Jedes Jahr untersuchen die Behörden vor der jeweiligen
Aussaat mehrere Hundert Saatgutproben auf Spuren von
gentechnisch veränderten Pflanzen. Aktuell bei Mais: Nur in
wenigen Proben waren GVO-Spuren nachweisbar. Die betroffenen
Partien wurden nicht ausgeliefert.
Pflanzenforschung in Deutschland -
vor allem wenn dabei gentechnische Verfahren genutzt werden -
beschränkt sich auf Labore und Gewächshäuser. 2013 wird es
wohl zum ersten Mal seit vielen Jahren keine
Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen
geben. Auch deren Anbau bleibt weiterhin nicht erlaubt.
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen:
Gespaltene Welt
Weltweit nimmt der Anbau gentechnisch
veränderter Pflanzen immer noch zu. 2012 sind die Flächen
noch einmal um 6 Prozent auf nun 170 Millionen Hektar
gestiegen. Europa dagegen bleibt
skeptisch - mit einer Ausnahme: In Spanien stehen auf 30
Prozent der Maisflächen gv-Sorten.
Gekennzeichnete Produkte gibt es in
Deutschland nicht. Dennoch: Unsere Lebensmittel sind nicht
absolut "gentechnik-frei". Die Anwendungen der Gentechnik
bleiben jedoch unterhalb der Kennzeichnungsschwelle.
Viele sorgen sich um "Gentechnik in
unseren Lebensmitteln". Gemeint sind meist gentechnisch
veränderte Pflanzen. Dass Gentechnik vor allem bei der
Herstellung von Zusatzstoffen, Vitaminen und Enzyme
verbreitet ist, weiß kaum jemand. Und es muss ja auch nicht
gekennzeichnet werden.
Jetzt gibt es auch schon Bier mit dem "ohne
Gentechnik"-Label. Doch wie unterscheidet sich
solches Bier von normalem? Gar nicht. Bei nach
deutschem Reinheitsgebot gebrautem Bier sind die
erlaubten Zutaten alle "ohne Gentechnik": Gerste,
Hopfen, Hefe. Enzyme dürfen generell nicht
verwendet, gleich ob gentechnisch hergestellt oder
nicht.
Zitronen: Citrus Greening - eine Krankheit
bedroht den Orangen- und Zitronenanbau in den USA.
Auslöser sind Bakterien, die Ende der 1990er Jahre
eingeschleppt wurden. Nun wird mit Hochdruck an
neuen Resistenzkonzepten gearbeitet.
Biotreibstoffe: In Brasilien wird daran
gearbeitet, den Zuckergehalt in Zuckerrohr zu
steigern. Ziel: Eine höhere Ausbeute bei der
Gewinnung von Biotreibstoffen.
Cassava Plus: Für 250 Millionen Menschen in
Afrika ist Cassava die Haupt-Nahrungsquelle. Doch
den Knollen fehlen einige wichtige Nährstoffe. Nun
wird daran gearbeitet, den Vitamin A-Gehalt in
Cassava zu steigern. Inzwischen gibt es erste
Erfolge
Goldener Reis: Gegen den versteckten Hunger. Zu wenig
Vitamin A in der täglichen Nahrung verursacht Krankheiten in
vielen Regionen der Welt. Können angereicherte Pflanzen eine
Lösung sein? Peter Beyer (Universität Freiburg) ist einer
der "Erfinder" des Goldenen Reises.
Bt-Mais und Bienen: die
Ergebnisse. Drei Jahre haben Wissenschaftler der
Universität Würzburg im Freiland und im Labor untersucht, ob
und wie sich gentechnisch veränderter Bt-Mais auf
Honigbienen auswirkt. Stephan Härtel stellt die Ergebnisse
vor.
Workshop "We seed the world" an der evangelischen
Akademie Tutzing. So interessant, lebhaft und offen
können Diskussionen über Projekte der Pflanzenforschung (mit
und ohne Gentechnik) sein. Und eine ethische Beurteilung
auch. (Februar 2013,
pflanzen-forschung-ethik.de)
Niederschläge, landwirtschaftliche Flächen und
Bevölkerungsentwicklung sind global ungleich verteilt.
In China und Nordafrika müssen etwa auf einer
vergleichsweise kleinen verfügbaren Fläche und mit wenig
Niederschlag eine große Zahl an Menschen ernährt werden.