Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln
  Fr 03.09.2010 | 06:59 Uhr
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Fleisch, Milch, Eier

Weder Gen-Milch noch Gen-Fleisch: Futter ohne Einfluss


Viele Tiere, die Lebensmittel liefern, erhalten Futter aus gentechnisch veränderter Pflanzen. Damit erzeugte Produkte werden von Anti-Gentechnik-Gruppen abfällig als Gen-Milch oder Gen-Fleisch bezeichnet. Viele Konsumenten sind deswegen verunsichert und lassen solche Produkte im Zweifel lieber im Regal stehen. Doch: Ob Tiere mit konventionellen oder gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, hat keinen nachweisbaren Einfluss auf die Lebensmittel.

Bei Futtermitteln sind Rohstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen weitaus häufiger als bei Lebensmitteln. Mischfutter, das Landwirte in Europa zukaufen, enthält mehr oder weniger hohe Anteile aus gentechnisch veränderten Sojabohnen. Und auch der gentechnisch veränderte Bt‑MaisBt‑Mais, der in Spanien und einigen anderen EU-Ländern angebaut wird, landet meist in den Futtertrögen.

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Futter aus gv-Pflanzen: Mischfutter enthält oft Anteile aus gentechnisch veränderten Sojabohnen. Auch der in Europa angebaute gv-Mais wird verfüttert.

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Milch bleibt Milch. Weder in Milch und Milchprodukten, noch bei Eiern oder Fleisch konnte Fremd-DNA transgener Pflanzen nachgewiesen werden.

In zahlreichen Fütterungsstudien wurde untersucht, welchen Einfluss diese gentechnisch veränderten Pflanzen auf die Gesundheit der Tiere und die Qualität der daraus erzeugten Lebensmittel haben.

Eine der umfangreichsten Studien zum Einfluss von Bt-Mais im Futter von Milchkühen wurde vom bayerischen Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben. Über 25 Monate wurde dem Futter für zwei Gruppen von je 18 Milchkühen ein maximaler, aber bedarfsgerechter Maisanteil beigemischt. Eine Gruppe erhielt Futter mit Bt-Mais, eine Kontrollgruppe Produkte mit einer vergleichbaren konventionellen Sorte.

Monatlich untersuchten die Wissenschaftler Proben der Exkremente, des Blutes sowie der Milch der Kühe. Außerdem wurden Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere geprüft. Für den Nachweis von Fremd-DNADNA in der Milch wurde ein besonders empfindliches DNA-Analyseverfahren entwickelt. Die Ergebnisse der Untersuchungen gaben keinerlei Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere. In der Milch konnten keine Komponenten des transgenen Materials des Bt-Maises gefunden werden.

Verdaut und nicht mehr funktionell: Fremd-Gene aus Futterpflanzen

Die Studie bestätigte die Ergebnisse verschiedener anderer Untersuchungen mit Milchkühen und Legehennen, die Futter mit einem gewissen Anteil an gentechnisch verändertem Mais oder Soja erhielten. Es konnten Spuren pflanzlicher DNA im Kot, Blut, und in verschiedenen Geweben und Organen der Tiere nachgewiesen werden. Auch in der Milch fanden sich Fragmente pflanzlicher DNA, nicht aber in Eiern. In keiner der Studien konnte hingegen die DNA-Sequenz nachgewiesen werden, die die Information für das Merkmal der transgenen Pflanze enthält, weder bei der Untersuchung der Tiere (Gewebe, Blut, Organe) noch in den Produkten (Milch, Eier Fleisch).

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass das Erbmaterial gentechnisch veränderter Pflanzen genau so verdaut wird wie das konventioneller Pflanzen. Sie schließen nicht aus, dass Bruchstücke der DNA das Gewebe des Darms durchwandern, ins Blut und von dort aus in den gesamten Körper gelangen. Der Transport von fremder DNA aus dem Verdauungstrakt in bestimmte Organe ist demnach ein natürlicher Prozess. Dennoch schließen sie nahezu aus, dass Fremd-Gene aus Futterpflanzen im tierischen Organismus aktiv werden, da die Erbsubstanz bereits im Verdauungstrakt in kleine, nicht funktionelle Bruchstücke zerlegt wird.

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Langfrist-Studie: Fütterung von Kühen mit gentechnisch modifiziertem Mais MON810 verändert ihre Milch nicht (Presseinformation 25.03.2009 TU München; Informationsdienst Wissenschaft)
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TU München / Weihenstephan: GVO-Projekt, Presseinformationen
Zur Bewertung von Futtermitteln aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Forschungsreport 1/2006
EFSA statement on the fate of recombinant DNA or proteins in meat, milk and eggs from animals fed with GM feed (19.07.2007)
Antwort der rot-grünen Bundesregierung auf die Kleine Anfrage FDP: Natürlich in der Milch vorkommende Nucleotidsequenzen (Ds 14/4572)
Informationen zum Thema bei bioSicherheit.de
19. November 2009 [nach oben springen]

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