Dieser Bericht ist schon lesenswert, vor allem wenn man ihn mit anderen Informationen vergleicht. 148 Millionen Hektar – eine stolze Zahl. Interessant vor allem, wenn man ein bißchen in die Details geht. So z.B. in die Ländertabelle auf Seite 3 (der pdf-Version). Da findet man im unteren Teil die Länder Nummer 18 bis 29 mit jeweils < 0,1 Mio ha. Das kann natürlich ein etwas schiefes Bild geben, vor allem wenn man sich das zuletzt genannte Land anschaut, unser schönes Germany. Die < 0,1 Mio ha waren in der Tat ganze 15 Hektar Amflora-Kartoffeln im mecklenburgischen Zepkow. Und viel besser war es nicht mit Schweden mit 80 ha. Auf der Grafik Seite 4 „Global Map of Biotech Crop Countries and Mega-Countries in 2010“ werden aus den < 0,1 Millionen ha dann immerhin < 0,05 Millionen, das kommt also den Fakten schon etwas näher. Und dieser Näherungswert gilt auch für alle anderen Länder ab der Nummer 18.
Ich habe mal versucht, unsere 15 ha mit der Gesamtzahl von 148 Millionen in Relation zu setzen: die machen also – immer unter der Voraussetzung dass ich mich nicht mit den Nullen vertan habe – etwa ein zehnmillionstel Teil der Gesamtfläche aus. Ein Analytiker würde das wohl mit 100 ppb ausdrücken, oder? Und von der stolzen Zahl von 15,4 Millionen Landwirten, die weltweit transgen Pflanzen auf ihren Äckern stehen hatten, war gerade mal EINER in Deutschland, eben der in Zepkow. Toll, wie unser Land mal wieder da steht! Wollten wir nicht gerne an der Spitze des Fortschritts stehen?
Was mich ein bißchen stutzig gemacht hat, waren die Angaben über Pakistan und Myanmar (Burma): Die Baumwollfläche für Pakistan wird in der FAO-Statistik mit 3,1 Millionen Hektar angegeben, davon sollen jetzt 2,4 Millionen transgene Sorten sein, das wären 77 %. Und für Burma beträgt die gesamte Fläche 300.000 ha, und auf 300.000 ha sollen transgene Sorten stehen, also auf Anhieb 100 %. Beide Länder waren in früheren Berichten nicht genannt. Lagen da keine Informationen vor? Im Text des umfangreichen Berichtes konnte ich dazu nichts finden.
Für China ist eine Fläche von 3,5 Mio. ha angegeben für Baumwolle und eine Reihe kleiner Kulturen, im Jahr vorher waren es 3,7 Mio. ha, im Jahr 2008 3,8 Mio., 2007 ebenfalls 3,8 Mio. und 2006 3,5 Mio. ha. Da nahm die Fläche also über mehrere Jahre nicht mehr zu, sondern stagnierte. Das wird im ISAAA-Bericht nicht kommentiert. Dafür fand ich nach einigem Suchen eine einfache Erklärung: Rund ein Drittel der Baumwollfläche Chinas findet sich im Nordwesten in der Provinz Xinjiang. In der Arbeit “Regional shifts in china’s cotton production and use” (
http://www.ers.usda.gov/Briefing/Cotton ... cotton.pdf) ist auch angegeben, welche wichtigen Schädlinge in den einzelnen Regionen vorkommen, im Nordwesten eben kein Bollworm. Also benötigt man dort keine Bt-Sorten.