Bananen: Letzte Rettung Gentechnik?
Für die einen ist sie Nachtisch oder
Zwischenmahlzeit, für die anderen ein Grundnahrungsmittel: die
Banane. Verschiedene Krankheitserreger sorgen weltweit für
erhebliche Ernteausfälle. Resistente Sorten könnten Abhilfe
schaffen, aber die Züchtung von Bananen ist kompliziert. In Uganda
werden gentechnisch veränderte Bananen mit verschiedenen
Resistenzgenen im Freiland getestet.
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Genetisch uniforme Bananen haben
Krankheitserregern wenig entgegen zu setzen.

Bananenstaude, die
mit dem Black Sigatoka-Pilz befallen ist. |
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Bananen sind in vielen Entwicklungsländern
ein Grundnahrungsmittel. Nur rund fünfzehn Prozent der weltweit
produzierten Bananen sind Obstbananen, die in Monokulturen auf
Plantagen angebaut und in Industrieländer exportiert werden. Der
überwiegende Teil der weltweiten Produktion entfällt auf
Kochbananen, die als Grundnahrungsmittel für den lokalen Verzehr von
Kleinbauern angebaut werden.
Sowohl Obstbananen als auch Kochbananen
werden durch verschiedene Krankheitserreger bedroht, etwa durch den
Black Sigatoka-Pilz oder das Bakterium Xanthomonas
campestris. Diese Krankheitserreger sorgen in allen Anbauländern
für erhebliche Ertragseinbußen. Auf Plantagen werden deshalb große
Mengen von Pestiziden gespritzt, die die Gesundheit der Feldarbeiter
und die Umwelt gefährden. Kleinbauern haben häufig kein Geld für
Pestizide und nutzen einfache Bekämpfungsmaßnahmen wie die
Sterilisierung landwirtschaftlicher Arbeitsgeräte. Eine weitere
Möglichkeit, die Krankheitserreger zu bekämpfen, ist die Züchtung
resistenter Sorten. Aber: Die Züchtung von Bananen ist kompliziert.
Die Früchte von Wildbananen enthalten
zahlreiche große Samen und sind dadurch praktisch ungenießbar. Bei
den wirtschaftlich genutzten Sorten sind die männlichen Blüten
steril und die weiblichen Blüten bilden Früchte, ohne vorher
befruchtet worden zu sein. Diese Früchte sind samenlos. Die
Bananenpflanzen können sich nur vegetativ durch die Ausbildung von
Schösslingen vermehren, sie klonen sich also selbst. Alle Pflanzen
einer Sorte sind genetisch einheitlich, und im Gegensatz zur
geschlechtlichen Vermehrung kann es nicht zur Entstehung natürlicher
Krankheitsresistenzen durch neue Mutationen und Neukombination des
Erbguts kommen.
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Die Biologie der Banane erschwert nicht nur eine
Weiterentwicklung und Verbesserung der heute genutzten Sorten durch
klassische Züchtung, sie macht die Kulturbananen auch noch besonders
anfällig für Krankheitserreger. In den fünfziger Jahren wurde die
damals hauptsächlich für den Export angebaute Bananensorte Gros
Michel durch den Erreger der Panamakrankheit praktisch
vollständig vernichtet. Der heute in Industrieländern beliebten
Sorte Cavendish droht möglicherweise das gleiche Schicksal
durch eine mutierte Form des Erregers und durch den Black
Sigatoka-Pilz, der sich seit rund dreißig Jahren ausbreitet. Der
Anbau in großen Monokulturen verschärft die Anfälligkeit, aber auch
auf den Feldern von Kleinbauern, die Kochbananen anbauen, richten
Krankheitserreger erhebliche Schäden an.
Um samenlose Bananensorten mit neuen Eigenschaften wie
Krankheitsresistenzen zu züchten, kann man Wildbananenarten
einkreuzen, die gegen bestimmte Erreger resistent sind. Dieser Weg
ist zeitaufwändig und schwierig, vor allem deshalb, weil man dabei
auch zahlreiche andere Eigenschaften überträgt. So wurden in Kuba
Kulturbananen mit dem Pollen einer Wildbananenart bestäubt, die
gegen Black Sigatoka resistent ist. Die Nachkommen sind
pilzresistent, ihre Früchte haben aber einen apfelartigen Geschmack,
was die Vermarktung erschwert.
Mit Hilfe der Gentechnik kann man Resistenzgene direkt in die heute genutzten
Sorten einbringen. 2010 gab es in Uganda erste Freisetzungsversuche
mit einer gv-Banane, die gegen Black Sigatoka resistent ist.
Sie trägt ein Chitinase- Gen aus Reis.
Chitinasen sind Enzyme, die die Zellwände von
Pilzen abbauen. Ebenfalls 2010 in Uganda fanden erste
Freisetzungsversuche mit einer gv-Banane statt, die gegen das
Bakterium Xanthomonas campestris resistent ist. Diese Bananen
tragen zwei Gene aus grüner Paprika. Die Proteine,
die von diesen Genen produziert werden, bewirken eine Abkapselung
von Zellen, die von einem Krankheitserreger befallen sind. In den
Feldversuchen wird getestet, ob diese transgenen Bananen auch gegen
Pilze resistent sind. Die Projekte mit gv-Bananen werden maßgeblich
vom International Institute of Tropical Agriculture in
Nigeria, vom Nationalen Agrarforschungsinstitut in Uganda und von
der Universität Leuven in Belgien getragen.
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