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Süßwaren
Diskrete Gentechnik
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Schokolade oder Kekse, Bonbons oder Eis -
viele süße Naschereien sind nicht absolut "gentechnikfrei". Allerdings bleibt die Anwendung der Gentechnik meist unterhalb
der Kennzeichnungsschwelle.
Süßes aus Stärke. Längst ist es nicht mehr allein der traditionelle Rübenzucker, der das Naschwerk versüßt. Bei vielen fertig gekauften Leckereien listet das Zutatenverzeichnis
Glukosesirup auf: Er besteht chemisch zwar aus den gleichen Bausteinen wie Haushaltszucker (Saccharose),
wird aber auch aus Mais- oder
Kartoffelstärke gewonnen. Enzyme spalten die kettenförmigen Stärkemoleküle auf: Es entstehen Gemische aus verschiedenen Zuckern - eben Glukose- und andere Sirupe, die sich oft besser verarbeiten lassen als Rübenzucker. Die Enzyme (z.B.
Amylase),
welche die Stärke zerlegen und zu verschiedenen süßen Sirupen
umformen, werden heute überwiegend mit Hilfe von gentechnisch veränderten
Mikroorganismen hergestellt.
Zutaten aus Sojarohstoffen. Möglich ist Gentechnik auch bei
Lecithin, das überwiegend aus
Soja stammt und als Emulgator von
Schokolade bis zum
Spekulatius in unzähligen Produkten zu Diensten steht.
Weltweit werden etwa 70 Prozent der Sojaernte mit gv-Sorten erzeugt.
"Gentechnikfreie" Sojarohstoffe gibt es nur noch aus bestimmten
Regionen Brasiliens.
In anderen süßen Produkten können weitere Zutaten aus Soja
enthalten sein. So sind Kekse, Lebkuchen oder Dominosteine
häufig nicht mit Schokolade, sondern mit einer
Fettglasur überzogen.
Diese wird auf Basis pflanzlicher Fette hergestellt, in denen
Sojaöle verarbeitet sein können.
Für Lebensmittelunternehmen, die Sojazutaten in ihren Produkten verarbeiten,
ist es nicht immer einfach, "gentechnikfreie" Rohstoffe in ausreichenden Mengen zu beziehen. Einige Markenhersteller bemühen sich, Sojazutaten in ihren Rezepturen zu ersetzen: So ist bei
Margarine Sojaöl gegen Rapsöl
ausgetauscht worden, und einige Fertigbackmischungen
kommen nun ohne Sojamehl aus.
Marzipan oder
Persipan enthalten vielfach
Invertase oder
Invertzucker, um die lästige, den süßen Schmelz störende Kristallbildung zu verhindern.
Auch da kann die Gentechnik beteiligt sein, genau wie bei der
Herstellung des Säuerungsmittels Zitronensäure, des Farbstoffs
Beta-Carotin oder
von zahlreichen Vitaminen.
Zucker bislang nicht aus gv-Zuckerrüben.
In Nordamerika wurden im Jahr 2009 auf 95 Prozent der Anbaufläche
für Zuckerrüben gentechnisch veränderte
Pflanzen angebaut. Zwar ist der daraus
gewonnene Zucker auch in der EU zugelassen, doch bisher ist das für
das hiesige Lebensmittelsortiment kaum relevant. Auf europäischen
Feldern wachsen vorerst ausschließlich konventionelle Rüben.
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