Nachwachsende Rohstoffe

organische Rohstoffe aus Land- und Forstwirtschaft, Aquakultur oder mikrobieller Produktion, die nicht als Nahrungs- oder Futtermittel verwendet werden

Nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo) sind z.B. Holz, Pflanzenöle, Pflanzenfasern, Zucker oder Stärke. Diese Rohstoffe werden sowohl für energetische als auch stoffliche Anwendungen genutzt, z.B. für Brennstoffe, Textilfasern, Baumaterial, Papier, Schmierstoffe, Kunststoffe oder auch Medikamente. Im weitesten Sinne gehören auch tierische Rohstoffe wie Wolle oder Tierhaut zu den nachwachsenden Rohstoffen.

Die Land- und Forstwirtschaft produziert den größten Anteil der nachwachsenden Rohstoffe. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland auf 2,7 Millionen Hektar Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe angebaut, zum größten Teil (2,4 Mio ha) als so genannte Energiepflanzen. Dabei sind Mais und Raps die beiden wichtigsten Energiepflanzen. 2015 wurde auf 0,9 Mio Hektar Silomais für Biogasanlagen angebaut, Raps für die technische und energetische Nutzung auf 0,75 Mio Hektar. Ein Großteil des erzeugten Rapsöls wird zu Biodiesel verarbeitet oder ohne eine weitere chemische Umwandlung als Pflanzenölkraftstoff genutzt.

Gentechnische Methoden bieten in Bezug auf nachwachsende Rohstoffe neue Möglichkeiten. Sie werden eingesetzt, um z.B. in Pflanzen vorhandene Stoffwechselwege zu optimieren oder neue Inhaltsstoffe zu produzieren. So wird an Kartoffeln geforscht, die das Ausgangsmaterial für einen biologisch abbaubaren Kunststoff liefern, oder an Holz, dass besser für die Papierherstellung geignet ist. Auch Bäume für die Produktion von Bio-Kraftstoffen oder Pflanzen, die Medikamente produzieren, sind in der Entwicklung.

Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe sind nicht unumstritten, denn es herrscht eine starke Konkurrenz zwischen der Nutzung von Agrarland als Anbaufläche für Lebensmittel und als Fläche zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe.