Goldener Reis (Golden Rice)

Reis, der mit Betakarotin (Provitamin A) angereichert wurde, um Vitamin A-Mangel zu lindern

Der „Goldene Reis“ hat seinen Namen von eingelagertem Betacarotin (Provitamin A), das den Reiskörnern eine gelblich-orangene Färbung verleiht. Damit im Reiskorn Betacarotin produziert werden kann, wurde mit Hilfe der Gentechnik u.a. ein Mais-Gen in den Reis eingeführt. Der neue Reis soll dabei helfen, Vitamin A-Mangel in Entwicklungsländern zu lindern, wo Reis für viele Menschen die Hauptnahrungsquelle ist. Vitamin A-Mangel kann zur Erblindung führen und erhöht die Anfälligkeit für oft tödlich verlaufende Infektionskrankheiten. Für die neuesten Linien von Goldenem Reis konnte gezeigt werden, dass das Betacarotin vom menschlichen Körper auf effiziente Weise in Vitamin A umgewandelt wird und dass die Menge ausreicht, um einem Vitamin A-Mangel vorzubeugen.

Der Goldene Reis wurde von einer internationalen Forschergruppe um Ingo Potrykus (ETH Zürich) und Peter Beyer (Universität Freiburg) entwickelt. Das Projekt wurde außerdem von Unternehmen unterstützt, die patentierte Verfahren und Materialien zur Verfügung stellten, ohne dafür Lizenzgebühren zu fordern. Das Saatgut kann daher kostenlos an Kleinbauern abgegeben werden und diese dürfen es für den Eigenbedarf nachzüchten.

Gegenwärtig werden die Arbeiten an Goldenem Reis vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) koordiniert und fortgeführt. Erste Zulassungen werden für die Philippinen und Bangladesh angestrebt. Weitere Zielländer sind Vietnam, Indien und Indonesien. Derzeit wird Goldener Reis in lokale Sorten eingekreuzt, die in den Anbauländern wichtig sind.