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Der Mais und die Bienen

Bienen sammeln Nektar und Pollen - und das weiträumig. Sie kümmern sich nicht um Ackergrenzen und  unterscheiden nicht zwischen gentechnisch veränderten und konventionellen Pflanzen. Die Imker machen sich Sorgen - sie sehen gv-Pflanzen als weitere Gefahr für die Bienen. Und den ihren Kunden könnte der Appetit auf Honig vergehen, wenn darin auch Pollen aus gv-Pflanzen enthalten ist.

Keine Frage: Wenn gentechnisch veränderter Mais auf den Feldern steht, findet sich dessen Pollen auch im HonigHonig wieder. Zwar nur in verschwindend geringen Mengen - aber dennoch. Die Verunsicherung ist groß: Wie viel Maispollen kann eigentlich in den Honig gelangen? Werden Verbraucher Honig akzeptieren, der durch gv-Pollen "verunreinigt" ist? 

Pollen im Honig. Wenn Bienen Nektar sammeln, schleppen sie auch Pollen mit. In geringen Anteilen von 0,1 bis 0,5 Prozent ist Pollen im Honig vorhanden.


Maisblüten sind für Bienen nicht attraktiv, da sie keinen Nektar bilden. Der Pollen ist jedoch Futter bei der Aufzucht der Larven und Jungbienen.


Sicherheitsforschung Bienen: Unter dem Gazezelt eine Parzelle mit Bt-Mais und ein Bienenvolk


Rapsblüten werden intensiv von Bienen beflogen. Sein Pollen ist häufig in Honig zu finden. Noch wird in Europa kein gentechnisch veränderter Raps angebaut.

Die Bienen und der Pollen

Honig ist Nahrungsmittel der Bienen. Aus dem Blütennektar, den die Honigbiene aus unzähligen Blüten sammelt, wird in ihrem "Honigmagen" mit Hilfe körpereigener EnzymeEnzyme Honig, den sie in ihren Waben lagert. 

Aber Bienen sammeln nicht nur Nektar, sondern auch Pollen, den sie in Form kleiner Bällchen, den so genannten Pollenhöschen an ihren Hinterbeinen transportieren. Im Bienenstock werden die Pollenhöschen von den Beinen abgestreift und in Wabenzellen gelagert. Pollen ist reich an Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten und Vitaminen und dient den Bienen zur Aufzucht ihrer Larven und Jungbienen.

Der Pollen ist so klein und zahlreich, dass genug im Haarkleid der Tiere hängen bleibt, um damit andere Blüten zu bestäuben oder in den Honig zu gelangen. Denn so wie Staub im Haus, ist Pollen im Bienenstock überall. Er gelangt aber auch mit dem Nektar in den Honigmagen. 

Etwa 0,1 - 0,5 Prozent des Honigs besteht aus Pollen, der so nebenbei und ungewollt im Honig landet. Pollen enthält die männlichen Keimzellen und damit die Erbinformation der Pflanze. Ist diese gentechnisch verändert, so ist der Pollen auch Träger des neu eingeführten Gens. Im Gegensatz zum Pollen enthält Nektar keine Erbinformation.

Mais ist für Bienen nicht sehr attraktiv

Bienen sammeln in einem Umkreis von etwa zwei Kilometern um den Bienenstock. Bei der Wahl der Blüten, die sie anfliegen, spielt es keine Rolle, ob diese gentechnisch verändert sind oder nicht. Sie entscheiden nach der Attraktivität der Blüten. Dabei spielen Blütenfarbe, Saftmale, Duft und die scheinbare Zahl der Staubbeutel als Lockmittel eine wichtige Rolle. Diese Lockmittel haben sich im Laufe der Evolution zwischen Bienen bzw. Insekten und Pflanzen entwickelt. Einige Pflanzen werden deshalb nur von bestimmten Insekten bestäubt. 

Um zu testen, wie viel Maispollen von Bienen gesammelt wird, wurden bei einem Versuch im Alpenvorland Niederösterreichs (Fachzeitschrift MAIS 4/2003) zur Maisblüte fünf Bienenvölker im zentralen Bereich von rund 50 Hektar Maisfeldern aufgestellt. Die Felder waren unterbrochen durch Wiesen- und Gartenanlagen. Die Untersuchung der Pollenhöschen ergab einen durchschnittlichen Maisanteil an der Gesamtpollenmenge von 7,3 Prozent.

Bei Versuchen in Bayern 2004 und 2005 wurden ehrere Bienenvölker in unterschiedlichen Entfernungen zu Feldern mit gv-Mais aufgestellt. In etwa der Hälfte der entnommenen Honigproben konnte zwar in äußerst geringen Spuren Maispollen gemessen werden. Ein Nachweis, ob es sich dabei um Pollen von gv-Mais handelte, war jedoch nicht möglich. 

Anders die Messergebnisse beim "Höselpollen". Das ist der Pollen, den die Bienen in ihren "Höschen" sammeln und beim Einflug in den Bienenstock abstreifen. In diesen Proben kann festgestellt werden, ob darunter auch Pollen von gv-Mais ist. In etwa jeder zweiten Probe war das der Fall. Bei zwei Völkern, deren Stock unmittelbar am Feld mit gv-Mais stand, stammten etwa 5 Prozent des Höselpollens von gv-Mais.

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13. September 2011 [nach oben springen]

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