Feuerbrand

meldepflichtige bakterielle Pflanzenkrankheit bei Obst- und Ziergehölzen

Apfel, Feuerbrand

Foto: S. Stabinger, CC BY-SA 3.0

Feuerbrand wird hervorgerufen durch das Bakterium Erwinia amylovora. Gefährdet sind vor allem Pflanzen der Familie Rosaceae, der ein großer Teil unseres einheimischen Obstes (Apfel, Birne und Quitte) sowie Ziergehölze wie z. B. Cotoneaster entstammen. Steinobst wie Kirschen oder Zwetschgen sind keine Wirtspflanzen für den Erreger. In Deutschland trat die Krankheit erstmals im Jahr 1971 auf und breitet sich seitdem in südwestlicher Richtung aus. 2004 war nahezu das gesamte Bundesgebiet von dem Erreger betroffen.

Der Befall mit dem Bakterium führt zu braunen Blüten, Blättern oder Früchten, die welken, jedoch nicht abfallen. Das verleiht den Pflanzen das Aussehen wie nach einem Brand. Bei infizierten Pflanzen hilft nur ein radikaler Rückschnitt. In einigen europäischen Ländern werden Antibiotika-haltige Pflanzenschutzmittel (z.B. Streptomycin) eingesetzt, die jedoch in Deutschland nicht zugelassen sind.

Die am Markt verfügbaren Apfelsorten (Braeburn, Gala, Fuji) sind anfällig bis stark anfällig für Feuerbrandinfektionen. Über klassische Züchtungsmethoden konnten zwar Obstgehölze mit erhöhter Resistenz gewonnen werden, jedoch haben sich diese Neuzüchtungen bisher nicht am Markt durchgesetzt.

Es gibt Ansätze, mit Hilfe der Gentechnik Resistenzgene aus Wildäpfeln in gängige Apfelsorten zu übertragen. Die Apfelsorte bleibt dabei erhalten. Wenn die gentechnisch veränderten Äpfel am Ende nur apfeleigene Gene enthalten, spricht man von „cisgenen“ Äpfeln.

Mit gentechnischen Verfahren ist es auch möglich, Gene aus anderen Organismen, die eine Resitenz bewirken könnten, in Apfelpflanzen einzubringen. So wurde z.B. ein Gen übertragen, das für die Bildung des antibakteriell wirksamen Stoffes Lysozym verantwortlich ist.