Chitinase

Enzym, das Chitin, den Zellwandbaustein der meisten Pilze abbaut

Chitin übt bei verschiedenen wirbellosen Tieren (z.B. Insekten, Spinnen) ähnliche Stützfunktionen aus wie Cellulose bei Pflanzen. Chitin (ein Mehrfachzucker) ist auch in den Zellwänden von Hefen, Pilzen und Algen anzutreffen.

Verschiedene Mikroorganismen können das Enzym Chitinase produzieren, mit dem sie Chitin abbauen können. Man hat versucht, pilzresistente Pflanzen zu züchten, indem man Chitinase-Gene in das Genom der Pflanzen überträgt, so dass die Chitinase das Chitin in der Zellwand des Schadpilzes angreift. Dieser Ansatz wurde etwa bei Weinreben erprobt, um deren Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall wie Mehltau oder Grauschimmel zu erhöhen. Mit gentechnisch veränderten (gv) pilzresistenten Weinreben wurden ab 1999 in Deutschland Freisetzungsversuche durchgeführt, die aber aufgrund der mangelnden Akzeptanz nach nur fünf Jahren vorzeitig beendet wurden. Außerdem konnte bei den gv-Weinreben keine erhöhte Pilzresistenz festgestellt werden. In Deutschland wird dieser Ansatz inzwischen nicht mehr weiterverfolgt.

Auch in Bananen hat man ein Chitinase-Gen eingefügt, um einen Pilz zu bekämpfen, der an Bananen in Afrika eine verbreitete Pilzkrankheit verursacht. Wissenschaftler aus Uganda und Belgien erproben derzeit in Feldversuchen die Wirksamkeit der Chitinase-vermittelten Resistenz.

Siehe auch

Pilzresistenz