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Fragen und Antworten
Gen-Mais: Eine Gefahr für Bienen und Honig?
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In der EU wird
gentechnisch veränderter Bt-Mais angebaut. Auch in Deutschland wurde
dieser Mais zwischen 2005 und 2008 landwirtschaftlich genutzt. Umweltverbände und einige
Imker sehen im Anbau von "Genmais" eine Gefahr für die Bienen und fürchten um das
"Naturprodukt" Honig.
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In einigen
europäischen Ländern wird gentechnisch veränderter Bt-Mais angebaut. Kann es überhaupt noch
"gentechnikfreien" Honig geben? |
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In
Deutschland wurden 2008 knapp 0,2 Prozent der
Maisflächen mit gv-Mais bewirtschaftet. Aber selbst wenn
deutlich mehr gv-Mais angebaut würde - Pollen von
gv-Mais wird in der Regel nicht im Honig zu finden sein.
Das hat einen einfachen Grund: Mais ist für Bienen kaum
attraktiv. Anders als etwa bei Raps werden Bienen nicht
durch auffällige Blüten angelockt. Mais produziert auch
keinen Nektar, an dem die Bienen vor allem interessiert
sind. Aber Bienen sammeln auch Pollen, der ihnen als
Nahrung dient und den sie vor allem zur Aufzucht der
Larven und Jungbienen nutzen. Pollen finden sie
auch an den männlichen Blüten an der Spitze der
Maispflanzen. Auch wenn Maispollen groß und schwer ist -
als Pollenlieferant spielt Mais für Bienen durchaus eine
Rolle. |
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Ist denn unter natürlichen Bedingungen untersucht
worden, ob Maispollen im Honig ist? |
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Dazu
sind in Bayern 2004 und 2005 Versuche durchgeführt
worden. Mehrere Bienenvölker wurden in unterschiedlichen
Entfernungen zu Feldern mit gv-Mais aufgestellt. In etwa
der Hälfte der entnommenen Honigproben konnte zwar in
äußerst geringen Spuren Maispollen gemessen werden. Ein
Nachweis, ob es sich dabei um Pollen von gv-Mais
handelte, war jedoch nicht möglich.
Anders die Messergebnisse beim "Höselpollen".
Das ist der Pollen, den die Bienen in ihren "Höschen"
sammeln und beim Einflug in den Bienenstock abstreifen.
In diesen Proben kann festgestellt werden, ob darunter
auch Pollen von gv-Mais ist. In etwa jeder zweiten Probe
war das der Fall. Bei zwei Völkern, deren Stock
unmittelbar am Feld mit gv-Mais stand, stammten etwa 5
Prozent des Höselpollens von gv-Mais. |
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Wieviel Pollen ist denn überhaupt im Honig? |
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Honig
entsteht im Magen der Bienen aus dem gesammelten
Blütennektar. Der Honig wird in den Waben eingelagert
und dient den Bienen als Nahrung. Pollen ist für Honig
nicht notwendig und nur deshalb darin enthalten, weil er wie Staub überall im
Bienenstock vorhanden ist. Nur etwa 0,1 bis 0,5 Prozent
des Honigs besteht aus Pollen. Selbst wenn ein größerer
Teil des Pollens aus gv-Pflanzen stammen sollte, wäre
der Gesamtanteil am Honig immer noch sehr gering. |
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Muss Honig gekennzeichnet werden, wenn der darin
enthaltene Pollen von gv-Pflanzen stammt? |
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Nach derzeitiger Rechtspraxis:
nein. Pollen aus gv-Pflanzen kann als "technisch
unvermeidbare" Beimischung verstanden werden. Der
Pollenanteil im Honig liegt in jedem Fall weit unterhalb
des für die Kennzeichnung maßgebenden Schwellenwerts von
0,9 Prozent. |
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Muss ich mich um meine
Gesundheit sorgen, wenn im Honig, den ich esse, Pollen
von gv-Mais oder anderen gv-Pflanzen enthalten sein kann? |
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Erlaubt sind nur technisch unvermeidbare
Pollenbeimischungen von solchen gv-Pflanzen, die in der EU
zur Verwendung als Lebensmittel zugelassen sind. Eine
Zulassung wird nur erteilt, wenn nach dem Stand des
Wissen gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschließen
sind. Dafür wird eine umfangreiche Sicherheitsbewertung
durchgeführt. Gv-Pflanzen, die in der EU nicht
zugelassen sind, dürfen auch nicht in Spuren in Lebens-
oder Futtermitteln vorhanden sein. Das gilt auch für
Pollenbeimischungen im Honig. |
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Wieviel Honig kommt eigentlich
aus Deutschland? Wird Honig aus Ländern importiert, in
denen gv-Pflanzen angebaut werden? |
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In
Deutschland wird jährlich gut 20.000 Tonnen Honig
erzeugt. Das sind etwa 20 Prozent des nationalen
Honigverbrauchs.
