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Vitamine, Zusatzstoffe: Oft mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert

Eine Reihe von Zusatzstoffen werden heute mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen. Welche das im Einzelnen sind und in welchen Lebensmitteln sie verwendet werden, ist beim Einkauf nicht zu erkennen. Denn für solche "gentechnisch hergestellten" Zusatzstoffe gibt es keine Kennzeichnungspflicht.

Wenn Bakterien, Hefen oder Pilze von Natur aus nützliche Substanzen wie Vitamine oder Aminosäuren bilden, können sie mit gentechnischen Verfahren "umgebaut" werden. Dadurch lässt sich die Ausbeute drastisch steigern. Mit einer gentechnischen Optimierung der Mikroorganismen sind biotechnische Verfahren konkurrenzfähig geworden und haben vielfach die chemisch-synthetische Herstellung verdrängt.


Luftige Brötchen. Cystein (E 920) ist häufig in Backgrundstoffen für Brot, Brötchen und Backwaren enthalten.


Oft in Knabbergebäck: Geschmacksverstärker Glutamat (E 621) - möglicherweise mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt.

"Gentechnisch hergestellte" Zusatzstoffe

AminosäurenAminosäuren werden häufig mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen. Sie finden überwiegend als Futtermittelzusätze Verwendung, sind aber auch Bestandteil von Geschmacksverstärkern und anderen Zusatzstoffen.

  • So ist der Geschmacksverstärker Glutamat (E 621)Glutamat (E 621) in FertigsuppenFertigsuppen und KnabbergebäckKnabbergebäck enthalten.

  • Die Aminosäure Cystein (E 920)Cystein (E 920) findet etwa bei der Herstellung von Brot, Brötchen und BackwarenBackwaren Verwendung. Der Zusatzstoff verbessert die Knetfähigkeit der Teige und sorgt dafür, dass die luftige Struktur der Backwaren über längere Zeit erhalten bleibt. Klassisch wird Cystein aus Menschenhaar, Federn oder Schweineborsten gewonnen. Inzwischen gewinnt die Herstellung mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen an Bedeutung.

  • Der Süßstoff Aspartam (E 951)Aspartam (E 951) besteht aus zwei Aminosäuren. Eine davon, Phenylalanin, kann mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen werden.

Auch die Vitamine B2B2 und B12B12 werden heute überwiegend von gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert. Bei der Herstellung von Vitamin CVitamin C sind gentechnische Verfahren möglich.

Einige Vitamine werden auch als Lebensmittelzusatzstoff verwendet: als Konservierungsstoff Ascorbinsäure (E 330, Vitamin C), Farbstoff Riboflavin (E 101, Vitamin B2) oder Farbstoff Beta-Carotin (E 160a, Provitamin A).

Da diese Zusatzstoffe nicht "aus" einem gentechnisch veränderten Organismus (GVO) hergestellt werden, sondern "mit Hilfe" von GVO, fallen sie nach den EU-weit geltenden Rechtsvorschriften nicht unter die Kennzeichnungspflicht.

Biotechnische Herstellung: Vorteile für die Umwelt

Biotechnische Verfahren sind gegenüber der chemisch-synthetischen Herstellung in der Regel kostengünstiger, erzielen eine höhere Ausbeute und haben Vorteile für die Umwelt. So kommen sie ohne aggressive Chemikalien aus, benötigen meist weniger Energie und nutzen nachwachsende Rohstoffe.

Die Mikroorganismen "arbeiten" in Edelstahltanks (Fermenter), in denen die Bedingungen optimal eingestellt werden können. Die jeweiligen Substanzen werden isoliert und aufgereinigt. Im fertigen Produkt dürfen keine Überreste der Produktionsorganismen enthalten sein.

Dieser Anwendungsbereich der Gentechnologie wird auch als "Weiße Gentechnik" bezeichnet.

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12. Mai 2011 [nach oben springen]

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