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Transgene Tiere in der Landwirtschaft
Keine Anwendung in der Praxis
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Transgene Nutztiere finden in der
Landwirtschaft bislang keine praktische Anwendung. Häufig ist es
schwierig, wirtschaftliche interessante Gene zu finden, die in das
Genom der Tiere eingeführt werden können. Die Entwicklung von die
Umwelt schonenden Schweinen ist am weitesten fortgeschritten.
Möglicherweise könnten transgene Schweine, deren Ausscheidungen
weniger phosphatbelastet sind, in einigen Jahren in Kanada und den
USA auf den Markt kommen.
Die Züchtung von landwirtschaftlichen
Nutztieren hat sich sehr gewandelt. Fortpflanzungstechnologien wie
künstliche Besamung und Befruchtung gehören inzwischen zum Alltag
der Erzeuger. Auch die
Gendiagnostik wird häufig genutzt, um die Selektion für
die Weiterzucht zu verfeinern. Dazu testet man die Tiere mithilfe
von DNA-Sonden auf bestimmte Gene, um gezielt nach gewünschten und
unerwünschten Eigenschaften wie auch Erbkrankheiten auszuwählen.
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Einfach riesig:
Das
Beltsville-Schwein.

Durch Einführung fremder Gene sollen Schafe mehr
Wolle von hoher Qualität produzieren.
Foto: Roslin Institut Edinburgh

Die intensive Schweinehaltung führt oft zu einer
erhöhten Krankheitsanfälligkeit. Daher sind gesunde,
robuste Tiere ein wichtiges Ziel der Gentechnik.
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Durch die Einführung
artfremder Erbinformation lassen sich die Nutztiere noch gezielter
modulieren. Die Ziele der Gentechnik ähneln dabei der traditionellen Züchtung: So
soll etwa die Leistung gesteigert, die Qualität der
landwirtschaftlichen Produkte verbessert und die Anfälligkeit für
Krankheiten verringert werden. Die wichtigsten Ansätze der Forschung
werden im Folgenden erörtert.
1. Steigerung der Produktivität
Die Produktivität eines Tieres
lässt sich steigern, in dem man arteigene oder artfremde Gene für
bestimmte Hormone einführt. Ziel ist dabei, das Wachstum zu
beschleunigen und die Zeit bis zur Schlachtreife zu verringern.
Ein bekanntes Beispiel sind die "Beltsville-Schweine". Sie wuchsen
durch ein zusätzliches Wachstumshormon-Gen um 14 Prozent
schneller als ihre Artgenossen. Die Tiere waren aber auch anfälliger
für Stress sowie Nierenleiden, Magengeschwüre und Arthritis.
Vermutlich lief die Umschreibung des Erbguts in Eiweiße nicht
kontrolliert ab. Mit geeigneten Promotoren versucht man, das Problem
nun zu lösen.
In Australien und Neuseeland hat
der Export von Wolle für die Wirtschaft eine große Bedeutung. Würden
die Schafe mehr Wolle bilden, wäre der Kostenaufwand für die Schur
deutlich geringer. Die konventionelle Züchtung hat schon viel
erreicht. Die Produktion könnte jedoch zusätzlich verbessert werden,
in dem man Gene in das Schafgenom einfügt, deren Produkte für eine
gesteigerte Bildung von Cystein sorgen. Diese Aminosäure ist
Hauptbestandteil von Keratin, dem wichtigsten Eiweiß der Wollfasern.
Da das Schaf Cystein hauptsächlich über die Nahrung aufnimmt, ist
diese Aminosäure der limitierende Faktor für die Wollproduktion.
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2. Veränderung der Eigenschaften tierischer Produkte
Die Qualität von tierischen
Produkten wie Fleisch, Milch, Eier und Wolle soll mithilfe der
Gentechnik verbessert werden. Das bevorzugte Forschungsobjekt ist
dabei die Kuhmilch. Ziel ist etwa eine fettarme und besonders
nährstoffreiche oder auch laktosearme Milch, von der Menschen mit
einer Unverträglichkeit für Milchzucker profitieren würden. Zudem
versuchen Gentechniker, den Gehalt an bestimmten Proteinen, den
Kaseinen, zu erhöhen, um die Käseherstellung zu vereinfachen.
Auch
an mit Omega-3-Fettsäuren angereichertem Schweinefleisch wird
intensiv geforscht. Zudem möchten Wissenschaftler die für den unerwünschten
Ebergeruch verantwortlichen Gene ausschalten. Dann wäre das
Kastrieren der Ferkel nicht mehr notwendig.
3. Verminderung der Krankheitsanfälligkeit
Die intensive Haltung von Nutztieren führt
vielfach zu einer erhöhten Empfindlichkeit für Stress und
Krankheiten. Daher werden die Tiere oft mit Arzneimitteln behandelt,
was mit
hohen Kosten verbunden ist.
Die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten ist von Tier zu Tier
unterschiedlich. Die Forscher suchen nach Genen, die diese
Eigenschaft vermitteln, isolieren sie und statten die Nutztiere
damit aus. Man kann auch auf gentechnischem Weg immunisieren. Dazu
überträgt man die Erbinformation für Antikörper, die den jeweiligen
Krankheitserreger angreifen.
Bei Rindern wird beispielsweise versucht, gegen Mastitis
unempfindliche
Tiere zu entwickeln. Mastitis ist eine weit verbreitete Entzündung
des Euters, die durch Bakterien verursacht wird und zu erheblichen
Verlusten in der Milchproduktion führen kann. Die transgenen Kühe
bilden ein Protein in der Milch, das den Erreger vernichtet.
4. Verbesserter Aufschluss des Futters
In den USA könnte man jährlich eine Milliarde
US-Dollar an Futterkosten sparen, wenn alle Schweine ihr Futter um
zwanzig Prozent besser ausnutzen würden. So versorgen Landwirte ihre
Schweine zusätzlich mit Phosphor, da sie den Nährstoff nicht
ausreichend aus der Nahrung beziehen können. Mithilfe der Gentechnik wird das Gen für Phytase
übertragen – das Enzym, das Phosphorverbindungen abbaut. Ganz
nebenbei hat die Entwicklung auch Vorteile für die Umwelt, da sich
die Phosphatbelastung durch Schweinemist deutlich reduziert.
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Lebensmittel, Gentechnik, Kennzeichnung:
Produktbeispiele in der Übersicht |
Weitere Informationen
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Transgenic farm animals: an update (erschienen in
Reproduction, Fertility and Development, 2007) |
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