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Lebensmittelenzyme: Oft verwendet, häufig "gentechnisch hergestellt"

Enzyme? Im Zutatenverzeichnis erscheinen sie nicht, und kaum jemand weiß, dass sie bei einigen Lebensmitteln eine wichtige Rolle spielen. Ohne Enzyme gäbe es weder Käse noch Brötchen. Lebensmitteltechnologen schätzen sie als sanfte und präzise Werkzeuge. Die Enzyme selbst werden meist mit Hilfe von Mikroorganismen gewonnen - und die sind oft gentechnisch verändert.


Brot und Brötchen. Enzyme sorgen für eine stabile Kruste und gute Teigeigenschaften.


Käse.
Das Enzym Chymosin macht die Milch dick, damit daraus Käse wird. Früher kam es aus dem Kälbermagen, heute wird es mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt.

EnzymeEnzyme sind die natürlichen Wirkstoffe lebender Zellen. Es gibt etwa 10.000 verschiedene natürlich vorkommende Enzyme. Jedes kann bestimmte Moleküle ab- oder umbauen, weitaus schneller und präziser als vergleichbare chemische Prozesse.

Heute kann man zahlreiche Enzyme industriell herstellen. In der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung werden sie als sanfte, zielgenaue biochemische Werkzeuge eingesetzt. Die Fähigkeiten der Enzyme sind groß: Sie modifizieren Stärke, optimieren Fette und Eiweiße, machen Brötchen knusprig, stabilisieren Schäume oder "verkleben" Fleischteile. Enzyme steuern Reifeprozesse, machen die Milch für die Käseherstellung dick und klären Apfelsäfte. Sie helfen, Aromen und Fruchtauszüge zu gewinnen und sorgen für die Bissfestigkeit von Cornflakes.

Immer mehr der dafür verwendeten Enzyme werden mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. In der Lebensmittelindustrie sind es vermutlich etwa fünfzig Prozent.

Zum Beispiel Käse

Bei der Käseherstellung wird zur Dicklegung der Milch traditionell Labferment aus Kälbermagen eingesetzt. Heute wird der Hauptwirkstoff des Labferments, das Enzym ChymosinChymosin, mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt.

Zum Beispiel Traubenzucker

Enzyme zerlegen Stärke – zum Beispiel aus Mais – in ihre Zucker-Grundbausteine. Dieser als StärkeverzuckerungStärkeverzuckerung bezeichnete Prozess wird heute großtechnisch durchgeführt. Aus ihm gehen viele Lebensmittelzutaten und –zusatzstoffe hervor, etwa TraubenzuckerTraubenzucker, GlukosesirupGlukosesirup oder verschiedene Zuckeraustauschstoffe wie etwa SorbitSorbit. Die bei der Stärkeverzuckerung eingesetzten Enzyme werden heute überwiegend mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen gewonnen.

Das neue EU-Recht schreibt vor, dass Enzyme nur dann gekennzeichnet werden müssen, wenn sie im Endprodukt eine technologische Funktion erfüllen. Das ist aber nur selten der Fall. Besondere Regeln für Enzyme, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden, sind nicht vorgesehen.

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Lebensmittel, hergestellt mit Enzymen.

transGEN-Datenbank Enzyme: Chymosin (Käse), Xylanase (Backwaren) Amylase (Glukosesirup, Süßwaren), Protease (Fleisch- und Wurstwaren)

Thema: Enzyme
Lebensmittel, Enzyme, Gentechnik. Zahlreiche Enzyme werden mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt.
18. Mai 2011 [nach oben springen]

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