen Menschen hungerten, als
die Länder am Horn von Afrika 2011 unter der größten Dürre seit 60 Jahren
litten.
Schon länger gibt es mehrere Projekte an den
nationalen und internationalen Zentren der Agrarforschung mit dem
Ziel, die
Wassereffizienz der in Afrika angebauten Maissorten zu verbessern.
Einige dieser Projekte werden von Stiftungen aus den
Industrieländern und Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit
unterstützt. Neue Maissorten, die Dürre besser und ohne
drastische Ertragsrückgänge überstehen, könnten die
Ernährungssicherheit in der Region deutlich verbessern. Dafür werden konventionelle, molekularbiologische und
gentechnische Züchtungsverfahren genutzt.
Am International Maize and Wheat
Improvement Center (CIMMYT) wurden 34 trockentolerante
Maisvarianten (DTMA) für den Anbau in Afrika entwickelt. Die Sorten
gingen aus Kreuzungen mit Linien mit guten trockentoleranten
Eigenschaften hervor. Die neuen Sorten sind produktiv,
nährstoffreich und wachsen gut unter afrikanischen Bedingungen. Sie
liefern sowohl bei normalen Niederschlägen wie bei "moderater"
Trockenheit gute Erträge. |
Seit 2007 wurde DTMA-Saatgut in 13
afrikanischen Ländern - Äthiopien, Angola, Benin, Ghana, Kenia,
Malawi, Mali, Mozambique, Nigeria, Tansania, Uganda, Sambia und
Zimbabwe - an zwei Millionen Kleinbauern verteilt.
Noch etwas ehrgeiziger sind die Ziele des Projekts
Water efficient maize for
Africa (WEMA). Für die Entwicklung von Maissorten mit
einer höheren Wassereffizienz haben die Agro-Unternehmen Monsano und
BASF Genkonstrukte mit "Trockentoleranzgenen" zur Verfügung
gestellt.
An dem Projekt sind die staatlichen Agrarforschungsinstitute in Tansania, Kenia, Uganda, Mozambique und Südafrika, das
internationale Mais- und Weizenforschungsinstitut CIMMYT sowie Monsanto
beteiligt. Landwirte, lokale Saatgutfirmen und die staatlichen
Agrarforschungsinstitute werden die neuen Sorten vor Ort testen. In
Uganda, Südafrika und Kenia finden bereits erste Feldversuche statt.
Die neuen Maissorten sollen lizenzfrei an die Landwirte abgegeben
werden und ab 2017 erhältlich sein.
Auch beim WEMA-Projekt kommen sowohl
konventionelle als auch gentechnische Züchtungsmethoden zum Einsatz.
Es wird von der African Agricultural Technology Foundation (AATF)
organisiert und - wie auch das DMTA-Projekt - von der Bill & Melinda Gates Foundation und der Buffett
Foundation finanziert.
Mehr bei transGEN:
- Ein anspruchsvolles Züchtungsziel: Die wassereffiziente
Nutzpflanze
- Wie sich Pflanzen gegen Trockenheit
schützen: Neue Konzepte gegen Dürren
- USA: Trockentoleranter Mais vor der
Markteinführung
|