| Fr 12.03.2010 | | | 19:04 Uhr |
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Seit Jahren zögert die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA die Entscheidung hinaus: Sie hat über die Marktzulassung gentechnisch veränderter Lachse zu befinden. Doch je länger das Verfahren dauert, um so stärker werden die kritischen Stimmen.
USA: Antrag 1999Inzwischen schwimmen in kanadischen Zuchttanks bis zu 20.000 der schnell wachsenden, gentechnisch veränderten Lachse. Sie gehören Aqua Bounty Technologies - dem Tochterunternehmen von A/F Protein. A/F Protein ist eine in Massachusetts/USA residierende Firma, die sich mit der kommerziellen Anwendung des Anti-Frost-Proteins beschäftigt. Nun wartet man auf die Zulassung der Lachse durch die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA. Der Antrag wurde bereits 1999 gestellt, aber die Entscheidung der FDA lässt immer noch auf sich warten. Die geplante Markteinführung der transgenen Lachse (Markenname: AquAdvantage) ist damit ebenso blockiert wie die Fortführung weiterer Projekte. Das Unternehmen hatte bei Forellen, Tilapia, Stein- und Heilbutt ähnliche Vorhaben angekündigt. Gewöhnliche Lachse oder ökologisches Risiko?Für Elliot Entis, Präsident von A/F-Protein und Mitbegründer von Aqua Bounty Technologies, unterscheiden sich seine schnell wachsenden atlantischen Lachse nicht von ihren konventionellen Verwandten, wie sie überall auf der Welt in großen Mengen gezüchtet werden. Der einzige Unterschied sei: A/F-Lachse verwerten ihre Wachstumshormone effektiver. Befürchtet wird jedoch vor allem, dass schnell wachsende transgene Fische aus den Tanks und Käfigen der Zuchtfarmen entweichen. Diese könnten sich in den natürlichen Populationen zunächst durchsetzen, weil sie durch ihre Größe einen Paarungsvorteil haben. Allerdings sind sie auch weniger widerstandsfähig. Die Folgen davon, so das Ergebnis von Computersimulationen, zeigen sich erst später: Da die transgenen Fische eine erheblich kürzere Lebenszeit haben und daher weniger Nachkommen erzeugen, könne nach mehreren Generationen der Bestand abnehmen oder gar völlig zusammenbrechen (Trojanischer Gen-Effekt). Um dieses Risiko auszuschließen, sollen nur unfruchtbare gv-Lachse vermarktet werden. Wenig Chancen für die großen Lachse?Sollten die transgenen Lachse genehmigt werden, wären sie die ersten gentechnisch veränderten Tiere, die als Lebensmittel verzehrt werden. Wissenschaftler sowie eine Koalition von Umweltgruppen und Fischereiverbänden haben die FDA aufgefordert, den Zulassungsantrag von Aqua Bounty Technologies abzulehnen. Inzwischen erklärte die FDA, dass für eine Beurteilung ausführliche Informationen zum Transgen notwendig sind. So muss das Unternehmen den Beweis führen, dass sich die Stelle, an der das neue Gen eingebaut wurde, nicht von Generation zu Generation ändert. Nur dann sei eine Beurteilung der für die Gesundheit relevanten Eigenschaften des Fisches auf lange Sicht möglich. Eine weitere Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob die transgenen Fische möglicherweise häufiger allergische Reaktionen auslösen als nicht veränderte Artgenossen. Zudem soll gezeigt werden, dass entwichene gv-Tiere kein Umweltrisiko darstellen. Aqua Bounty Technologies hat der FDA weitere Daten vorgelegt, die derzeit geprüft werden.
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