Neue
Konzepte gegen Schädlinge und Pflanzen- krankheiten
In der Forschung gehören
gentechnische Methoden zum Alltag. Inzwischen können
bestimmte Eigenschaften von Pflanzen besser
bearbeitet werden, da man die
Funktion der dafür verantwortlichen Gene versteht. Die
Molekularbiologie hat neue Möglichkeiten in der
Pflanzenzüchtung eröffnet - und dazu zählt auch auch
die Übertragung neuer Gene. Dabei geht es vor allem um
solche Gene, die Pflanzen widerstandsfähiger gegen
Schädlinge oder Krankheitserregern machen.
Kraut- und Knollenfäule: Trickreicher Erreger,
Phytophthora,
der Erreger der Kraut- und Knollenfäule, hat schon
Geschichte gemacht. Auf sein Konto ging eine der
verheerendsten Hungerkatastrophen. Gegen den pilzähnlichen
Erreger gibt es auch heute noch keine
Patentrezepte. Die Züchtung resistenter Sorten ist schwer
und ein Erfolg oft nicht von langer Dauer. Meist helfen nur
jede Menge Pflanzenschutzmittel, auch im Öko-Anbau.
Sie sind wenig konkurrenzstark und
können sich gegenüber anderen Pflanzen kaum durchsetzen. Der
Anbau von Zuckerrüben ist ohne intensive Unkrautbekämpfung
nicht möglich. In den USA hat sich eine ist neue
gentechnisch veränderte Zuckerrübe durchgesetzt. Sie
verspricht eine effektive und zugleich umweltfreundliche
Unkrautkontrolle.
Verschiedene Krankheitserreger sorgen
weltweit für große Ernteausfälle im Bananenanbau. Betroffen
sind nicht nur Obstbananen, die für den Export angebaut
werden, sondern auch Kochbananen, ein Grundnahrungsmittel in
vielen Entwicklungsländern. Zahlreiche Versuche, resistente
Sorten zu züchten, sind gescheitert. In Uganda begannen 2010
Freilandversuche mit Bananen, die gentechnisch vermittelte
Resistenzen tragen.
Man kennt sie schon länger:
Bodenbakterien, die einen Wirkstoff produzieren, der für
einige Schadinsekten tödlich ist. Schon lange werden diese
Bt-Proteine als biologische Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
Die Gentechnik eröffnet neue Möglichkeiten: Nun sollen
Pflanzen sich selbst mit dem Bt-Protein gegen Schädlinge
schützen.
Gentechnik, Weizen,
Pilzkrankheiten: Die Vertreibung der Forschung
Vor allem bei feuchter Witterung wird
Getreide häufig von Pilzkrankheiten befallen. Die Folgen
sind nicht nur Ertragsausfälle und Qualitätseinbußen. Einige
der Pilze produzieren hochgiftige Substanzen. Eine
Bekämpfung dieser Pilzkrankheiten ist nicht immer einfach
und auch die klassische Züchtung robuster,
widerstandsfähiger Sorten hat bisher keinen durchschlagenden
Erfolg gehabt. Eine Forschung mit gentechnischen Verfahren
könnte neue Möglichkeiten eröffnen, ist aber in Europa nicht
gut gelitten.
Zitronen: Citrus Greening - eine Krankheit
bedroht den Orangen- und Zitronenanbau in den USA.
Auslöser sind Bakterien, die Ende der 1990er Jahre
eingeschleppt wurden. Nun wird mit Hochdruck an
neuen Resistenzkonzepten gearbeitet.
Papayas: Dennis Gonzalves hat in den 1990er
Jahren die Entwicklung von Papayas mit einer
gentechnisch vermittelten Resistenz gegen
Viruserkrankungen vorangetrieben. Ohne sie gäbe es
heute wohl kaum noch Papayaanbau auf Hawaii.
Erdnüsse sind anfällig gegen Pilzkrankheiten.In den USA werden sie mit speziellen Fungiziden
bekämpft. Inzwischen ist die Zulassung einer
pilzresistenten gv-Erdnuss beantragt. Sie wurde an
öffentlichen Forschungseinrichtungen entwickelt.
"Es ist so interessant für uns." Eine Gruppe junger
Agrar- und Pflanzenwissenschaftler aus sieben Ländern
besuchte 2011 den Schaugarten Üplingen. Sie informierten
sich über die dort gezeigten gentechnisch veränderten
Pflanzen und neue Möglichkeiten in der Pflanzenzüchtung.
Von Grundlagenforschung bis Welternährung: Wie schon
2010 gibt es auch auf den diesjährigen DLG-Feldtagen ein
"Themenzentrum Grüne Gentechnik", an dem sich wieder
zahlreiche Partner - Forschungseinrichtungen, Behörden,
Verbände - beteiligten. (DLG-Feldtage 19. - 21. Juni 2012 in
Bernburg - Strenzfeld)