Xenotransplantation

Übertragung von Zellen, Geweben und Organen zwischen nicht verwandten Arten

Der Bedarf an Spenderorganen ist bei weitem höher als das Angebot. Die Lösung des Problems soll die Xenotransplantation sein – die Übertragung von Zellen, Geweben und Organen vom Tier auf den Menschen.

Das Hausschwein ist besonders geeignet, da die Organe von Schwein und Mensch in etwa die gleiche Größe und ähnliche anatomische und physiologische Merkmale haben. Noch ist die Xenotransplantation weit vom klinischen Alltag entfernt. Das Hauptproblem ist die immunologische Abstoßungsreaktion: Wird das Organ eines Schweins in den menschlichen Körper übertragen, reagieren Antikörper im menschlichen Blut auf die Antigene an der Oberfläche des fremden Organs. Das menschliche Abwehrsystem wird aktiviert und zerstört das Organ. Mit Hilfe der Gentechnik versucht man dies zu verhindern.

Wissenschaftlern ist es 2015 gelungen, mit Hilfe von CRISPR/Cas9 über 20 Gene in Schweineembryonen zu modifizieren. Die Gene kodieren für Proteine, welche auf der Zelloberfläche sitzen und die menschliche Immunabwehr auslösen oder die Blutgerinnung verursachen.

Anderen Forschern ist es gelungen, ein Schweineherz in einem Affen gut zweieinhalb Jahre schlagen zu lassen, indem sie Schweine mehrfach gentechnisch so veränderten, dass die Oberfläche der Blutgefäßzellen bestimmte menschliche Proteine (Thrombomodulin) aufwiesen. Dadurch bildet das Blut des Affen keine Blutgerinsel, wenn es durch das Schweineherz fließt. Das Immunsystem des Affen wurde mit einer einfachen, wenig toxischen Behandlung so weit außer Kraft gesetzt, dass es das Schweineherz nicht abstößt.

Siehe auch:

CRISPR/Cas-System