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Künstliche Besamung, Embryotransfer:
Reproduktionstechniken sind verbreitet
Dabei blieb es nicht: Später kamen künstliche
Befruchtung von Eizellen "im Reagenzglas" (in vitro) und
Embryotransfer hinzu. So unterschiedlich diese Techniken auch sind -
im Kern geht es darum, die Fortpflanzung der Tiere zu kontrollieren
und Nachkommen zu erzeugen, die möglichst viele als hochwertig
eingestufte Eigenschaften besitzen.
Doch die Arbeit der Züchter ist durch die
Gesamtheit der Gene der jeweiligen Tierart ( Genpool) begrenzt. Erst
mit der Gentechnik wurde es grundsätzlich möglich, neue artfremde
Gene als "Material" für die Züchtung zu nutzen.
Bereits 1980 gelang es zum ersten Mal, einen
neuen DNA-Abschnitt in das Genom eines Säugetiers, der Maus, zu
integrieren. Zwei Jahre später gaben Forscher bekannt, dass ihre transgenen Nager dank
zusätzlicher Gene für Wachstumshormone schneller wuchsen und größer
wurden.
Trotz dieser frühen Erfolgsmeldungen gibt es
bis heute keine gentechnisch veränderten Nutztiere, die Milch,
Fleisch oder Eier für die menschliche Ernährung liefern - und daran wird
sich in naher Zukunft nichts ändern.
Dass gv-Rinder, Schweine, Schafe oder Hühner
noch keine praktische Anwendung in der Landwirtschaft finden, hat im
Wesentlichen zwei Gründe:
Verfahren mit geringer Erfolgsquote.
Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die Techniken, mit denen fremde
Gene in das Erbgut von Nutztieren eingeführt werden,
weiterentwickelt. Trotzdem sind die Verfahren nicht effizient, da man
noch zu wenig über die Funktion und das Zusammenspiel der Gene in der
frühen embryonalen Entwicklung weiß. Die Erfolgsquote ist gering und
liegt bei den meisten Spezies zwischen zwei bis fünf Prozent.
Lediglich bei Rindern sind 15 bis 20 Prozent der Nachkommen
lebensfähig. Bevor es gelingt, ein transgenes Tier zu erzeugen,
müssen zahlreiche Embryonen "verbraucht" werden.
Und wenn ein gentechnisch verändertes Tier heranwächst, können
Krankheiten, Missbildungen und eine verkürzte Lebensdauer nicht
ausgeschlossen werden.
Keine interessanten Gene. Die Ziele,
welche die Züchter verfolgen, haben sich mit den neuen Technologien
nicht verändert: Es geht um die Leistung der Tiere, eine höhere Qualität der
Produkte und die Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung, aber auch
um gesunde, robuste, widerstandsfähige Tiere. Doch in aller Regel
sind diese Eigenschaften nicht in einem einzelnen Gen codiert,
sondern beruhen auf einem komplizierten Zusammenspiel mehrerer Gene.
Die Gentechnik ist weit davon entfernt, durch Hinzufügen, An- oder
Abschalten einzelner Gene "neue" Nutztiere mit veränderten
Eigenschaften zu erzeugen. Anders als mit den Resistenzgenen bei
Pflanzen ist es bei Nutztieren häufig schwierig, wirtschaftlich
interessante Gene zu finden, die in das Genom eingeführt werden könnten.
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