Da muss ich Jochen B. aber widersprechen. Der Satz von Frau Höfgen „Wir wissen, dass das Pflanzgut bei Kartoffeln im Gegensatz zu den Aussagen der Wirtschaft nicht durch Frost abgetötet wird.“ Ist eindeutig falsch. Keine Kartoffelknolle verträgt auf Dauer Temperaturen, die tiefer als – 3 °C liegen. Dazu gibt es systematische Untersuchungen und Zusammenstellungen. Siehe z.B. hier ab Seite 20:
http://www.zalf.de/home_zalf/download/d ... 342pmo.pdf. (hier findert man auch die Auswertung von Literaturdaten zur Frostempfinlichkeit von Kulturkartoffeln und verwandten Wildformen). Übrigens ist das ein Ergebnis der ökologischen Begleitforschung zum Anbau von GVP – als das noch möglich war. Aber solche Ergebnisse werden ja durch Höfken & Co. systematisch ausgeblendet. Aber „wir wissen …“ !
Die Frage in diesem Zusammenhang ist, ob der Frost in den Boden eindringt. In diesem Jahr war es zumindest für Ostdeutschland der Fall: Frosttiefe 30 – 50 cm. Selbst beobachtetes Fazit: Nicht eine einzige nachaufgelaufende Kartoffelpflanze. Im letzten Jahr war es aufgrund der Schneebedeckung völlig anders.
Aber diese Betrachtung ändert nichts an der Qualifizierung der Aussage von Frau Höfgen als Falschaussage. Und diese Eigenschaft trifft im Übrigen auf Amflora zu als auch auf alle konventionellen Kartoffelsorten. Diese Tatsache eignet sich folglich nicht dazu, die Amflora als was besonderes erscheinen zu lassen, nur weil sie ein GVP ist. Neben der Falschaussage muss man also auch noch versuchte Täuschung attestieren. Aber das Thema hatten wir ja bereits beim Des“Informationsdienst“.
Übrigens werden alle gentechnisch veränderten Kartoffeln vor Zulassung einem solchen Frosttest unterworfen. Zudem könnte ich mir eine bessere Frosttoleranz durchaus als Zuchtziel vorstellen, um Spätfrösten im Frühjahr besser zu begegnen.
Auch die übrigen Aussagen von Frau Höfken, besonders zu den Mäusen sind als unterirdische Argumente einzustufen. Platter geht’s nimmer. Aber das sind wir ja von einigen Volksvertretern gewöhnt. Und das von einer studierten Landwirtin ! Aber wahrscheinlich hat sie das Fach „Romantistik“ zu sehr in Anspruch genommen. Leider werden solche Äußerungen gern durch die Medien wiedergegeben, passen sie doch in das Schubkastendenken der meisten Mitbürger : GV-Pflanzen und -Lebensmittel = igittigitt.
Torben Hoffmeister