Inulin und Oligofruktose

Komplex aufgebaute Zuckermoleküle (Polysaccharide). Grundelemente sind Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker).

Inulin besteht aus bis zu 90 Zuckerbausteinen. Als Reservekohlenhydrat wird es vor allem in Pflanzen wie Chicorée, Zwiebeln, Artischocken oder Topinambur gebildet. Oligofruktose ist aus wenigen Zuckerelementen aufgebaut.

Inulin wird heute in der Regel aus Chicorée gewonnen und ist der Ausgangsstoff zur Herstellung von Oligofruktose.

Inulin und Oligofruktose werden heute zunehmend als funktionelle Lebensmittelzutaten (functional food) eingesetzt. Sie sind Ballaststoffe, die Magen und Dünndarm unverändert passieren. Erst im Dickdarm werden sie von den dort ansässigen Mikroorganismen abgebaut. Die Abbauprodukte fördern die erwünschten Milchsäurebakterien und schaffen ein für unerwünschte oder krankheitserregende Mikroorganismen ungünstiges Milieu. Praebiotika wie Inulin und Oligofruktose sollen Darminfektionen vorbeugen und das Immunsystem fördern.

Vor allem in Milchprodukten und -getränken finden sich heute Inuline und Oligofruktose. Sie verfügen über eine cremige Konsistenz und haben trotz des leicht süßlichen Geschmacks nur einen geringen Brennwert (1 kcal/g). Zudem sollen sie die Aufnahme des in Milchprodukten vorhandenen Kalziums verbessern.

Inzwischen wird an gentechnisch verändertem Chicorée gearbeitet. Ziel ist es, die Bildung von Inulin hinsichtlich Menge und Qualität zu stabilisieren. Niedrige Temperaturen führen zu einem natürlichen Abbau von Inulin in den Chicorée-Trieben.

Siehe auch

Functional Foods (funktionelle Lebensmittel)