Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln
  So 14.03.2010 | 15:20 Uhr
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Süßwaren

Diskrete Gentechnik


Schokolade oder Kekse, Bonbons oder Eis - viele süße Naschereien sind nicht absolut "gentechnikfrei". Allerdings bleibt die Anwendung der Gentechnik meist unterhalb der Kennzeichnungsschwelle.

Süßes aus Stärke. Längst ist es nicht mehr allein der traditionelle Rübenzucker, der das Naschwerk versüßt. Bei vielen fertig gekauften Leckereien listet das Zutatenverzeichnis GlukosesirupGlukosesirup auf: Er besteht chemisch zwar aus den gleichen Bausteinen wie Haushaltszucker (Saccharose), wird aber auch aus MaisMais- oder KartoffelstärkeKartoffelstärke gewonnen. Enzyme spalten die kettenförmigen Stärkemoleküle auf: Es entstehen Gemische aus verschiedenen Zuckern - eben Glukose- und andere Sirupe, die sich oft besser verarbeiten lassen als Rübenzucker. Die Enzyme (z.B. AmylaseAmylase), welche die Stärke zerlegen und zu verschiedenen süßen Sirupen umformen, werden heute überwiegend mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt.

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Gentechnik diskret. Bei vielen süßen Produkten sind gentechnische Verfahren beteiligt. Allerdings fallen sie meist nicht unter die Kennzeichnungspflicht.

 

Glukosesirupe sind wiederum Grundstoffe für viele andere Zutaten, die in süßen Produkten auftauchen: etwa Traubenzucker (Dextrose)Traubenzucker (Dextrose), KaramellKaramell oder Zuckeraustauschstoffe wie z. B. SorbitSorbit. Auch MaltodextrineMaltodextrine werden enzymatisch aus Mais- oder Kartoffelstärke gewonnen und in der Lebensmittelindustrie unter anderem als Trägerstoffe für empfindliche oder flüchtige Substanzen genutzt, vor allem für AromenAromen, aber auch für VitamineVitamine.

Alles, was aus der Stärkeverzuckerung hervorgeht, kann gleich doppelt mit der Gentechnik in Kontakt gekommen sein: mit großer Wahrscheinlichkeit bei den Enzymen, möglicherweise aber auch beim Stärkelieferanten Mais. Gentechnisch veränderter Mais wird in den USA, Argentinien und Kanada, aber auch auf kleineren Flächen in Europa - vor allem in Spanien - angebaut.

Zutaten aus Sojarohstoffen. Möglich ist Gentechnik auch bei LecithinLecithin, das überwiegend aus SojaSoja stammt und als Emulgator von SchokoladeSchokolade bis zum SpekulatiusSpekulatius in unzähligen Produkten zu Diensten steht. Weltweit werden etwa 70 Prozent der Sojaernte mit gv-Sorten erzeugt. "Gentechnikfreie" Sojarohstoffe gibt es nur noch aus bestimmten Regionen Brasiliens.

In anderen süßen Produkten können weitere Zutaten aus Soja enthalten sein. So sind Kekse, Lebkuchen oder Dominosteine häufig nicht mit Schokolade, sondern mit einer FettglasurFettglasur überzogen. Diese wird auf Basis pflanzlicher Fettepflanzlicher Fette hergestellt, in denen SojaöleSojaöle verarbeitet sein können.

Für Lebensmittelunternehmen, die Sojazutaten in ihren Produkten verarbeiten, ist es nicht immer einfach, "gentechnikfreie" Rohstoffe in ausreichenden Mengen zu beziehen. Einige Markenhersteller bemühen sich, Sojazutaten in ihren Rezepturen zu ersetzen: So ist bei MargarineMargarine Sojaöl gegen Rapsöl ausgetauscht worden, und einige FertigbackmischungenFertigbackmischungen kommen nun ohne Sojamehl aus.

MarzipanMarzipan oder PersipanPersipan enthalten vielfach InvertaseInvertase oder InvertzuckerInvertzucker, um die lästige, den süßen Schmelz störende Kristallbildung zu verhindern. Auch da kann die Gentechnik beteiligt sein, genau wie bei der Herstellung des Säuerungsmittels ZitronensäureZitronensäure, des Farbstoffs Beta-CarotinBeta-Carotin oder von zahlreichen VitaminenVitaminen.

Zucker bislang nicht aus gv-Zuckerrüben. In Nordamerika wurden im Jahr 2009 auf 95 Prozent der Anbaufläche für ZuckerrübenZuckerrüben gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Zwar ist der daraus gewonnene Zucker auch in der EU zugelassen, doch bisher ist das für das hiesige Lebensmittelsortiment kaum relevant. Auf europäischen Feldern wachsen vorerst ausschließlich konventionelle Rüben.

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24. November 2009 [nach oben springen]

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