Pfropfen

Klassische Züchtungsmethode zum Veredeln von Pflanzen. Wird auch kombiniert mit der Gentechnik, um Pflanzen mit verbesserten Merkmalen auszustatten.

Das Pfropfen ist eine klassische Methode in der Pflanzenzucht, um Pflanzen zu veredeln. Sie wird vor allem bei Zier- und Obstgehölzen, aber auch bei einigen Gemüse- und Blumenarten angewendet. Beim Pfropfen wird ein Zweig (Reiser, Edelreis) einer Sorte mit einer Unterlage (Wurzelstock) einer anderen Sorte zusammengefügt.

Pfropfen

Die moderne Pflanzenzüchtung kombiniert die klassische Pfropftechnik mit der Gentechnik. Dabei unterscheidet man zwei Ansätze:

(1) Eine Unterlage wird mit gentechnischen Methoden verändert, um sie mit besseren Eigenschaften auszustatten (z.B. Krankheitsresistenz, verbesserte Bewurzelung). Auf diese Unterlage wird ein herkömmlicher Reiser gepfropft.

(2) Ein Wurzelstock wird so transformiert, dass in ihm Proteine gebildet werden oder RNA, um damit über RNA-Interferenz ein bestimmtes Gen zu blockieren. Man pfropft dann einen herkömmlichen Reiser auf die Unterlage. Über die Leitungsbahnen werden die Proteine oder die RNAi in den Reiser transportiert und beeinflussen diesen gezielt.

Pflanzen aus einer gentechnisch veränderten Unterlage und einem herkömmlichen Reiser sind Chimären, welche als gentechnisch veränderte Organismen eingestuft werden. Da die Reiser nicht gentechnisch verändert wurden, sind auch deren Nachkommen und Produkte (Samen, Früchte) nicht gentechnisch verändert.

Gentechnisch veränderte Wurzelstöcke, welche dem ersten Ansatz zuzuordnen sind, wurden bereits bei verschiedenen Baumarten entwickelt. Entsprechende Chimären werden im Freiland getestet, z.B. Apfel, Birne, Orange und Weinrebe. Züchtungen, die dem zweiten Ansatz folgen, befinden sich derzeit noch in der Entwicklung und werden an Modellpflanzen getestet.

Siehe auch

RNAi; RNA Interferenz