Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln
  So 14.03.2010 | 01:17 Uhr
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Futtermittel

"Mit Gentechnik" ist der Regelfall


Kühe, Schweine und Hühner erhalten in der Regel Futter, das zumindest teilweise aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie Soja oder Mais gewonnen wird. Zudem werden Zusatzstoffe und Enzyme in der Tiernahrung häufig mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Auf diese Weise kommen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Milch und Eier indirekt mit der Gentechnik in Kontakt.

Ohne die Einfuhr von Futtermitteln könnte Europa die Produktion tierischer Lebensmittel auf diesem hohen Niveau nicht halten. Importiert werden Soja, Mais, Raps- und Baumwollsaat, Weizen, Roggen und Hafer, aber auch Pressschnitzel aus Zuckerrüben.
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Ernte von Sojabohnen. Im Regelfall bestehen Soja-Futtermittel zu einem bestimmten Anteil aus gv-Sojabohnen.

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Futtermittel. Auch viele Futterzusätze werden unter Anwendung der Gentechnik hergestellt.

Sojarohstoffe

Die EU führt im Jahr etwa 40 Millionen Sojarohstoffe ein:

- 25 Millionen Tonnen Sojaschrot, die als Tierfutter verwendet werden

- 15 Millionen Tonnen Sojabohnen, die in Ölmühlen zu Futtermitteln (77 Prozent) und Öl (20 Prozent) verarbeitet werden

Ein kleiner Teil wird zu Lebensmittelzutaten  aufbereitet.

 

Jede Menge Soja. Da Soja einen hohen Eiweißgehalt hat, spielt es bei der Futtermittelerzeugung eine große Rolle. Sojaschrot ist das wichtigste Einzelfuttermittel der Europäischen Union und deckt über die Hälfte des Gesamtverbrauchs an proteinhaltigen Futtermitteln. In der Regel sind Standard-Sojarohstoffe, wie sie auf den internationalen Agrarmärkten gehandelt werden, zu einem nicht unerheblichen Anteil gentechnisch verändert.

Mischfutter, das zugekauft und nicht auf dem eigenen Hof erzeugt wird, enthält meist einen mehr oder weniger hohen Soja-Anteil. Eine Befragung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) unter Futtermittelherstellern aus dem Jahr 2005 hat gezeigt, dass 93 Prozent des Rinder- und Schweinemischfutters und 89 Prozent des Geflügelfutters kennzeichnungspflichtige GVO-Anteile enthalten.

Wenig Einfuhren bei Mais. Bei Mais ist die Europäische Union überwiegend Selbstversorger. Der größte Teil der europäischen Maisproduktion, ob Körner- oder Silomais, wird direkt als Tierfutter verwertet. Das trifft auch auf den gentechnisch veränderten Bt‑MaisBt‑Mais zu, der vor allem in Spanien auf den Feldern steht.

Zusätzlich wird aus den USA, Brasilien und Argentinien in geringem Umfang Maiskleber, der eiweißhaltige Teil des Maiskorns, importiert. Körnermais führt die Europäische Union aus Argentinien ein. In diesen Ländern wird großflächig gentechnisch veränderter Mais angebaut.

Futter aus Raps und Baumwolle. Raps wird nur in geringen Mengen in die EU eingeführt. Es handelt sich dabei um bereits verarbeitetes Rapsschrot, das für Futtermittel geeignet ist. Die Ware kann auch aus Kanada stammen, wo überwiegend gentechnisch veränderter Raps angebaut wird.

Bei der Gewinnung von Baumwollfasern werden die anfallenden Samen zu verschiedenen Futtermitteln und deren Zusätzen aufbereitet. Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang Nebenprodukte der Baumwollerzeugung als Futtermittel in die EU eingeführt werden. Gentechnisch veränderte Baumwolle wird in zehn Ländern angebaut,  in den USA auf etwa 88 Prozent der Baumwollanbauflächen.

Zuckerrübenschnitzel. Bei der Herstellung von Rohzucker aus Zuckerrüben fallen Pressschnitzel und die sirupartige Melasse an, welche als Futtermittel verwertet werden. In den USA haben die Landwirte im Jahr 2009 rund 95 Prozent der gesamten Anbaufläche mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben bestellt. Die Einfuhr von Futter- und Lebensmitteln aus diesen gv-Zuckerrüben in die EU ist seit Ende 2007 zugelassen.

Gentechnik bei Futtermittelzusätzen. Verschiedene, als Futtermittelzusätze verwendete Zusatzstoffe und Enzyme können mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen erzeugt werden, etwa

In der EU dürfen nur noch solche Zusatzstoffe in Futtermitteln verwendet werden, die zugelassen sind und einer wissenschaftlichen Sicherheitsbewertung unterzogen wurden. In Futtermitteln gelten Enzyme als Zusatzstoffe und sind auf der Verpackung des Futtermittels zu kennzeichnen.

 

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19. November 2009 [nach oben springen]

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