Lebensmittelüberwachung Gentechnik:
Nordrhein-Westfalen
Ergebnisse 2009 im Überblick
Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland,
das die aktuellen Ergebnisse der Gentechnik-Kontrollen bei
Lebensmitteln, Saatgut und Futtermitteln öffentlich zugänglich
macht. Der "Gentechnik-Report" führt Proben mit minimalen
GVO-Spuren unterhalb von 0,1 Prozent unter "ohne Befund" aus.
Daher sind die Resultate nicht mit den Überwachungsergebnissen anderer Bundesländer
vergleichbar, die in der Regel positive Proben mit einem GVO-Anteil unter
0,1 Prozent gesondert ausweisen.
Lebensmittel
Im Jahr 2009 standen 361
Lebensmittelproben aus verschiedenen Produktgruppen auf dem
Prüfstand. Es gab 17 positive Befunde mit einem GVO-Anteil zwischen 0,1 und 0,9 Prozent.
Beispiele sind milchfreie Spezialnahrung für Säuglinge, Eiweißshakes
und Power-Erdnussriegel für Sportler, Döner, Früchtemüsli und
asiatische Trocken-Hühnersuppen. Da die
gefundenen gv-Pflanzen - meist Sojabohnen oder Mais
- in der EU zugelassen sind, ist eine Kennzeichnung
dieser Produkte nicht erforderlich. Allerdings
müssen Hersteller oder Handelsunternehmen gegenüber
den Behörden belegen, dass sie geeignete Maßnahmen
getroffen haben, um solche Beimischungen zu
vermeiden. Produkte mit GVO-Anteilen über dem
Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent wurden
nicht gefunden.
Zusätzlich haben die
Kontrolleure auf Spuren von in der EU nicht
zugelassenen gv-Pflanzen untersucht. Der Schwerpunkt
lag auf Leinsamen-Produkten. In 11 von 58 Proben
wurden im September 2009 GVO-Anteile
zwischen 0,1 und 0,4 Prozent gefunden. Weiter 9
wiesen minimale GVO-Spuren unterhalb der technischen
Nachweisgrenze von 0,1 Prozent auf. Auch Auberginen
(19), Zuckerrüben (6), Papaya (10) wurden auf
gentechnisch veränderte Bestandteile untersucht -
mit negativem Befund.
Auf bisher nicht geklärte
Weise ist es in Kanada zu Beimischungen von
gv-Flachs gekommen. Als Folge davon wurden in
mehreren EU-Ländern GVO-Spuren in Leinsamenprodukten
gefunden. Da der gv-Flachs in der EU nicht
zugelassen ist, wurden die betreffenden Produkte vom
Markt genommen.
In allen 2008 und 2009 untersuchten
Reisproben war kein gv-Reis mehr nachweisbar. 2006 hatte es in den
USA Verunreinigungen mit nicht zugelassenem gv-Reis gegeben.
Futtermittel
2009 wurden in NRW 167
Futtermittel untersucht, von denen 138 nicht
gekennzeichnet waren. Ein Großteil der Proben (120)
war tatsächlich "frei von Gentechnik" oder
enthielt nur GVO-Spuren von weniger als 0,1 Prozent. In neun
Proben lag der GVO-Anteil zwischen 0,1 und 0,9
Prozent, und in sieben Proben wurde der Schwellenwert für die
Kennzeichnung überschritten. Bei 14 Erzeugnissen haben die
Kontrolleure nicht zugelassene Linien nachgewiesen.
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