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Enzymatische Stärkeverzuckerung: Traubenzucker und Glukosesirup
Die Umwandlung von pflanzlicher Stärke in
verschiedene Zucker ist ein wichtiger Zweig der Stärkeindustrie und
zugleich eines der wirtschaftlich bedeutendsten Anwendungsfelder der
Gentechnik. Unzählige Lebensmittel enthalten Zutaten, die aus der
Stärkeverzuckerung hervorgegangen sind. Die zentrale Rolle in diesem
Prozess spielen Enzyme - und sie werden überwiegend mit gentechnisch
veränderten Mikroorganismen hergestellt.
Alle Pflanzen bestehen zu einem mehr oder
weniger großen Anteil aus Stärke, die aus verschiedenen, chemisch
miteinander verbundenen Zuckern zusammengesetzt ist. Werden deren
Bindungen gelöst, zerfällt die Stärke in die
einzelnen Zuckerbausteine. Auf diese Weise können süße Zucker nicht
nur aus Zuckerrohr und Zuckerrüben, sondern auch aus pflanzlicher
Stärke gewonnen werden. Dies geschieht heute großtechnisch im
Prozess der Stärkeverzuckerung.
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Stärkeverzuckerung. Nicht nur der Grundstoff
Stärke kann aus gentechnisch verändertem Mais
stammen. Die Enzyme, welche die Stärke in die
Zuckerbausteine zerlegen, werden überwiegend mit gentechnisch
veränderten Mikroorganismen hergestellt.
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Die wichtigsten pflanzlichen
Stärkelieferanten dafür sind Mais,
Kartoffeln und Weizen.
Mussten früher starke Säuren eingesetzt
werden, um die Stärke in einzelne Zucker aufzutrennen, nutzt man
heute fast nur noch Enzyme. Sie bieten eine Reihe von Vorteilen: Da
Enzyme die verzweigten Stärkemoleküle an ganz bestimmten Stellen
knacken, lässt sich der Verzuckerungsprozess gezielt steuern. So
erhält man verschiedene Stärkesirupe, die sich in ihrer Süßkraft, aber
auch in ihren technologischen Eigenschaften unterscheiden. Diese
Sirupe werden nicht nur als maßgeschneiderte Süßungsmittel in
unzähligen Lebensmitteln und Getränken verwendet, sondern auch zu Traubenzucker, Zuckeraustauschstoffen oder
Fettersatzstoffen weiterverarbeitet.
Lange Zeit war die Stärkeverzuckerung
wirtschaftlich kaum interessant. Dies änderte sich, als die zur
Stärkespaltung benötigten Enzyme billig, in unbegrenzten Mengen und
in ausreichender Qualität hergestellt werden konnten.
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Drei Schritte - Enzyme sind immer dabei.
Der Prozess der Stärkeverzuckerung verläuft
in drei Stufen. In jeder spielen bestimmte Enzyme die entscheidende
Rolle.
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Stärkeverflüssigung: In der ersten
Stufe wird die Stärke in verschiedene Zuckereinheiten gespalten.
Es entsteht ein Gemisch aus Maltosen (Malzzucker) und Dextrinen
(Zwischenform zwischen Stärke und Dextrose). Eingesetzt werden verschiedene Amylasen.
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Stärkeverzuckerung: Die entstandenen
Abbauprodukte werden nun weiter zu Einfachzuckern ( Monosaccharide) aufgespalten. Es bildet sich Glukosesirup, der in vielen Süß- und
Backwaren ganz oder teilweise den traditionellen Zucker ersetzt.
Glukosesirup ist ein Gemisch aus Glukose (Traubenzucker) und
Fruktose (Fruchtzucker); er hat geringere Süßkraft als der weiße
Haushaltszucker (Saccharose), kristallisiert jedoch weniger rasch
als dieser. In dieser Stufe werden Enzyme wie Glucoamylase und
Pullulanase genutzt.
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Isomerierung: Das Enzym
Glukose-Isomerase
wandelt einen Teil der Glukose in Fruktose um. Nach mehrmaligem
Prozessdurchlauf steigt der Fruktosegehalt und damit die Süßkraft
immer weiter an - bis der gewonnene Fruktosesirup fast die des
traditionellen Zuckers erreicht. In den USA hat dieser High
Fructose Corn Sirup, das wichtigste Produkt der
Maisstärkeindustrie, den Zucker bereits weitgehend verdrängt. Dort
ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Stärkesirup höher als der von Rohr-
und Rübenzucker.
Gentechnik: Stärke und Enzyme
Bei Stärkeverzuckerungsprodukten, die als
Zutaten und Zusatzstoffe in vielen Getränken und Lebensmitteln
verwendet werden, sind Anwendungen der Gentechnik sowohl beim
Rohstoff Stärke wie bei den "Werkzeugen", den Enzymen möglich.
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Pflanzliche Stärkequelle: Als
pflanzliche Stärkelieferanten kommen vor allem Mais, Kartoffeln
und Weizen in Frage. Bei Mais werden in vielen Ländern gv-Sorten
landwirtschaftlich genutzt. Maisstärke kann zu bestimmten Anteilen
aus gv-Mais stammen, vor allem bei Mais aus den USA und Argentinien.
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Enzyme: Die meisten in der
Stärkeverzuckerung eingesetzten Enzyme stammen von gentechnisch
veränderten Mikroorganismen. Für einzelne Prozessstufen der Stärkeverzuckerung
sind ausschließlich Enzyme auf dem Markt, die mit Hilfe
gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden.
Kennzeichnung. In den
Stärkeverzuckerungsprodukten ist analytisch weder nachweisbar, ob
gv-Pflanzen als Stärkequelle verarbeitet wurden, noch die Herkunft
und Herstellungsweise der verwendeten Enzyme. Dennoch besteht eine Kennzeichnungspflicht, wenn
Stärke aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen wird. Ob dies
auch auf Zutaten und Zusatzstoffe zutrifft, die in mehreren
Verarbeitungsschritten aus Stärke hervorgehen, ist nicht eindeutig
geklärt.
Eine Kennzeichnung von Enzymen im Hinblick
auf die Herstellung mit Hilfe von gv-Mikroorganismen ist in der EU
generell nicht vorgeschrieben.
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Lebensmittel, Enzyme, Gentechnik. Zahlreiche Enzyme
werden mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen
hergestellt. |
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Gentechnisch veränderter Mais: Globale
Anbauflächen, Verwendung als Lebens- und Futtermittel |
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