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Weltweit sind noch keine Nahrungsmittel von
gentechnisch veränderten Tieren auf dem Markt. Wie kommt das? |
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Für
die menschliche Ernährung sind gentechnisch veränderte
Tiere bislang nicht von Bedeutung. Das liegt zum einen
daran, dass die gentechnischen Methoden noch nicht so
weit entwickelt sind wie bei Pflanzen. Vor allem bei
Nutztieren sind die Techniken wenig effizient und mit
hohen Kosten verbunden. Außerdem kennt man derzeit kaum
wirtschaftlich interessante Gene, die in das Genom von
Tieren eingeführt werden könnten. |
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Fleisch, Milch, Eier, Wolle – Lassen sich die
Eigenschaften tierischer Produkte mithilfe der
Gentechnik verändern? |
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In
diesem Bereich wird intensiv geforscht. Bei der Kuhmilch
ist etwa das Ziel eine fettarme und besonders
nährstoffreiche oder auch laktosearme Milch, von der
Menschen mit einer Unverträglichkeit für Milchzucker
profitieren würden. Ein weiteres Beispiel ist
Schweinefleisch, das mit Omega-3-Fettsäuren angereichert
ist. Schafe sollen durch Einführung fremder Gene mehr
Wolle von hoher Qualität liefern. |
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Was ist mit Fischen? Häufig ist von gentechnisch
veränderten Lachsen die Rede, die schneller wachsen
können. |
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In den
USA wird bereits seit über zehn Jahren die
Markteinführung schneller wachsender gentechnisch
veränderter Lachse
angestrebt. Ob sie jemals als Lebensmittel zugelassen
werden, ist ungewiss. Dennoch: Anfang 2009 hat die
Lebensmittelbehörde FDA Leitlinien für die Zulassung von
gentechnisch veränderten Tieren und deren Produkten
festgelegt. Da nun die gesetzlichen Voraussetzungen für
eine Vermarktung geschaffen sind, könnte die
kommerzielle Anwendung in den USA konkreter werden. |
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Gibt es überhaupt schon Tiere, die gentechnisch
verändert sind? |
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Ja. In
Taiwan und in den USA werden Zebrafische (Night Pearl
und GloFish) für das Aquarium vermarktet, die durch
eine gentechnische Veränderung in verschiedenen Farben
leuchten. Zudem gibt es transgene Ziegen, die in ihrer
Milch ein Medikament gegen Thrombose bilden. Das
Arzneimittel Atryn ist in einigen Ländern der
Europäischen Union, darunter auch Deutschland, seit dem
Jahr 2008 im Handel erhältlich.Gentechnisch veränderte Versuchstiere werden primär
in der medizinischen Forschung eingesetzt, um an
ihnen neue Arzneimittel oder Therapien zu testen. Ein
Beispiel: Bei einer "Knockout-Maus" werden mithilfe der
Gentechnik gezielt bestimmte Gene deaktiviert. Auf diese
Weise können die Nagetiere als Modell für menschliche
Erkrankungen mit genetischem Hintergrund dienen. |
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Welche Anwendungsbereiche für gentechnisch veränderte
Tiere sind abgesehen von der Lebensmittelerzeugung von
Bedeutung? |
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Gentechnisch veränderte Tiere werden vor allem für
medizinische Zwecke entwickelt: Sie produzieren
Arzneimittelstoffe ( Gene Pharming) oder Organe,
die in den menschlichen Körper übertragen werden können
( Xenotransplantation). In der Landwirtschaft
möchten die Züchter etwa die Leistung steigern, die
Qualität der landwirtschaftlichen Produkte verbessern
und die Anfälligkeit für Krankheiten verringern.Bei der Herstellung von Arzneimittelstoffen ist die
Milchdrüse der bevorzugte Bioreaktor. Auch Blut und Urin sind mögliche Produktionsplattformen.
