|
Immer zwanzig in einer Reihe, auf
zwanzig Messpunkte verteilt: Die Maispflanzen sind mit roter
Farbe markiert, aber dennoch ist es nicht einfach, sie auf
dem knapp 30 Hektar großen Feld zwischen Millionen von
Maispflanzen zu finden.
Seitdem die Entwicklung der Blütenanlagen
begonnen hat, besucht Klaus Brinkmann* alle zwei bis drei Tage das
Maisfeld unweit der Saale. Nach einem durchdachten Plan hat er die
Reihen mit den markierten Pflanzen über das Feld verteilt: Einige
liegen auf der Kernparzelle mit Bt-Mais, andere auf den angrenzenden
Flächen mit konventionellem Mais.
Pflanzen finden
Nach Himmelsrichtung orientieren, ein Blick
auf den Plan, Reihen zählen, hin und wieder eine Markierung mitten
im Feld - routiniert findet Klaus Brinkmann die Maispflanzen mit dem
roten Punkt. Nun wird der Entwicklungszustand ihrer Blütenanlagen
einer genauen Bonitur unterzogen.
Er schätzt die männliche und weibliche Blüte
ein und notiert für jede der 400 markierten Pflanzen zwei
Kennziffern, die jeweils den Entwicklungsstand präzise beschreiben.
Eine Auskreuzung von Pollen aus Bt-Mais auf
konventionelle Pflanzen ist nur möglich, wenn zur Zeit der
Pollenschüttung der Bt-Pflanzen die weiblichen Blütenstände der
konventionellen Pflanzen befruchtungsbereit sind.
Ob sich bei den Pflanzen eines Feldes beide
Perioden überschneiden und es damit überhaupt zu Befruchtungen des
konventionellen Maises mit Bt-Pollen kommen kann - das
festzustellen, ist der Zweck der Blühzeitbonitur.
Früh- und Spätentwickler
Die Unterschiede zwischen einzelnen
Maispflanzen sind erstaunlich groß: Es kommt vor, dass die Rispe
(männliche Blütenanlage) noch von schützenden Blättern umhüllt ist.
Bei der Pflanze daneben ist die Blüte voll entwickelt, alle
Rispenäste sind entfaltet und die Staubblätter sind ausgetreten.
Jede Bewegung löst eine Pollenwolke aus.
Bei den meisten Pflanzen sind die Narbenfäden
an den Kolbenanlagen (weibliche Blüten) ausgebildet: Sie sind
feucht-klebrig, um den Pollen einzufangen. Vereinzelt beginnen die
Fäden einzutrocknen. Dann ist die Blüte zu Ende und keine
Befruchtung mehr möglich. Einzelne Maispflanzen schieben jedoch
gerade erst die Kolbenanlage aus der Blattscheide. Bei ihnen kann es
noch eine Woche dauern, bis die Narbenfäden vollständig entwickelt
sind.
|