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Tierfutter: Ganz viel „mit Gentechnik“

Kühe, Schweine und Hühner erhalten in der Regel Futter, das zumindest teilweise aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie Soja oder Mais gewonnen wird. Zudem werden Zusatzstoffe und Enzyme in der Tiernahrung häufig mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Auf diese Weise kommen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Milch und Eier indirekt mit der Gentechnik in Kontakt.

Ohne die Einfuhr von Futtermitteln könnte Europa die Produktion tierischer Lebensmittel auf diesem hohen Niveau nicht halten. Importiert werden Soja, Mais, Raps- und Baumwollsaat, Weizen, Roggen und Hafer, aber auch Pressschnitzel aus Zuckerrüben.

Gentechnik-Anwendungen

Futtermittel aus gv-Pflanzen (Soja, Mais, Raps- und Baumwollsaat, Zuckerrübenschnitzel)

Futtermittelzusätze wie Vitamine, Aminosäuren und Enzyme, die mit gv-Mikroorganismen hergestellt wurden

Futtermittel müssen gekennzeichnet werden, wenn der Anteil an gentechnisch veränderten Organismen 0,9 Prozent überschreitet. Auch Futterzusätze sind auf der Verpackung zu deklarieren.

Jede Menge Soja. Da Soja einen hohen Eiweißgehalt hat, spielt es bei der Futtermittelerzeugung eine große Rolle. Sojaschrot ist das wichtigste Einzelfuttermittel der Europäischen Union und deckt etwa zwei Drittel des Gesamtverbrauchs an proteinhaltigen Futtermitteln. In Mischfutter, das zugekauft und nicht auf dem eigenen Hof erzeugt wird, ist meist Soja enthalten. In der Regel bestehen Standard-Sojarohstoffe, wie sie auf den internationalen Agrarmärkten gehandelt werden, zu einem überwiegenden Anteil aus gentechnisch veränderten Sojabohnen.

Wenig Einfuhren bei Mais. Bei Mais ist die Europäische Union überwiegend Selbstversorger. Ein großer Teil der europäischen Maisproduktion, ob Körner- oder Silomais, wird direkt als Tierfutter verwertet. Das trifft auch auf den gentechnisch veränderten Bt-Mais zu, der vor allem in Spanien auf den Feldern steht.

Zusätzlich werden aus den USA, Brasilien und Argentinien Mais sowie Maiskleber, der eiweißhaltige Teil des Maiskorns, importiert. In diesen Ländern wird großflächig gentechnisch veränderter Mais angebaut.

Futter aus Raps und Baumwolle. Raps wird nur in geringen Mengen in die EU eingeführt. Es handelt sich dabei um bereits verarbeitetes Rapsschrot, das für Futtermittel geeignet ist. Die Ware kann auch aus Kanada stammen, wo überwiegend gentechnisch veränderter Raps angebaut wird.

Bei der Gewinnung von Baumwollfasern werden die anfallenden Samen zu verschiedenen Futtermitteln und deren Zusätzen aufbereitet. Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang Nebenprodukte der Baumwollerzeugung als Futtermittel in die EU eingeführt werden. Gentechnisch veränderte Baumwolle wird in 15 Ländern angebaut, in den USA auf über 95 Prozent der Baumwollanbauflächen.

Zuckerrübenschnitzel. Bei der Herstellung von Rohzucker aus Zuckerrüben fallen Pressschnitzel und die sirupartige Melasse an, welche als Futtermittel verwertet werden. In den USA haben die Landwirte rund 95 Prozent der gesamten Anbaufläche mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben bestellt. Die Einfuhr von Futter- und Lebensmitteln aus diesen gv-Zuckerrüben in die EU ist seit Ende 2007 zugelassen.

Gentechnik bei Futtermittelzusätzen. Verschiedene, als Futtermittelzusätze verwendete Zusatzstoffe und Enzyme können mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen erzeugt werden, etwa

In der EU dürfen nur noch solche Zusatzstoffe in Futtermitteln verwendet werden, die zugelassen sind und einer wissenschaftlichen Sicherheitsbewertung unterzogen wurden. In Futtermitteln gelten Enzyme als Zusatzstoffe und sind auf der Verpackung zu kennzeichnen.