Xenotransplantation ist die Übertragung von
Zellen, Geweben und Organen zwischen nicht verwandten
Arten – wie vom Tier auf den Menschen. Mit Hilfe der
Gentechnik versuchen Forscher Hausschweine zu
entwickeln, deren Organe der menschliche Körper bei
einer Transplantation nicht abstoßen würde. |
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Bestehen besondere Umweltrisiken, wenn es
gentechnisch veränderte Tiere geben sollte? |
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Besonders hoch mobile gentechnisch veränderte Tiere wie Fische oder
Insekten stellen ein potenzielles Risiko für die Umwelt
dar. Vorerst ist eine kommerzielle Nutzung aber nur
denkbar, wenn die gentechnisch veränderten Tiere in
separaten Zuchtstationen gehalten werden und biologische
Fortpflanzungsbarrieren zu Wildpopulationen bestehen. So
würde das Unternehmen Aqua Bounty bei einer Zulassung
ihrer transgenen schnell wachsenden Lachse nur
unfruchtbare und nur weibliche Tiere vermarkten. |
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Welche Rolle spielen gentechnische Verfahren in der
modernen Tierzucht? |
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In der
Tierzucht sind moderne Fortpflanzungstechnologien wie
künstliche Besamung und Befruchtung weit verbreitet.
Doch die Möglichkeiten der Züchter sind durch die
Gesamtheit der Gene der jeweiligen Tierart begrenzt.
Erst durch die Gentechnik war es möglich, Artgrenzen
zu überschreiten und "fremde" Gene als „Material“ für
die Züchtung zu nutzen. So lässt sich beispielsweise
gezielt ein Gen für einen pharmazeutischen Wirkstoff
hinzufügen. In der Regel beruhen im Hinblick auf
Produkteigenschaften interessante Merkmale jedoch nicht
auf einem Gen, sondern auf einem komplizierten
Zusammenspiel mehrerer Gene. Das erschwert die
Entwicklung gentechnisch veränderter Tiere. Zumindest in Europa ist die Gentechnik in der
praktischen Tierzüchtung aber von geringer Bedeutung. In
erster Linie ist das Ziel, die Funktion einzelner
DNA-Abschnitte zu entschlüsseln und Merkmale auf
genetischer Ebene besser zu verstehen ( Genomforschung).
Mit diesem Wissen kann man gezielter auf bestimmte
Eigenschaften wie beispielsweise Krankheitsresistenzen
züchten oder auch eine Auswahl besonders „wertvoller“
Zuchttiere treffen. |
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Klonen – was ist das eigentlich? |
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Das
Klonen ist eine Methode, mit der Wissenschaftler als
wertvoll befundene Tiere außerhalb der geschlechtlichen
Fortpflanzung vervielfältigen können. Das sind
beispielsweise Zuchttiere, Haustiere oder auch bedrohte
Tierarten.
Die Technik beruht auf einem Kerntransfer: Eine bereits
differenzierte, erwachsene Zelle wird auf besondere
Weise behandelt, um die ursprüngliche
Entwicklungsfähigkeit wiederherzustellen. Anschließend
setzen die Forscher diese Spenderzelle in eine kernlose Eizelle
eines anderen Tieres ein. Nach der
Verschmelzung beginnt der Teilungsprozess. Der geklonte
Embryo wird in eine Leihmutter eingepflanzt und normal
ausgetragen. |
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„Klon-Milch“ oder „Klon-Fleisch“ im Supermarkt – Ist
das bald Realität? |
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Dieses
Thema wird in Europa heftig diskutiert. Es besteht aber
die starke Tendenz, dass Lebensmittel von geklonten
Tieren und deren Nachkommen vor allem aus ethischen
Aspekten nicht auf den Markt kommen. |
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Was hat das Klonschaf Dolly mit Gentechnik zutun? |
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Nichts. Denn durch das Klonen wird das Erbgut nicht
verändert, sondern nur vervielfältigt. Häufig wird die
Entwicklung eines gentechnisch veränderten Tieres aber mit der
Klontechnik kombiniert, da so die durch die
gentechnische Veränderung entstandenen Merkmale für die
Folgegeneration erhalten bleiben. |
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