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Viel Stärke, wenig Lebensmittel: Bei Mais-Produkten ist die Gentechnik nicht ausgeschlossen

Mais ist in erster Linie Futterpflanze. Als Rohstoff für Lebensmittel hat er in Europa nur wenig Bedeutung - bis auf eine Ausnahme: Stärke. Sie ist Basis für zahlreiche Zutaten wie Traubenzucker und Glukosesirup. Wird Stärke aus Mais gewonnen, kann es sein, dass die Zutaten zu einem gewissen Anteil "gentechnisch verändert" sind. Das trifft auch zu auf maishaltige Import-Lebensmittel aus Nord- oder Südamerika, etwa Tortillas oder Maisbier.

In Europa gibt es nur wenige Nahrungsmittel, die unmittelbar aus MaisMais hergestellt werden. Beispiele sind Popcorn und CornflakesCornflakes, Zuckermais als Gemüse oder das aus den Samenkeimen gewonnene MaiskeimölMaiskeimöl. Aus Maisgrieß und Maismehl werden Maisfladen (Tortillas)Maisfladen (Tortillas), ErdnussflipsErdnussflips und andere BackwarenBackwaren hergestellt.


Süßmais in Dosen.
Ein gv-Mais ist in Europa zugelassen, aber nicht auf dem Markt.


Tortillas. Das traditionelle Maisgebäck aus Mittelamerika kann Anteile an gv-Mais enthalten, vor allem, wenn Produkte aus solchen Ländern importiert werden, in denen gv-Mais großflächig angebaut wird.


Erdnussflips werden auch aus Maismehl hergestellt. Bisher wird in Europa kaum gv-Mais angebaut.


Glukosesirup macht Bonbons, Backwaren und viele andere Lebensmittel süß. Er wird aus Stärke hergestellt - und die kommt meist aus Mais.
 

Mais ist vor allem ein wichtiger Stärkelieferant. Stärke ist neben verschiedenen industriellen Anwendungen auch ein Rohstoff für zahlreiche Lebensmittelzutaten, etwa

In Deutschland wird Stärke vor allem aus Kartoffeln erzeugt, doch in der gesamten EU liegt Mais (ca. 50 Prozent) als Stärkelieferant vor Kartoffeln und Weizen. In den USA wird Stärke überwiegend aus Mais erzeugt. Glukose- und Fruktosesirup haben dort herkömmlichen Zucker aus vielen Süßigkeiten und Softdrinks verdrängt.

Lebensmittelzutaten aus Mais oder Maisstärke können Anteile aus gentechnisch verändertem Mais enthalten - vor allem dann, wenn der Mais aus einer Region stammt, in der viel gentechnisch veränderter Mais angebaut wird.

Gv-Mais: Anbau in 11 Ländern

2010 wurde gentechnisch veränderter Mais weltweit in elf Ländern auf einer Fläche von rund 47 Millionen Hektar angebaut, knapp ein Drittel der Welterzeugung. Die bedeutendsten Anbauländer für gv-Mais sind die USA, Brasilien und Argentinien. Die EU deckt ihren Bedarf an Mais überwiegend aus eigenem Anbau. Bislang wird in der EU nur ein gentechnisch veränderter Mais (Bt‑MaisBt‑Mais MON810) angepflanzt. Der Anteil an der Gesamterzeugung beträgt nur ein Prozent. Er gelangt nicht direkt in die Lebensmittelkette, sondern wird als Futtermittel und zur Energiegewinnung verwertet.

EU: Einfuhr von Mais

In den Exportländern Argentinien, Brasilien und den USA wird großflächig gentechnisch veränderter Mais angebaut. Im Jahr 2009/2010 hat die Europäische Union aus diesen Ländern knapp 3 Millionen Tonnen Maiskörner, Maiskleber und Maiskeimschrot eingeführt, die in der Regel als Futtermittel verwendet werden.

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Lebensmittel mit maishaltigen Zutaten.

transGEN-Datenbank Lebensmittel: Süßmais, Tacos, Erdnussflipps, Schokoriegel

Info+
Gentechnisch veränderter Mais: Globale Anbauflächen, Verwendung als Lebens- und Futtermittel
12. Mai 2011 [nach oben springen]

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