Deutschland bezieht Honig aus 40 Ländern. Das
wichtigste Erzeugerland ist Argentinien. Dort werden großflächig gv-Sojabohnen und gv-Mais
angebaut. Auch wenn deren Blüten von Bienen kaum
angeflogen werden, ist es nicht auszuschließen, dass
Spuren von diesen gv-Pflanzen in einzelnen
Honigprodukten nachzuweisen sind.
Raps hingegen ist eine wichtige Trachtpflanze für
Bienen. Gv-Raps wird vor allem in Kanada angebaut. von
dort führt Deutschland jährlich etwa 500 Tonnen Honig
ein. Bei Kontrollen der Lebensmittelüberwachung wurde in
Rapshonig aus Kanada mehrfach gv-Raps nachgewiesen. |
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Der gv-Mais, der in
der EU angebaut wird, bildet einen
Wirkstoff gegen Schädlinge. Kann man ausschließen, dass
nicht auch Bienen geschädigt werden? |
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Die
Wirkung von Bt-Mais beruht auf dem so genannten
Bt‑Toxin. Es wirkt gegen
Schädlinge - vor allem die Raupen des Maiszünslers, eines Schmetterlings. Das Bt-Toxin
greift die Darmwand an - aber nur bei Tierarten, die
dafür entsprechende "Rezeptoren" haben. Das sind vor
allem Schmetterlinge, nicht aber andere Insektenarten.
Bei Versuchen sind Bienen über einen längeren
Zeitraum mit Bt-Toxin gefüttert
worden. Mit großer Sicherheit kann eine schädliche
Wirkung auf gesunde Bienenvölker ausgeschlossen werden.
Bt-Toxin wird natürlicherweise von Bakterien
produziert. Es ist auch in klassischen Bt-Präparaten
enthalten, die seit vielen Jahren zur
Schädlingsbekämpfung zugelassen sind und auch im
Ökologischen Landbau eingesetzt werden. Auch die Imker
setzen solche Bt-Präparate ein, um die Bienenstöcke vor
Schädlingen zu schützen. |
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Man hört immer wieder vom Bienensterben. Was weiß man über die Ursache?
Können nicht auch gv-Pflanzen dazu beitragen? |
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Den
Bienenvölkern in Deutschland geht es relativ gut. Die
"Überwinterungsverluste" liegen zwischen 8 und 16
Prozent. Diese Zahlen wurden im Rahmen des "deutschen
Bienenmonitorings" ermittelt, einer 2004 begonnenen,
groß angelegten Untersuchungsreihe, an der sich alle
Bienenforschungsinstitute in Deutschland, Imker- und
Bauernverbände sowie die Agroindustrie beteiligen.
In einigen Regionen in den USA ist das Bienensterben
dagegen ein ernsthaftes Problem. Bislang ist nicht
eindeutig geklärt, worauf der zum Teil dramatische
Rückgang an Bienenvölkern zurückzuführen ist. Einige
vermuten eingeschleppte Viren als Auslöser des
Bienensterbens. Vieles
deutet jedoch darauf hin, dass es keine einzelne Ursache gibt,
sondern mehrere, die zusammenwirken.
Vermutungen, dass Mobilfunk-Strahlungen oder
gentechnisch veränderte Pflanzen die neue
Bienenkrankheit ausgelöst haben könnten, sind weitgehend
entkräftet. In den USA stimmt die regionale Verbreitung
des Bienensterbens nicht mit der des Anbaus von
gv-Pflanzen überein. Auch das Bienensterben, das im
Frühjahr 2008 vor allem am Oberrhein zu deutlichen
Verlusten führte, hat eine inzwischen bekannte
Ursache: Ein Beizmittel (Clothianidin), mit dem
Maissaatgut behandelt wurde, um damit einen neuen
Schädling, den Maiswurzelbohrer, zu bekämpfen. Bei der
Aussaat löste sich das Beizmittel mit dem als
bienengiftig bekannten Wirkstoff von den Saatkörnern und
es entstanden Stäube, mit denen Bienen in Kontakt kamen. |
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 | Info + :
Bt-Mais und Honig |
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