Insektenresistenz

Insektenresistenz ist nach Herbizidresistenz das zweithäufigste kommerziell genutzte Merkmal gentechnisch veränderter Kulturpflanzen.

Derzeit werden vor allem gentechnisch veränderte Mais- und Baumwollpflanzen mit Insektenresistenz angebaut. Weltweit arbeitet man daran, auch andere Pflanzenarten mit dieser Eigenschaft auszustatten, etwa Reis oder Aubergine.

Die Insektenresistenz beruht auf sogenannten Bt-Proteinen, die infolge übertragener Gene in den Pflanzen gebildet werden. Das jeweilige Bt-Gen stammt aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt), das das Bt-Protein natürlicherweise produziert. Es gibt verschiedene Bt-Proteine, die spezifisch gegen einzelne Insektengruppen wirken.

Bt-Präparate werden seit etwa fünfzig Jahren im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt und sind auch im ökologischen Landbau zugelassen.

Einige Schädlinge haben bereits Resistenzen gegen die häufig verwendeten Bt-Proteine entwickelt. Um solche Resistenzbildungen zu erschweren, bringt man heute oft verschiedene Bt-Gene in die Pflanze ein.

Es gibt mehrere Gruppen von Bt-Proteinen, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden (Cry-, Cyt- und Vip-Proteine). Bisher wurden hauptsächlich Cry-Proteine verwendet. Um die Gefahr der Resistenzbildung bei Insekten zu reduzieren, setzt man inzwischen auch Vip-Proteine ein.

In der Entwicklung befinden sich noch andere gentechnisch vermittelte Resistenzen gegen Schadinsekten, zum Beispiel durch RNA-Interferenz (RNAi): Pflanzen werden gentechnisch so verändert, dass sie RNA-Abschnitte bilden, die ein lebenswichtiges Gen eines Schadinsekts blockieren, wenn dieses an der Pflanze frisst.

In den USA, Kanada und Brasilien ist ein neuer Mais (MON87411) für den Anbau zugelassen, der durch eine Kombination von Bt-Konzept und RNAi resistent gegen den Maiswurzelbohrer ist. Der Mais soll in den USA 2020 auf die Felder kommen.

Siehe auch

Bacillus thuringiensis (Bt) Bt-Protein RNA Interferenz