| Fr 03.09.2010 | | | 07:04 Uhr |
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Die industrielle Produktion von Enzymen ist in den vergangenen Jahren immer besser und billiger geworden. Zudem weiß man heute mehr über die biochemischen Prozesse, die in Lebensmitteln ablaufen, und wie sie zu steuern sind. Beides hat die Anwendungsmöglichkeiten für Enzyme im Lebensmittelbereich deutlich erweitert. Nicht erst, seit sie mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden können, spielen Enzyme in der Lebensmittelverarbeitung eine Rolle. Schon immer bediente man sich der Enzyme und den von ihnen gesteuerten biochemischen Reaktionen - lange Zeit eher intuitiv.
Auch in vielen Backmischungen, mit deren Hilfe die Bäcker es heute schaffen, schon morgens früh eine reiche Auswahl verschiedener Brote und Brötchen anzubieten, sind Enzyme enthalten. Je nach Produkt sorgen Enzyme für optimale Teigeigenschaften, für Krustenstabilität, Volumen und Färbung. Das inzwischen weit verbreitete Aufbacken von vorproduzierten, gefrorenen Teiglingen wäre ohne Enzyme kaum möglich. Die kommerziell bedeutendste Enzym-Anwendung im Lebensmittelbereich ist jedoch die Stärkeverzuckerung. Heute sind Rüben- oder Rohrzucker längst nicht mehr die alleinigen Lieferanten für Zucker.
Im Prinzip kann das jede stärkehaltige Pflanze übernehmen: Enzyme
zerlegen die Mehr Wissen, bessere Enzyme, mehr Anwendungsmöglichkeiten.In den vergangenen Jahren sind in der Lebensmittelverarbeitung immer neue Anwendungsfelder hinzugekommen.
Kaum eine Lebensmitteltechnologie-Tagung, auf der nicht neue Einsatzmöglichkeiten für Enzyme vorgestellt werden: Sie modifizieren Stärke, optimieren Fette und Eiweiße, sie stabilisieren aufgeschlagene Schäume und Cremes, "verkleben" unterschiedliche Fleischteile zu Kochschinken oder Brühwurst. Enzyme sorgen für die Bissfestigkeit von Cornflakes, die Gefrier-Tau-Stabilität eines Fertigteiges, die gleichmäßige Qualität von Eiswaffeln und verhindern das Kleben von Nudeln nach dem Kochen. Und sie bauen Asparagin, den Vorläufer für das möglicherweise krebserregende Acrylamid, ab. Auf diese Weise lässt sich der Acrylamidgehalt von Knäckebrot, Kartoffelchips oder Pommes Frites um bis zu 90 Prozent reduzieren. Enzyme konservieren Mayonnaise und Eiprodukte, steuern die Reifung von fermentierten Lebensmitteln und Getränken, sie kitzeln - ob beim Käse oder beim Rotwein - intensivere Aromen heraus. Sie spalten aus Butter-, Käse- oder Rahmaromen Fettsäuren ab oder bilden aus Eiweißen Würze oder Bratengeschmack. Auch an der Gewinnung von färbenden Auszügen aus Früchten, Beeren oder Blattgrün sind sie beteiligt. Sie entfernen biochemisch die Schalen von Obst und helfen bei der Extraktion von Zitrusessenzen. Mit Hilfe von Enzymen können Stärke, Fette oder Eiweiße so modifiziert werden, dass sie bestimmte technologische Aufgaben im Lebensmittel erfüllen. Solche "funktionellen Komponenten" übernehmen zunehmend die Aufgaben der bei vielen Konsumenten ungeliebten Zusatzstoffe ("E-Nummern"). Wenn heute viele industrielle Hersteller mit weniger Zusatzstoffen auskommen, dann geht das auch auf das Konto der Enzyme. Kurzum: Enzyme sind biochemische Werkzeuge, welche den Aktionsradius der modernen Lebensmitteltechnologie deutlich erweitert haben. Mehr bei TransGen:
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