Zu der Mär von den angeblichen Problemen mit „Superunkräutern“ hat Herr Szibor sich schon treffend geäußert. Es sind ausschließlich Probleme der so gern angefeindeten industriellen Landwirtschaft. Die Gegner müssten sich also die Fäuste reiben, anstatt so drastisch zu polemisieren.
Ich beschäftige mich mal mit dem Wahrheitsgehalt einer anderen Behauptung:
„Wie das Portal weiter berichtet, sei klar, dass der Anbau der Gentechnik-Pflanzen zu einem drastischen Anstieg des Herbizideinsatzes… führt.“
Um sich zu diesem Thema ein unabhängiges Bild zu verschaffen, reicht es eben nicht aus, Texte einer sich eindeutig gegen Gentechnik aussprechenden Quelle hier einzukopieren. Das Bild ist wesentlich differenzierter, wenn nicht gar falsch dargestellt. Ich empfehle folgende Quelle:
http://ageconsearch.umn.edu/bitstream/4 ... l%2019.pdfAus der Abbildung 5 geht hervor, dass trotz Anstiegs des Anbaus von Herbizid-toleranten Pflanzen in den USA zischen 1998 und 2007 von ca. 10 % auf über 50 % die eingesetzten Glyphosatmengen moderat stiegen (von 0,1 auf 0,6 pounds per acre, was auch nicht verwunderlich ist, handelte es sich doch um Glyphosat – tolerante Pflanzen), dafür aber der Einsatz anderer Herbizide auch deutlich zurückging (von 2,6 auf 1,6 pounds per acre). Wenn ich jetzt so plump argumentieren würde wie die oben zitierte Quelle, könnte ich eine Rechnung aufmachen: - 1 pound gegen + 0,5 pound, also eine deutliche Einsparung. Das geht aber ehrlicherweise nicht, weil man Äpfel mit Birnen vergleicht, denn die Wirkstoffmengen sind bei den verschiedenen Herbizidformulierungen sehr verschieden.
Und was schreiben die Autoren noch ? „In recent years, we have witnessed a significant trend toward replacing relatively hazardous active ingredients with less hazardous ones.“
Aus der Statistik der US-Landwirtschafts- und Umweltbehörde geht also eindeutig hervor, dass die pauschale Aussage, es würden mit dem Einsatz von HT-Pflanzen immer mehr und gefährlichere Herbizide eingesetzt, einfach nicht stimmt. Das mag in anderen Ländern mit weniger hoch entwickelter Landwirtschaft und ohne konsequente Auslegung sog. stewardship – Programme anders aussehen, aber in der vom Entwicklungsstand mit Europa eher vergleichbaren US-Landwirtschaft sind solche Parolen nicht haltbar.
Und was meint die EFSA zum speziellen Fall 2,4-D: „Based on the above calculations, EFSA concludes that the uses of 2,4-D on crops fully supported by data (footnote a in Table 4-1), are acceptable with regard to consumer exposure. For all remaining crops, major uncertainties remain due to the data gaps identified in section 3, but considering tentative MRLs or the existing EU MRLs in the exposure, calculation did not indicate a risk to consumers.“
http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/doc/2431.pdf„2,4-D was demonstrated to decline rapidly in soil. Further investigation of residues in rotational crops is therefore not required and relevant residues in these crops are not expected.“
Schweden, Norwegen und Dänemark mögen ihre Gründe für die Nichtzulassung haben (vielleicht die data gaps bei bestimmtgen Kulturen ?), aber von einer Gefährdung der Bevölkerung oder der Umwelt kann bei sachgemäßer Anwendung keine Rede sein. In Deutschland sind nach BVL-Datenbank 78 Präparate mit 2,4-D zugelassen, insbesondere für den Gartenbereich.