Mais, Trockenheit 2

Anbau in den USA : Ein Mais für trockene Zeiten

Die erste trockentolerante gentechnisch veränderte Nutzpflanze, die kommerziell genutzt wird, ist eine Maissorte, die von den Unternehmen Monsanto und BASF entwickelt wurde. Nachdem dieser MON87460-Mais (Markenname: DroughtGard) Ende 2011 in den USA ohne Einschränkungen zugelassen wurde, bauten ihn zunächst etwa 250 Landwirte in den USA probeweise an. Seit 2013 ist das Saatgut in den besonders unter Hitze leidenden US-Bundesstaaten auf dem Markt. 2016 wurde es bereits auf einer Fläche von knapp 1,2 Millionen Hektar ausgebracht. In der EU ist MON87460 seit April 2015 für den Import zugelassen.

Mais, Trockenheit

Maisfeld in Indiana während der Dürrekatastrophe 2012. In den USA ist Dürre ein zunehmendes Problem in der Landwirtschaft. Jährlich sollen dadurch Schäden in Höhe von 5 Milliarden Dollar verursacht werden.

Mais, Trockenheit

Bessere Erträge bei Trockenheit? Feldversuche mit trockentolerantem DroughtGard -Mais 2012 in Texas.

Foto: Monsanto

Großes Foto oben: Mais in Texas während der Dürre 2011; Jay Janner /Statesman

Seine Fähigkeit, Dürreperioden ohne große Ernteverluste zu überstehen, verdankt der neue Mais einem zusätzlich eingeführten Gen. Es wurde in Bakterien (Bacillus subtilis) gefunden und sorgt für die Bildung des „Kälte-Schock-Proteins B“ (cspB, Cold shock protein B), das in Stresssituationen wie Wassermangel dazu beiträgt, wichtige Zellfunktionen aufrechtzuerhalten.

Der trockentolerante Mais MON87460 ist das erste marktreife Produkt, das aus der Zusammenarbeit von Monsanto und BASF hervorging. 2007 hatten die beiden Konzerne vereinbart, ihre jeweiligen Aktivitäten bei der Erforschung von Trocken- und Stresstoleranz in eine gemeinsame Plattform einzubringen. Insgesamt sollte eine Summe von 1,2 Milliarden Euro investiert werden, um bei den Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle neue trockentolerante Sorten zu entwickeln.

Gerade bei Mais hängen die Erträge stark vom Wasser ab. Ursprünglich eine Pflanze der Tropen, benötigt Mais neben frostfreien Temperaturen während der Keimzeit ausreichend Wasser und Nährstoffe. Ein wirtschaftlich lohnender Maisanbau erfordert nicht nur einen erheblichen Aufwand bei Düngung und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sondern in vielen Regionen auch die Bewässerung des Ackerlandes.

Vor allem im mittleren Westen der USA führen Trockenperioden immer wieder zu erheblichen Ertragseinbußen. Allein bei 40 Prozent der in Nordamerika von den Versicherungsgesellschaften beglichenen Ernteausfällen ist Trockenheit die Ursache. Als Folge der Dürrekatastrophe 2012 gingen in den USA die Maiserträge nach offiziellen Angaben um 17 Prozent zurück. Eine Fläche so groß wie Belgien und Luxemburg wurde vernichtet.

Weltweit gehen infolge von Dürre und Wassermangel jährlich 15 Prozent der Maisernte verloren, bei lang anhaltender Trockenheit deutlich mehr.

MON87640-Mais: Zulassung in den USA

Der Zulassungsantrag für USA wurde 2009 eingereicht.

Im Mai 2011 veröffentlichte die amerikanische Landwirtschaftsbehörde USDA das Ergebnis der Umweltabschätzung: Der trockentolerante gv-Mais MON87460 verhalte sich in der Umwelt ähnlich wie konventionelle Maissorten. Negative Auswirkungen auf die allgemeine Pflanzengesundheit seien nicht zu erwarten. Zudem könne durch geeignete Maßnahmen das Risiko minimiert werden, dass sich der neue, besser an Dürreperioden angepasste Mais außerhalb der landwirtschaftlichen Flächen etabliert.

Die US-Behörden haben den Anbau von MON87640-Mais am 27. Dezember 2011 zugelassen.

Im April 2015 hat die EU-Kommission auch die Einfuhr in die EU erlaubt.

Der neue trockentolerante MON87460-Mais wurde über einige Jahre in Freilandversuchen getestet. Nach Angaben der Unternehmen lieferte er bei „moderater Trockenheit“ ohne zusätzliche Bewässerung Erträge, die zwischen sechs und zehn Prozent höher waren als die konventioneller Maissorten am gleichen Standort.

Feldversuche, die von der Landwirtschaftsbehörde USDA durchgeführt wurden, bestätigten diese Ergebnisse allerdings nicht. Danach bewegen sich die Erträge des trockentoleranten Maises im Bereich konventioneller Sorten, wie sie speziell für wasserarme Regionen gezüchtet werden. Allerdings konnte auf Feldern mit MON87460-Mais ganz oder teilweise auf eine künstliche Bewässerung verzichtet werden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine im Frühjahr 2012 veröffentlichte Studie der Union of Concerned Scientists.

2012 wurde der MON87460-Mais (Markenname DroughtGard) noch nicht frei verkauft, sondern zunächst von etwa 250 Farmern unter kontrollierten Bedingungen angebaut. Die Erträge sollen etwa fünf Prozent über denen vergleichbarer konventioneller Sorten gelegen haben. Im oft unter Hitze leidenden Corn Belt ist DroughtGard- Saatgut seit 2013 im Agrarhandel zu kaufen. Nach 50.000 Hektar im ersten Jahr sind die Anbauflächen 2015 auf 810.000 Hektar gestiegen. 2016 wurde der gv-Mais in 23 US-Staaten auf etwa 1,2 Millionen Hektar ausgebracht, eine weitere Steigerung um 45 Prozent gegenüber 2015.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schloss im Oktober 2012 die Sicherheitsüberprüfung des DroughtGard-Maises (MON87460) ab. Im April 2015 wurde er in der EU für den Import als Lebens- und Futtermittel zugelassen.