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  Fr 03.09.2010 | 07:04 Uhr
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Gentechnisch veränderte Lachse

USA: Die Zulassung rückt näher


Seit einem Jahrzehnt zögert die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA die Zulassung gentechnisch veränderter Lachse hinaus. Nach Aussagen des Unternehmens AquaBounty Technologies könnte bald eine Entscheidung fallen, da offenbar nun alle für eine Sicherheitsbewertung erforderlichen Daten vorliegen.

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Gentechnisch veränderter Lachs (hinten) und normaler Atlantik-Lachs (vorn) mit gleichem Lebensalter.


Vergleich des Wachstums von konventionellen und gentechnisch veränderten Lachsen

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Lachseier: Sollte gv-Lachs in den USA zugelassen werden, können die Züchter entsprechende Eier kaufen.

Grafik, Fotos: Aquabounty

Die gentechnisch veränderten Lachse wurden von der Firma AquaBounty Technologies entwickelt. Wissenschaftler des Unternehmens hatten zwei Gene in das Genom von Lachsen übertragen:

  • ein Gen für ein Wachstumshormon einer anderen Lachsart (Königslachs, Oncorhynchus tschawytscha)
  • ein Regulationsgen eines Fisches (Zoarces americanus), der an kalte Meeresregionen angepasst ist.

Normalerweise bildet der Lachs in kalten Gewässern bzw. im Winter keine Wachstumshormone. Daher haben die Wissenschaftler dem Gen für das Wachstumshormon ein Regulationsgen für Anti-Frost-Proteine vorgeschaltet. Anti-Frost-Proteine ermöglichen das Überleben in eiskaltem Wasser und sind daher bei niedrigen Temperaturen aktiv.

Das Resultat: Die gv-Lachse wachsen ganzjährig und erreichen daher bereits innerhalb von 16 bis 18 Monaten ihr Schlachtgewicht. "Normale" Lachse brauchen drei Jahre, um zu dieser Größe heranzuwachsen.

Vor über zehn Jahren wurde die Zulassung der gv-Lachse bei der amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA beantragt, doch die Entscheidung lässt immer noch auf sich warten. Die Markteinführung der transgenen Lachse (Markenname: AquAdvantage) ist damit ebenso blockiert wie die Fortführung weiterer Projekte. Das Unternehmen hatte bei Forellen, Tilapia, Stein- und Heilbutt ähnliche Vorhaben angekündigt.

AquaBounty Technologies muss beweisen, dass die schnell wachsenden atlantischen Lachse kein Risiko für Mensch und Umwelt bergen. Mitte Juni 2010 teilte das Unternehmen in einer Presserklärung mit, dass den Behörden alle dafür erforderlichen Daten vorlägen. In fünf von sieben Punkten sei die Sicherheitsbewertung inzwischen abgeschlossen.

AquaBounty hatte Untersuchungsergebnisse vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass sich die schnell wachsenden gv-Lachse nicht von ihren konventionellen Verwandten unterscheiden. Geprüft wurden etwa Geschmack, Farbe und Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Fettsäuren, Eiweißen und andere Nährstoffen. Zudem habe das Unternehmen nachweisen können, dass die eingeführten Gene stabil von Generation zu Generation vererbt werden und die gentechnische Veränderung keine Auswirkungen auf die Tiergesundheit hat.

Viele Umweltgruppen und Fischereiverbände lehnen die Zulassung der gentechnisch veränderten Lachse ab. Sie befürchten vor allem, dass die transgenen Fischen aus den Tanks und Käfigen der Zuchtfarmen entweichen. Das Unternehmen Aqua Bounty Technologies würde jedoch bei einer Zulassung nur unfruchtbare und weibliche Tiere vermarkten, die im Inland aufgezogen werden. Demnach wäre eine Fortpflanzung in freier Natur nicht möglich. Zudem sei es sehr unwahrscheinlich, dass die Fische aus den abgeschlossenen Tanks entweichen.

Sollten die transgenen Lachse genehmigt werden, wären sie die ersten gentechnisch veränderten Tiere, die als Lebensmittel verzehrt werden. Bereits Mitte 2011 wäre eine Zulassung möglich. Zwei bis drei Jahre nach der Zulassung könnten die ersten Lachse laut AquaBounty Technologies zum Verkauf angeboten werden.

Seit Januar 2009 gelten in den USA verbindliche Richtlinien für die Zulassung von gentechnisch veränderten Tieren und den daraus erzeugten Lebensmitteln. Eine Kennzeichnung von Lebensmitteln und Produkten aus gv-Tieren ist nicht vorgesehen.

  

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